Tag der deutschen Einheit

      Tag der deutschen Einheit

      Ich nutze mal den Tag, um zu erfahren, was ihr von unserem geeinigten Land haltet??? Dabei kann alles eine Rolle spielen: Was habt ihr gerade gemacht, als ihr hörtet, die Mauer ist gefallen oder als klar war, es gibt nicht mehr zwei Staaten oder wie verbringt ihr diesen Feiertag oder auch, wohin hätten wir das Schiff besser lenken können???
      Liebe Grüße von der ollen Seekuh :zopf

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „manati“ ()

      Dann nutz ich mal die Gunst der frühen Stunde um zu antworten :D

      Geplant war heute auszuschlafen. Wie man an der Uhrzeit des Postings sieht, hat das nicht ganz geklappt :wacko:

      Dafür schläft mein Phantom noch. :]

      Was ich damals gemacht habe, als die Mauer fiel, weiß ich noch ganz genau.

      Ich lag hochschwanger auf der Couch :S und konnts nicht glauben :shock

      Dazu muß ich sagen, dass meine Couch in den neuen Bundesländern stand 8)

      Ich hielt die Nachrichten erst für eine Ente.

      Doch als am späten Abend meine Cousine kam und sagte, sie wäre in Westberlin gewesen, erst da hab ichs geglaubt.

      Ich zähle mich zu den Gewinnern der Vereinigung, aber vielleicht auch nur weil ich meinen Ar.... bewegt habe und meine Chancen genutzt habe.

      Mittlerweile lebe ich seit 6 Jahren in Bayern, habe nen guten Job(mein Mann übrigens auch), kann mir auch mal was leisten und habe vor 2 Monaten auch meine Eltern mit hier.

      Kurz und knapp, für mich persönlich war die Vereinigung eine gute Entscheidung.

      Wohin wir das Schiff hätten sonst lenken können??? Hmmm, in Prognosen abgeben war ich noch nie gut. :D

      LG vom Engel
      LG vom Engel

      Alle Tage sind gleich lang nur unterschiedlich breit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „engel1968de“ ()

      Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr genau was ich damals gemacht habe. Die Bilder aus Berlin und von den Trabbikonvois habe ich im Fernsehen gesehen. Im ersten Jubel haben sich einfach alle nur gefreut und das mit Recht. Was solange getrennt war, wurde nun wieder vereinigt. Nur...niemand hat anscheinend daran gedacht, dass man nicht nahtlos "2" Staaten zu einem machen kann. Unser aller Kohl wollte unbedingt noch als der Kanzler der Geschichte eingehen und so wurde die Vereinigung schnipp-schnapp mal eben über die BÃœhne gebracht, gaaaanz salopp ausgedrückt.
      Viele aus dem Osten wollten schnell die Mauer wieder haben und viele aus dem Westen auch. Der Westen hat alles verteufelt was aus dem Osten kam, das war aber nicht alles schlecht. Einige Systeme hätte man gut und gerne hier übernehmen können, aber das wollte hier niemand, weil es ja aus dem Osten kam.

      Ich denke mittlerweile ist die Mauer in den Köpfen vieler auch gefallen, aber leider noch immer nicht längst bei jedem. Es wurde festgestellt, das unendlich viel Geld in den Osten zum Wiederaufbau ging und geht und es im Westen jetzt ganze Landstriche gibt, in denen die Strassen verrotten aber es kein Geld da ist. Den Solibeitrag halte ich inzwischen für nicht mehr erklärbar. Die Löhne im Osten sind nach wie vor niedriger, allerdings sind auch die Lebenserhaltungskosten niedriger. Das ist auch im Westen so. In Bremen bekommt eine Fachangestellte weniger Lohn als in Hamburg, eben weil man Hamburg wesentlich mehr Miete zahlen muss und so weiter.

      Finanziell gesehen war das Ganze, logischerweise ein Gau. Denn woher sollte man die ganzen Renten nehmen für Rentner aus dem Osten, die natürlich einen Anspruch auf Rente hatten und haben, aber nie eingezahlt haben in unser Rentensystem? Kurz nach der Wende wurden im Osten planlos die Riesensupermärkte und Technikläden aus dem Boden gestampft.

      Eine Freundin von mir kommt aus Mecklenburg-Vorpommern, sie sagte ihr ging es gut in der ehemaligen DDR. Dass sie offen nichts sagen durfte, nicht reisen durfte usw. war für sie noch nicht sooo schlimm, sie war 20 als die Mauer fiel. Mein Vater kommt aus Neustrelitz und ist als 15 jähriger mit seinen Eltern erst nach Berlin und dann nach Hamburg geflohen. Sie waren schwersten Repressalien ausgesetzt. Ich selber bin froh im Westen des Landes geboren und aufgewachsen zu sein zu der damaligen Zeit.

