Ich weiß nicht mehr, was ich lesen soll

      Ich bin so gut wie fertig mit Stephen Kings "Der Outsider". Und zwar in jeder Hinsicht :S :wacko:

      Nachdem ich die Rezensionen gelesen hatte, war ich mir schon fast unsicher, ob ich das Buch wirklich lesen möchte.
      Beängstigender als ES? Horror vom Feinsten? Mir war etwas mulmig.
      Die große Spannung entstand bei mir aber eher aus der Erwartung, WANN es denn nun endlich los gehen würde.
      Ernüchtert stellte ich fest, dass die ersten 60% sich lesen wie ein ganz normaler Krimi ohne besonders großen Spannungsbogen, und so ganz allmählich und sacht kam dann mal etwas "Übernatürliches" ins Spiel.
      Aber auch hier: nichts neues, keine Spannung, und unheimlich oder angsteinflößend schon gar nicht.
      Ganz bestimmt ein gut geschriebener Roman, gar keine Frage, aber von Spannung oder gar Horror keine Spur.
      Da es ein recht umfangreiches Buch ist, hatte ich mir zur kindle-Ausgabe auch noch das Hörbuch gegönnt; hier funktionierte dann die Synchronisation nicht, so dass ich im Buch dann auch noch immer die Stelle wieder suchen musste, an der ich zuletzt gehört hatte.
      Alles in allem eine Ausgabe, die ich etwas bereue, da ich für gleiches Geld sicher 2-3 richtig spannende Bücher hätte bekommen können.

      Jetzt muss ich erstmal in mich gehen, was ich als nächstes lese.

      Hat schon jemand "Neujahr" von Juli Zeh gelesen?

      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf
      Ich lese ja gerne so medizinisches Zeug. Zur Zeit "Darüber spricht man nicht" von Dr. Yael Adler. Super interessant die Dinge über die man nicht spricht,
      wie sich entstehen, wie man sie annimmt oder auch nicht, wie sie in Zusammenhang mit Ernährung, Hygiene, Lebensumständen stehen. Schön und sehr gut verständlich geschrieben.
      Eines Tages wird man über mich sagen:
      "Wer?"
      Horrormäßig fand ich das Buch auch nicht, witzigerweise hatte ich es erst als Krimi gelesen und mir wurde erst nach und nach bewusst, dass es keine natürliche Erklärung für die Vorfälle geben würde.

      Schelmine schrieb:

      Jetzt muss ich erstmal in mich gehen, was ich als nächstes lese.


      Ich empfehle wirklich "Der blinde Mörder", kannst dir ja eine Leseprobe holen und schauen, ob es dir zusagt.

      "Kanada, in den 1930er Jahren: Laura, fünfzehnjährige Tochter eines Fabrikanten, verfällt einem Gewerkschaftsagitator. Doch auch für ihre Schwester Iris verkörpert er das romantische Ideal eines Mannes. Als Laura von seinem Tod erfährt, begeht sie Selbstmord. Zurück bleibt ein Manuskript mit dem Titel »Der blinde Mörder«, das Laura postum berühmt macht. Aber ist sie wirklich die Autorin? Iris versucht Jahre später, sich rückblickend Klarheit über die Geschehnisse zu verschaffen."

      Am Anfang ist das Buch ziemlich verwirrend, weil es 4 Erzählstränge gibt (deshalb ist es wichtig, zu wissen, worum es in diesem Buch im Großen und Ganzen geht) , inkl. einer fiktiven brutalen Fantasygeschichte auf Groschenromanniveau, die aber auch einen Platz und Sinn in diesem Buch hat (auch wenn das Lesen dieses Teil manchmal wehtat).

      Das Buch ist eigentlich traurig, aber ich fand es ausgesprochen großartig geschrieben, die "krankenhausflurgrünen" Kleider hatte ich ja schon erwähnt. Hier ein weiteres Zitat über einen Vorfall, bei dem ein Auto im Jahr 1945 von einer Brücke stürzt:

      "Woran hatte sie gedacht, als das Auto von der Brücke segelte und im nachmittäglichen Sonnenlicht schwebte, glitzernd wie eine Libelle in einem Atemanhalten vor dem Sturz?"

      Habt ihr da nicht auch sofort ein Bild vor den Augen? So ging es mir die ganze Zeit im Buch, es ist einfach außerordentlich bildhaft. Ich habe mich beim Lesen die ganze Zeit über die schöne Sprache gefreut... ;)

      Das Buch ist in der Times Liste der 100 besten englischsprachigen Bücher des letzten Jahrhunderts.
      de.wikipedia.org/wiki/Time-Aus…_Romane_von_1923_bis_2005
      Don't speak unless you can improve the silence.

      lagarto schrieb:

      Und dann gucke ich jedes Jahr in die Long LIst und Short List für den Deutschen Buchpreis, weil ich mir denke, ich muss auch mal was mit Anspruch lesen und Bücher, die für so einen wichtigen Preis vorgeschlagen sind, können ja nicht schlecht sein. Jedes Jahr suche ich mir ein Buch raus (nicht notwendigerweise den Gewinner), das von der Beschreibung und Thematik interessant klingt. Und jedesmal langweile ich mich durch das ganze Buch oder ich lege es irgendwann weg, weil entweder dann doch zu langweilig ist oder sogar gar nicht lesbar für mich.