      Ich konnte als 10jährige in einem Urlaub in Bulgarien nicht verstehen, warum dort die Ostdeutschen als Menschen 2ter Klasse behandelt wurden! Die sprachen meine Sprache und wurden von den Gastgebern abfällig behandelt, während mein Bruder und ich, aufgrund unserer weißblonden Haare und unseres "Standes" Westdeutsche zu sein, wie kleine Könige behandelt worden. DAS fand ich schlimm!! Aber verstanden hab ich das damals nicht!

      Du meine Güte, ich plapper schon am frühen Morgen soviel, dabei wollte ich bloss nen Dreizeiler loswerden. Feiern in dem Sinne tu ich nicht, aber geniessen werde ich den freien Tag natürlich, eben weil es ein freier Tag ist ;)

      So und dies sind nur meine eigenen Gedanken zu dem Thema. Und ich hege keinen Anspruch auf politische Korrektheit ;)

      Claudia
      Am 01.01.2008 zurück zur Normalität

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Claudia41“ ()

      Ich wohne ja im sogenannten "Zonenrandgebiet". Beim Mauerfall haben wir spät abends noch versucht mit dem Auto nach Helmstedt zu fahren. Wir wollte auch mal "rüber".

      Ein völlig unmögliches Unterfangen, denn die Autobahn - ehemals Transitstrecke nach West-Berlin - war vollkommen zu. Da ging nichts mehr. Am Samstag abend sind wir - mein damaliger Mann, seine Schwester und ihr türkischer Freund - los und versuchten es über einen kleine Grenzübergang hier im Landkreis. Ich weiß nicht mehr wie viele Stunden wir an der Grenze standen, denn kontrolliert wurde ja nach wie vor. Am Grenzposten angekommen mussten wir tatsächlich ein Tagesvisum für den türkischen Freund kaufen. Das hat mal gedauert und ganz billig (ich meine so um die 20 DM - wir waren alle noch Schüler/Auszubildende) hat es gekostet.

      Im erstbesten Ort haben wir angehalten. Sind in die örtliche Kneipe. Wir waren bestimmt nicht die einzigen "Wessis" dort, wurden aber angesehen wie Aussätzige. Das hatte - meiner Meinung nach - aber etwas damit zu tun, dass sich die "Ossis" scheinbar als Anschauungsobjekte gefühlt haben. Was ich heutzutage auch durchaus nachvollziehen kann. Im Grunde war unser Verhalten eher peinlich zu nennen, denn genau aus dem Grund waren wir da: mal gucken was das für welche sind, die da, im Osten. Und wie die so leben.... Heutzutage find ich mein Verhalten selbst unmöglich.

      Grundsätzlich kann ich aber - als grenznaher Bewohner - sagen, dass das erste Jahr nach der Grenzöffnung hier bei mir im Ort echt ätzend war. Dauerhafter Smog, dauerhafte Sperrung der Supermärkte wegen Ãœberfüllung, jede Woche mehrfache Veranstaltungen auf dem Stadtmarkt mit Verteilung von Obst und Gemüse gegen Ausweis an Ostdeutsche.....

      Zur Grenzöffnung allgemein würde ich sagen, dass da vieles mit heißer Nadel gestrickt wurde und man den Menschen auf beiden Seiten viel zu wenig Zeit gelassen hat, sich erst mal an das "Neue Deutschland" zu gewöhnen.Vor allem habe ich gesehen wie vielen Menschen allein die Möglichkeit alles mögliche (unwichtige) zu kaufen das (finanzielle) Genick gebrochen hat. Ich habe auch gesehen wie viele Menschen von hiesigen Banken gnadenlos übern Tisch gezogen wurden, bei Finanzierungen, Krediten etc. pp. . Jeder musste schlagartig ein neues Auto haben. Zinsen? 10 oder mehr Prozent. Kein Thema.

      Ich hab keine Ahnung wie man es hätte besser machen können, aber der Fall der Mauer hat ganz ganz viele, die zuvor mehr oder weniger glücklich und vor allem GUT gelebt haben, in den Ruin gestürzt. Ich mache den Leuten da keinen Vorwurf. Nur denen, die diese Unwissenheit so gnadenlos ausgenutzt haben, da man schlagartig mal richtig tolle Geschäfte machen konnte. Insbesondere die Autohändler, Versandhäuser, Mediageschäfte....
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      Gestern habe ich mit meinem in Sachsen lebenden Außendienstkollegen gesprochen, er meinte: "so, Ihr feiert morgen, wir haben Volkstrauertag". Diese Sprüche, die wirklich noch häufig zu hören sind, mag ich ganz besonders an unserem vereinigten Deutschland. Auf beiden Seiten übrigens. Jeder 2.. "Wessi" behauptet, er würde eigenhändig Ziegelsteine nach Berlin tragen und viele "Ossis" behaupten: "no, früher war es besser". Oder mache nur ich diese Erfahrung ?

      Darüber hinaus ist mir heute einfach nur nach frei haben, ohne mir große Gedanken darüber zu machen, warum.
      'Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?'
      'Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest', sagte die Katze.

      (Alice im Wunderland)
      Wäre die Mauer damals nicht gefallen, würde ich meinen Freund gar nicht kennen und würde heute auch keinen Besuch von seiner Mutter bekommen.
      Als ich meinen Schatzi kennenlernte (ich wusste dass er ein Ossi ist) stellte sich schnell raus, dass wir guuuuuuuuut miteinander können und machten aus, das wir das Ost/West- Geschwafel einfach sein lassen.
      Wir leben im Hier und Jetzt, lieben uns und sind einfach nur froh zusammensein zu dürfen.
      Anders seine und meine Freundschaften... Auweia. Anfänglich kam es oft vor das ich fassungslos dastand und überlegte, wie ich mich zu mancher negativen Aussage äußern sollte. Aber nach 1,5 Jahren ist das nun überhaupt kein Thema mehr. Im Gegenteil, seine Freunde sind auch meine geworden und umgekehrt.

      Leider kann ich jetzt nicht mehr dazu schreiben...wie gesagt, meine zukünftige Schwiegermutter kommt und muss mal hier ein bisschen was tun. :S
      Ich wohnte damals in Berlin, am Morgen nach der Maueröffnung wurde ich von meinem Mann mit den Worte geweckt: "Walter und Eberhardt sind heute nacht über die Mauer! Die gibt es jetzt nicht mehr, die Grenzen sind offen!" Ich habe es erst geglaubt, als ich die Fernsehbilder sah.

      Ich war dann später logischerweise auf dem Platz vor dem Schöneberger Rathaus (hey, als Studentin konnte ich mir mal eine Vorlesung freinehmen, gelle :D ), habe den gesamten Reden gelauscht und habe dann die Nacht im Wedding verbracht. Dort hatte ich vorher jahrelang in einem Studentenwohnheim direkt neben der Mauer gewohnt und genau dort (Bernauer Straße, falls sich jemand auskennt) wurde in dieser Nacht die Mauer entfernt! Wir standen dort mit hunderten von anderen Menschen die ganze Nacht, bis tatsächlich in den frühen Morgenstunden von Feuerwehr, THW und wem-auch-immer ein Öffnung geschaffen worden war und Menschen so hin und her gehen konnten! Ich habe selten eine emotionalere Nacht mit wildfremden Menschen erlebt! Man hatte jahrelang auf verlassene Häuser nur wenige Meter entfernt geblickt, die Straßenbahn bog immer kurz vor der Mauer (auf der Ostseite) wieder ab in Richtung Alex, es gab diese Bilder und Geschichten an der Mauer, wie sich Menschen beim Mauerbau dort aus den Fenstern gestürzt hatten und nun war alles genau dort offen. Es waren viele ältere Menschen in dieser Nacht dort, die schon dort wohnten, als die Mauer gebaut wurde, und denen liefen tatsächlich Tränen über die Wangen. Ehrlich, mir läuft es immer noch den Rücken herunter, wenn ich an den alten Mann denke, der neben mir stand, um 4.00 Uhr früh, weinte und immer wieder leise sagte: "Nee, det ick dat noch erlebe!"

      Wenn ich heute dort langgehe, sehe ich immer noch die Straßenbahn, die dort langfährt, aber von toter Ecke kann keine Rede mehr sein! Ich glaube, dieser Ossi-Wessi-Kram betrifft letztendlich nur uns "Zwischen-Generation". Die ganz Alten kennen von ihrem Geführ her nur "ein" Deutschland, das mal vorübergehend unrechtmäßig geteilt war und jetzt endlich wieder zusammen ist. Die Jungen kennen nur "ein" Deutschland", das früher mal wohl irgendwie kurzzeitig auseinander war und jetzt wieder ganz normal ist, nur wir Dazwischen-Geborenen, wir sind mit "zwei" Deutschlands aufgewachsen und müssen uns nach wie vor manchmal in die Situation einfinden, dass es tatsächlich nur ein Deutschland gibt. Aber das wird, es wird!
      Herzliche Grüße
      Fefaminz

      Mein freier Wille zählt! Rauchfrei seit dem 12.08.2005
      Ich glaube, ich habe nie zuvor soooo oft und lange vor dem Fernseher gesessen als zu der Zeit vor der Grenzöffnung.

      Mein Mann hat viele Verwandte im Osten und somit hatten wir jedes Jahr mit Besuchstermin festlegen, Visum beantragen und wochenlang darauf warten, zu tun. Unsere Verwandten hatten kein Telefon, so ging das alles nur per Brief, wenn es mal ganz eilig war, gab es die Möglichkeit, ein Telegramm zu schicken. Es war, auch ob des großen Aufwands, immer ein Fest, wenn wir uns trafen. Unser Quartier war immer bei einer Schwester meiner Schwimu. Meine Schwimu, ihre Westschwester mit Mann und wir fuhren immer gemeinsam. Das Auto wurde voll geladen mit Sachen, die es in der DDR nicht oder nur zu völlig überhöhten Preisen gab. Ach, was war das immer eine Freude, die Verwandten zu sehen, nachdem die völlig irre Prozedur an der Grenze endlich vorbei war. Die Restverwandtschaft aus dem Osten kam dann auch immer zu Besuch, teilweise heimlich, die Autos wurden Straßen weiter versteckt, denn einige der Verwandten durften keinen "Westkontakt" haben. Schlimm waren die Abschiede, vor allem für die Schwestern und Brüder, wußte man doch, dass man sich erst in einem halben oder gar einem Jahr erst wieder sah.
      Dann kamen die ersten Meldungen von der Grenzöffnung Ungarn-Österreich und dann die Meldungen und Bilder von den Flüchtlingen in den Botschaften. Es ging jetzt Schlag auf Schlag. Wir hatten panische Angst, dass die Kundgebungen gewaltsam niedergeschlagen werden und hofften doch gleichzeitig, dass nichts derartiges passierte. Das es die DDR in Kürze nicht mehr geben würde, davon träumten wir noch nicht einmal. Als den Flüchtlingen in den Botschaften die Ausreiseerlaubnis durch Genscher überbracht wurde, haben wir schon gejubelt, weil uns allmählich klar wurde, dass das nur der Anfang sein konnte.

      Am Tag der Grenzöffnung kannte unsere Freude keine Grenzen mehr, wir konnten es einfach nicht fassen, dass wir ab jetzt unsere Verwandten besuchen konnten, ohne jemanden um Erlaubnis zu fragen und vor allem, dass sie auch uns besuchen durften.

      Nun sind ja schon etliche Jahre ins Land gegangen. Unseren Verwandten geht es gut, die jungen Leute haben Arbeit bzw. Ausbildungsstellen, die älteren bekommen halt ihre Rente und können gut davon leben. Ich habe von ihnen nie gehört, sie würden sich die Mauer zurück wünschen.
      Viele Grüße von Magie

      Leben ist das, was dir passiert, wenn du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.
      Oh Oh,

      blödes Thema - leidiges Thema, zumindest für mich.

      Ich könnte nach 14 Jahren Wohnen in Deutschlands Osten als "Westureinwohner" inzwischen ein Buch schreiben. :nixweiss

      Meine Eltern waren damals in Ungarn und haben versucht einen Teil unserer Ostverwandschaft rauszuschmuggeln, ich habe das Ganze vom Taunus aus mitkoordiniert, leider sind sie erwischt worden. Ich saß auch beim Mauerfall stundenlang vor dem TV und habe geheult, mir kommen heute immer noch vor Rührung die Tränen, jedoch.......

      Ich konnte es noch nie leiden wenn ein Land, ein Teil eines Landes oder ein bestimmter Menschenschlag in eine Schublade gesteckt wird. Aber leider erlebe ich es seit 1994 hier immer wieder.

      Man sieht oder merkt es mir nicht an, aus welchem Teil Deutschlands ich komme und gerade das macht Viele hier unvorsichtig mit ihren Äußerungen dazu.

      Ihr glaubt es nicht was ich und auch meine Eltern und Kinder für Sprüche über die "bösen und doofen Wessis" anhören darf. Besonders viele meiner Schüler sind damit schon ins Fettnäpfchen getreten. 8)

      Eine Kindergärtnerin sagte damals ganz schockiert zu mir: "Was SIE sind ein Wessi? Das glaube ich aber jetzt nicht, SIE sind doch so nett!" (UNKLAR!!!) :vkopf
      Einmal sagte mir ein Versicherungsmakler, der mich einstellen wollte: "Tut mir leid Frau K. ich wollte Sie so gerne einstellen aber die Sparkasse bei der ich hier Untermieter bin hat gesagt: "Du wirst doch nicht den Wessi einstellen!?" Unnötig zu erklären, dass ich bei DEM Verein NIE ein Konto eröffnen werde, nicht wahr?!
      Es gibt etliche Geschichten, die ich dazu erzählen könnte. Vielleicht liegt das aber nur hier, an der ehemaligen grenznahen Region?

      Ich hasse das - warum muss ICH die Generation sein, die Fefaminz beschrieben hat, aber ich wäre da mal nicht so sicher, dass wir die letzte Generation sind.

      Meine Tochter kam einmal ganz entrüstet nach Hause, ihre damals beste Freundin hatte gesagt: "Wessis sind alle Arschlöcher", auf die Frage meiner Tochter, ob Marie (so hieß ihre Freundin) denn welche kenne, sagte Marie: "Nee, aber mein Opa sagt das, der kennt welche". Da waren die Mädels 15 Jahre alt. :vkopf

      NA TOLL! Züchtet nur den Hass weiter!

      Ich habe ihn Cham beim Unterrichten eine ganz liebe Frau aus Chemnitz kennengelernt die schon 12 Jahre dort lebt, sie sagt: "Also hier habe ich noch nie doofe Sprüche gegen Ossis gehört". Ähnliches höre ich auch von anderen, die im Westen leben. Wie ist das bei euch? Würde mich echt mal interessieren!

      Den Spruch über Mauerwiederaufbau habe ich schon oft gehört aber irgendwie wird dann immer angehängt: "Naja aber so ein paar Sachen könnten schon bleiben". :rolleyes

      Klar habe ich hier supergute Freunde und meine beste Freundin und ich bekoffern uns gelegentlich schon mal mit Sprüchen wie: "Doofer Ossi, blöde Wessikuh" aber wir wissen beide wie das gemeint ist. Wehe ein anderer würde das versuchen! :mua

      Achso und nur so als Anmerkung, meine Papa ist in der Freiberger Gegend geboren, meine Mama in Frankfurt (NEIN - am Main - nicht an der Oder!) Ich bin theoretisch 50/50.

      Mein Sohn, seines Zeichens WESTdeutscher (ist das nicht bekloppt sowas zu schreiben? :rolleyes ) und OSTküsten Amerikaner hat eine ganz süße und liebe Freundin hier, OSTdeutsche pur wohlgemerkt, meine Tochter - mit der gleichen Herkunft wie mein Sohn ( :rolleyes ) hat einen ganz lieben und ganz netten Freund - auch Ostdeutscher pur!

      Hier verwischen sich auch SCHON WIEDER die Grenzen und ich bin mal gespannt wie meine Enkelkinder eines Tages über die Angelegenheit reden werden, echt!

      Leider haben die Bezeichnungen OSSI/WESSI für mich inzwischen einen bitteren Beigeschmack und werden in meinem Kopf als Schimpfwörter geführt. Echt blöd und schade dass! :meinung

      Also ich finde den Feiertag blöd und finde er sollte zur Strafe für andauernde Doofsprüche abgeschafft werden! pfftttt :offended

      Ach und übrigens ICH bin Deutsche, nicht mehr und nicht weniger und ich bin froh darüber. Wäre ich in einem anderen Land geboren :nixweiss na und? Dann würde ich vermutlich genauso darüber denken!
      Ich sag mal so: die Ostdeutschen konnten damals nichts dafür, dass sie im Osten des Landes lebten. Aber: der Rest von Deutschland konnte erst recht nichts dafür. Und als das Land mit der Brechstange wieder vereint wurde und die erste Euphorie vorbei war, da merkten viele, hier wie dort, wie unterschiedlich wir in diesen Jahrzehnten doch geworden sind. Leider sind diese Unterschiede bis heute nicht vorbei.

      Was Chili da beschreibt tut mir in der Seele weh und es zeigt wieviele Betonköpfe es eben nicht nur unter den Westdeutschen gibt! Hier wie dort hatten wir keine Wahl. Wir wurden ohne Vorbereitung wieder ein Land! Ob wir das wollten oder nicht.

      Aber, so ist es nun einmal. Wir sind wieder ein Deutschland und anstatt endlich mal alle zusammen an einem Strang zu ziehen, hauen sich "Wessis" und "Ossis" lieber weiter den Kopp ein. Das ist so schön bequem und man braucht sich dann über eventuelle Lösungen keinen Kopp machen. Vielleicht sind wir doch gar nicht sooo unterschiedlich wie wir immer glauben. Aber wir bemühen uns nicht, es herauszufinden. Die Vorurteile sind einfach viel zu gewaltig. Was Chili beschreibt kenne ich auch, nicht ganz so krass, aber auch mir haben Ostdeutsche schon gesagt, dass sie am liebsten wieder ihren "Schutzraum" zurück hätten! Mit allen Konsequenzen.

      Aber ich kann auch die Westdeutschen verstehen, die es einfach nicht mehr einsehen, einen "Solibeitrag" jeden Monat von ihrem Lohn abgezogen zu bekommen und dann nur Hähme dafür zu ernten.

      Die verlogenen Feiern zu diesem Tage ziehe ich mir seit eh und je nicht rein. Das überlasse ich den, in meinen Augen, ebenso verlogenen Politikern! Ich begrüße einfach nur den freien Tag.

      In diesem Sinne

      Claudia
      Am 01.01.2008 zurück zur Normalität

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Claudia41“ ()

      Mag sein, dass ich mich jetzt auch ein wenig "unbeliebt" mache...

      Aber so einfach, wie Fefa das schreibt, mit der Mittelgeneration, ist das nicht.

      Mein Sohn z. B. wächst mit den Sprüchen der Ossi/Wessi Gemeinde auf. Hüben wie drüben sind die jeweils anderen die Bösen.

      Ich war nun viele Jahre mit einem "Ossi" zusammen. Wann immer ich dort war - und im Grunde war ich gern da - war ich nur Anfangs nur die olle Wessi-Braut. Auf Feiern, als ich denn noch welche besuchte, hat man mich das auch häufiger spüren lassen. Konsequenz: ich hielt mich einfach fern.

      Umgekehrt war es genauso. Mein Ex durfte sich auch reichliche Ossi-Sprüche anhören. Das war bisweilen schon stark an der Schmerzgrenze. Selbst für mich.

      Im Resumee würde ich sagen, dass die Generation - vielleicht schon meiner Enkel - das Ost-West nicht mehr so sehen. Aber solange die jeweiligen Bewohner des einen oder anderen "Teil Deutschland" die Sprüche von sich geben, davon überzeugt sind, dass Wessis nur konsumgeil und Ossis nur arbeitsfaul sind (um zwei der üblichen Phrasen zu nennen), und dies auch ihren Kindern genau so vermitteln (und es ist hier, Ex-Grenznah definitiv so!), solange wird sich gar nichts ändern.

      Da nehmen sich meiner Meinung nach beide Seiten nichts. Wobei ich die Arroganz und Dreistigkeit der Bevölkerung jenseits der Mauer zum Teil wirklich hassen gelernt habe. Mit welcher Hingabe heute noch "gefordert" wird hat mich immer wieder vollkommen erstaunt. Ein verbrieftes Recht auf ein besseres Leben, egal auf welche Kosten. Und überhaupt war früher alles besser.

      Ich will aber nicht alle gleich stellen. Ich kann nur über die sprechen, die ich selbst kenne. Und voreingenommen bin ich mit Sicherheit auch. Aber so sehen auch Realitäten aus. Dennoch will ich keinesfalls die Mauer zurück. Da denke ich schon immer noch "Wir werden ein Volk" - mag es auch dauern.
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      Wegen Schelmines Anstoß, habe ich das Thema umbenannt. Ich bin auch recht überrecht, dass es eine rege Beteiligung hervorgerufen hat. Ich selbst habe am sehr frühen Morgen nichts dazu geschrieben, weil ich eigentlich schon längst im Bett sein wollte , mir aber spontan bewusst wurde, was für ein Tag heute ist und hoffte, jemand aus dem Forum interessierte sich ebenfalls dafür.

      Da ich jetzt leider keine Zeit habe, werde ich morgen mal meine Sichtweise schildern - die von drüben :P
      Liebe Grüße von der ollen Seekuh :zopf
      Ich war 15. Es wurde unruhig im Land. Demos kannte man ja. Aber das hatte irgendwie anderen Charakter. Es sah schön aus, Fackeln, viele Menschen fanden spontan zusammen. Wir saßen zu Hause vor der Glotze. Zu der Zeit hatte ich mit Politik nichts am Hut. Man wusste zwar, dass es die Stasi gab (das waren die Männer, die am 1. Mai immer mit Anzug und Knopf im Ohr am Straßenrand die Fähnchenschwenker beobachteten), aber was das eigentlich für eine Organisation war, davon hatte ich doch keine Ahnung.

      Als die Mauer geöffnet wurde, war ich gerade Anfang 10. Klasse. Es war irgendwie eine Nacht- und Nebelaktion. Am Tag danach war die Klasse nicht vollständig besetzt. Hätte ja sein können, die Oberen überlegten sich es noch einmal.

      Für mich stand fest, ich wollte Lehrerin für Mathe und Musik der Klassen 1-4 werden. Nun kam aber alles anders. Plötzlich brauchte man dafür Abitur. Das durften nur ausgesuchte Schüler mit sehr gutem Notenstand. Also ungefähr 1,2 oder so. Meiner war 2,0. Bis wann darf man eigentlich heute???? Also bewarb ich mich gleich Anfang der 11. Auf einen sicheren Job. Die 11. hab ich mit einem super Zeugnis abgeschlossen und ärger mich heute ein wenig. Aber eigentlich gebraucht habe ich es nicht. Jedenfalls habe ich heute zwei abgeschlossene Berufsausbildungen, hatte nur 2 Wochen Arbeitslosigkeit zu überbrücken und mache heute einen Job, den ich ohne Wende nie gemacht hätte. Wir sind übrigens ne Ostpflanze, ne Schwäbin und mein Chef ist ein Bayer. Unterschiede merkt man schon. Und die Grenzen sind im Kopf bei mir in soweit vorhanden, dass ich weiß, wo sie war. Ich halte mich eher im Ostteil auf – warum, keine Ahnung.

      Ich finde es schön, wenn die Generation nach mir nicht mehr genau weiß, wie das war, damit die Grenzen in den Köpfen verschwinden. Ost und West ist doch eine Soße. Haben Nord und Süd denn miteinander Probleme – eher nicht. Aber wenn ich ehrlich bin, es gibt immer jemanden, der sich mit jemanden anderen nicht verträgt: Warum machen wir das auf Ost/West fest. Ich persönlich habe auch eine gewisse Nation in einen Topp gehaun. Ich weiß auch, dass es ungerecht ist. Aber ein Job ließ mich gewisse Erfahrungen machen, die meine Einstellung prägten. Und das gebe ich auch noch weiter. Genauso wird das mit den Ossi-Wessi-Geschichten gemacht (wobei ich eigentlich immer dachte, wir Ossis wären fleißig???).
      Jedenfalls hat meine Familien ganz gut Glück gehabt. Alle gehen arbeiten und der eine oder andere verdient auch nicht schlecht. Es gibt sogar ein Beispiel, die sehr gut von Papa Staat lebt und auch recht schnell gelernt hat, was wann wo für einen rauszuschlagen ist. Man ist aber mehr auf sich selbst gestellt. Und es gibt eine Dreiklassengesellschaft – die Oberen, die Mittelschicht und die, die man schon abgeschrieben hat. Das entspricht nicht meinem Gerechtigkeitssinn. Und egal was man wählt (man hat ja heute mehr Auswahl), ändern tut sich nichts. Die Lobbyisten beherrschen das System und egal welche Partei.

      Wer aber daran zu knabbern hat, das ist die ältere Generation. Die, die relativ alleine gelassen wurden. Arbeitslosigkeit kannten wir nicht. Dass man die Miete nicht bezahlen kann, sehen muss, wie man Essen auf den Tisch bekam. Jetzt gab es zwar alles, aber wieder nicht für alle. Dass die sich dann in alte Zeiten zurückerinnern, kann ich ganz gut nachvollziehen. Wenn man keine Probleme mit dem System hatte, sich ordentlich eingefügt hatte, war doch alles gut. Ich wusste nichts von Aushorchungen, Familientrennungen, Folter und Drangselei. Ich hatte eine super Schulausbildung und Betreuung. Und das schon seit der Kinderkrippe, kostenlos, für jedermann.

      Ich wünsche mir nichts zurück – aber es war nicht alles schlecht.

      Ich mag keine langen Texte, weil man sich da manchmal durchquälen muss. Meisten breche ich ab. Aber dieser ging nicht kürzer und hätte auf jeden Fall länger werden können.
      Liebe Grüße von der ollen Seekuh :zopf
      Nach dem Mauerfall gab es auch vereinzelte Vorstellungen den Osten eigenständig zu lassen - nur halt nicht unter Vorherrschaft einer einzigen miesen Partei.
      Fand ich damals gar nicht so verkehrt.
      Nun ja, die Frage stellte sich bald ja schon nicht mehr und heute ist es so, wie es gekommen ist. In den Osten wurde Aufbauhilfe gesteckt - nicht ohne die üblichen Schmiergelderaffairen und finanziellen Bereicherungen einzelner Wirtschaftsganoven. Das Ostgehalt an das eines Arbeiters im Westen anzugleichen ist ihnen aber nach all den Jahren immer noch nicht geglückt - auch wenn es lange nicht mehr überall so günstg ist, wie zu Umbruchszeiten.

      Ich habe einige nette neue Menschen aus der ehem. DDR kennengelernt und bin immer noch froh um das Ereignis Mauerfall. Der deutsche Film wurde übrigens enorm durch Schauspieler und Themen aus dem Osten bereichert! Arschlöcher gibt es übrigens in alle Himmelsrichtungen. Einzig die Anhäufung von Faschos in einigen ostdeutschen Orten macht mir pers. Angst, so dass ich nie dorthin ziehen möchte.
      Was den armen Osten betrifft, mit seiner hohen Arbeitslosigkeit...
      Nun, ich wohne im Saarland, dass (mal abgesehen vom expandierendem Prestigeobjekt Berlin) soviel ich weiß das ärmste aller Bundesländer ist. Hier ist die Arbeitslosigkeit doch keinen Stratz geringer - und politisches Anhängsel sind wir doch eh.
      Gut - der Vergleich zum Osten mag ja seine Berechtigung haben. Honnecker war ja auch Saarländer. Warum sollte es uns daher besser gehen. Und Peter Hartz kam auch von hier - daher sollte uns die häufige Anwendung von Hartz IV ja doch schon ehren, nicht? Und Lafontaine ist ja jetzt der Vorzeigelinke von der Saar. ;)
      Dass die einen sagen, sie würden die Mauer gerne wieder aufbauen (was ein Scheißgedanke - die haben doch überhaupt keine Ahnung, was sie da sagen) und die anderen, dass in der DDR früher auch nicht alles schlecht war... - klar wars das nicht, die Einwohner waren ja auch keine Piafras - find ich sowas von peinlich.
      In Filmen wie "Good bye, Lenin" oder "Das Leben der anderen" bekomme ich immer das Gefühl, dass es in der DDR genau so ausgesehen hat, wie früher bei mir zu Hause auch - nur war das 20 Jahre zuvor. Ich werd da auch nostalgisch und denk mir, dass man mit weniger Hitec früher ebenso glücklich sein konnte. Aber die Realität sah ja dann doch so aus, dass die Stasi überall war, dass es Staatsterror gab, Berufsverbote, Mauerschüsse einen miesen Lebensstandart (wie lange musste man im Schnitt auf ein Telefon oder ein Auto warten?) und die Volksbevormundung durch einer senile, aber gefährliche Partei.

      Aber was will ich eigentlich damit sagen?
      Das Geschiss um die Wiedervereinigung geht mir auf die Nerven. Da hat ein Land in seiner Geschichte mal eine echte menschliche Leistung vollbracht - ansonsten nur Kriege - da zerstört es sich genau diesen Erfolg im Lauf der Jahre durch miese Gedanken. Wir sind wieder ein Land und sollten uns endlich mal auch dementsprechend verhalten. Oder brauchen wir nochmal 18 Jahre?
      Und was es betrifft, wie sich der Westen anfangs an den "Ossis" belustigt hat (Dialekt, Konsumverhalten) Schaut euch mal manche Deutsche im Urlaub auf Malle und Co an. Genug Stoff für 50 Komödien.

      Burki schrieb:

      dass in der DDR früher auch nicht alles schlecht war... - klar wars das nicht, die Einwohner waren ja auch keine Piafras - find ich sowas von peinlich.

      Sorry Burki, aber dann bin ich gern peinlich. Ich sage, dass nicht alles schlecht war. Mir ging es gut. Wir wurden nicht verfolgt, drangsaliert und waren auch nicht bei der Stasi (das sagt vielleicht jeder, aber egal). Ich sage ja damit nicht, dass ich die DDR wiederhaben möchte - um himmels Willen. Aber wir hatten eine gute Kinderbetreuung, Schulausbildung - und dann gingen die Probleme mitunter los. Dass man nicht das erlernen konnte, was man wollte zum Beispiel. Aber ich kann ehrlich nicht sagen, dass alles schlecht war - sorry. Und wenn das PEINLICH für dich ist - auch gut.
      Liebe Grüße von der ollen Seekuh :zopf
      Das war vielleicht ein bisschen unglücklich formuliert. Klar kannst du sagen, dass früher oder in der DDR oder sonstwo nicht alles schlecht war.

      Ich meinte es in Bezug auf den ausgesprochenen oder nicht ausgesprochenen Gedanken, dass es die DDR besser wieder gäbe - das find ich peinlich - wenn man sich ein totalitäres System wieder her wünscht, weil man mit der Gegenwart nicht klar kommt.
      Erinnert mich an meine Mutter, die auch immer sagt, dass bei Hitler ja auch nicht alles schlecht war - auch mit üblem Hintergedanken.

      Burki schrieb:

      Nach dem Mauerfall gab es auch vereinzelte Vorstellungen den Osten eigenständig zu lassen - nur halt nicht unter Vorherrschaft einer einzigen miesen Partei.
      Fand ich damals gar nicht so verkehrt.

      Ich auch nicht. Aber das waren wirklich sehr vereinzelte Vorstellungen von ein paar Träumern. Durchgesetzt haben sich die, denen es - nicht unbedingt aus Nächstenliebe - gar nicht schnell genug gehen konnte mit der Vereinigung. Ich fand und finde den Begriff "Landnahme" sehr treffend für das, was sich da abspielte. Der Prozeß wurde immer weiter beschleunigt. Die erste freie Volkskammerwahl sollte erst im September stattfinden, war dann aber schon im März, und der frühe Vereinigungstermin sollte ja vielleicht auch verhindern, daß die DDR noch einen weiteren Jahrestag erlebt. :mua

      heute ist es so, wie es gekommen ist.

      Ja - wobei wie gesagt einige dafür gesorgt haben, daß es so gekommen ist. Neben dem fetten Beutezug in Neufünfland haben ja auch die Verhältnisse in ganz Deutschland geändert. Durch den Wegfall des Systemwettstreits konnte der Kapitalismus endlich sein soziales Deckmäntelchen fallenlassen und seine häßliche Fratze zeigen.

      Das Ostgehalt an das eines Arbeiters im Westen anzugleichen ist ihnen aber nach all den Jahren immer noch nicht geglückt.

      Wer ist mit "ihnen" gemeint? Die Wirtschaftsganoven? Die streben das auch gar nicht an. :devil (Schbässle, weiß schon wie's gemeint war. ;-)) Daran wird aber auch immer sehr schön deutlich, wie verlogen die Behauptung der "Wirtschaftsexperten" ist, die Arbeitslosigkeit sei durch zu hohe Löhne verursacht. Denn wenn dem so wäre, müßte die innerdeutsche Migration ja heftigst von West nach Ost verlaufen und nicht umgekehrt, und die "blühenden Landschaften" wären längst Realität.

      Ich will die Mauer gewiß nicht wiederhaben. Aber da ist viel besch ... gelaufen, und das hält mich davon ab, mir das offizielle Gedöns am 3. Oktober anzutun. Der freie Tag ist OK. :D

      Unser Wissen ist ein kritisches Raten; ein Netz von Hypothesen; ein Gewebe von Vermutungen!
      Karl Popper