      ;( Ist mir schon wieder passiert. Ich hatte mich für "Gott der Barbaren" entschieden von Stephan Thome. Es fing so vielvesprechend an, alles was ich mag: interessante Figuren, exotischer Schauplatz, historischer (wahrer) Hintergrund, übergeordnetes Thema mit aktuellem Bezug. Aber dann verzettelt es sich so dermaßen, dass es kaum zu fassen ist. Der Hauptprotagonist am Anfang verliert völlig an Bedeutung, dem Buch entweicht sämtlicher roter Faden. Ich habe bestimmt fünf Sechstel der Schwarte gelesen und dann doch aufgegeben ... Schade. Ich habe langsam eine Longlist von Shortlist-Büchern des Deutschen Buchpreises, die überhaupt nicht lesbar sind.

      Ich suche also auch wieder dringend Lesestoff. Schön, dass der Thread gerade mal wieder aufgepoppt ist und ich ein bisschen darin stöbern kann. Danke ^^
      rauchfrei seit 17.01.2008 / Umwege erhöhen die Ortskenntnis

      Hanni schrieb:

      Ich empfehle wirklich "Der blinde Mörder", kannst dir ja eine Leseprobe holen und schauen, ob es dir zusagt.


      Ich liebäugel damit und habe mir eine Leseprobe geholt. ABER: es sind fast 700 Seiten und ich lese verhältnismäßig wenig und offenbar auch langsam (auf jeden Fall brauche ich immer länger als bei den Ebooks angegeben).
      Schön wäre es gewesen, wenn ich wieder die Kombination kindle/Hörbuch hätte wählen können, aber leider gibt es das nicht als Hörbuch.
      Ich finde es nämlich derzeit sehr angenehm, beim Stricken ein Hörbuch zu hören.
      Mal sehen, wie ich in die Leseprobe so rein komme.

      Alternativ habe ich derzeit Lust, "The Green Mile" zu lesen, das kenne ich nämlich nur als Film, aber es ist schon wieder so lange her, dass ich den gesehen habe, dass ich mich kaum noch erinnern kann. Insofern wäre es interessant, jetzt mal das Buch zu lesen. Ginge natürlich auch als Hörbuch, aber für 2 Bücher parallel UND noch diverse Serien bin ich eindeutig zu alt, da geht am Ende alles durcheinander.
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf
      Gerade bei Amazon gesehen:

      Die Farbe von Milch gibt es gerade für 4,99 Euro fürs kindle. Mir hat das Buch (beklemmend und schockierend, wie es war) gut gefallen, aber es war zu der Zeit sehr wenig Buch für verhältnismäßig viel Geld.
      Vielleicht lohnt es sich ja für den einen oder anderen Leser hier, der/die es noch nicht hat.
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf

      Schelmine schrieb:

      Hat schon jemand "Neujahr" von Juli Zeh gelesen?


      So, ich jetzt. :D Als Hörbuch allerdings. Eine Hälfte neulich mal beim Stricken und heute beim Putzen den Rest. Und es hat mich irgendwann so gepackt, dass ich freiwillig mehr geputzt habe als ich wollte, damit ich es durch kriege.
      Das ist jetzt mein drittes Buch von Juli Zeh (Unterleuten und Leere Herzen habe ich schon gelesen) und hat mir mit Abstand am besten gefallen, aber natürlich ist das halt immer so eine Sache, welchen Nerv es gerade trifft.
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf
      Ich rate davon ab. Eins der blödesten Bücher, dass ich jemals gelesen habe.

      Die Tour mit dem Fahrrad ging ja noch, aber danach die Kinderperspektive über Seiten und Seiten, das war echt nicht zu ertragen.

      Bin gespannt, ob es jemand gefällt und falls ja, warum.
      Gruß von Donna
      Youth is wasted on the Young.
      Ich überlege gerade, ob es anders gewesen wäre, wenn ich es gelesen, und nicht gehört hätte. Vielleicht. Geht mir inzwischen bei einigen Büchern so, dass ich mich schwer tue, sie zu lesen, aber als Hörbuch geht es gut und umgekehrt.
      Ich fand es spannend und mir ist die "Kinderperspektive" gar nicht so sehr aufgefallen. Ich wollte einfach nur wissen, ob und wie es sich löst.
      Während ich Unterleuten und Leere Herzen streckenweise langatmig und trocken fand, hat mich dieses Buch mehr gepackt.

      Schon spannend, wie unterschiedlich man das empfinden kann.

      Direkt im Anschluß habe ich "Wie man die Zeit anhält " als Hörbuch angefangen (gelesen von Christoph Maria Herbst), das gefällt mir bis jetzt ganz gut, aber da bin ich noch am Anfang.
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf