Berufsleben und danach ...

      Berufsleben und danach ...

      Hallo Ihr,

      wie ich im "Guten Morgen liebe Foris" schon geschrieben habe, stehe ich mit Mitte/Ende 40 vor einer beruflichen Entscheidung, die mir nicht leicht fällt:

      - neuer, sicherer Job im öffentlichen Dienst, der mich bis zur Rente durchbringt, mit einem interessanten Aufgabenfeld, aber (gemessen an meiner Qualifikation) nicht so richtig gut bezahlt oder
      - in meinem bisherigen Job bleiben, der ziemlich gut bezahlt ist, Dienstwagen und zip und zap, aber in einem kleinen, inhabergeführten Unternehmen, wo man nie weiß, ob es immer gut laufen wird.

      Neben der ganz grundsätzlichen Entscheidung ist es auch so, dass mir die Düse geht, weil ich mich frage, wie es wohl ist, sich in ein neues berufliches Umfeld zu begeben. Ich habe das zum letzten mal vor ca 20 Jahren gemacht. Ich bin wohl nicht so für Veränderungen ....

      Wie ist das bei Euch so mit dem Berufsleben? Besonders auch bei denen, die auch nicht mehr so ganz jung sind:

      - Macht Ihr Euch Gedanken über die berufliche Zukunft? Denkt ihr über sowas vielleicht gar nicht nach?
      - Habt Ihr in der Vergangenheit Eure Karrieren strategisch geplant oder seid Ihr einfach immer Euren Interessen nachgegangen? Oder hat sich das sogar glücklicherweise ergänzt? Oder ist es einfach immer irgendwie so vorwärts (oder rückwärts) gegangen, weil das Leben und so....
      - Kennt Ihr Zukunftsängste? Fühlt Ihr Euch sicher, weil Ihr in einem supergesuchten technischen Beruf arbeitet, wo ihr jederzeit einen Job findet und das Gehalt quasi selbst bestimmen könnt oder arbeitet ihr eher in einem Bereich, wo man so ein bisschen bange in die Zukunft schauen muss? Oder habt vielleicht gar keinen Job und die Suche gestaltet sich schwierig?
      - Wie lange wollt Ihr arbeiten? Wie lange müsst ihr arbeiten, um im Alter auf der sicheren Seite zu sein?
      - Betreibt Ihr Altersvorsorge? Oder ist das etwas, für das Ihr gar keine Mittel oder Gelegenheit habt, weil es eher so von der Hand in den Mund geht?

      Oder ist bei Euch sowieso alles ganz anders?

      Mich treibt gerade die Frage nach dem Jobwechsel um, aber ich denke auch sonst schon mal so in die Zukunft. Wie ist das bei Euch?

      LG, Lag.
      rauchfrei seit 17.01.2008 / Bewegen Sie den Mauszeiger durch den Nebel und schmutzigen Luft

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „lagarto“ ()

      Ha, schön wärs, wenn ich das alles so selbst in der Hand gehabt hätte, wie ich mir das heute -so rückblickend- wünschen würde.
      Aber irgendwie ist das Leben so an mir vorbei gerauscht, mal links, mal rechts überholend, während ich eigentlich ganz andere Pläne hatte.

      Da waren sehr früh die Kinder, die nur Nebentätigkeiten erlaubten, Scheidung, die weitere Probleme mit sich brachte, Selbständigkeit, um niemanden auf der Tasche zu liegen, die aber nur von der Hand in den Mund reichte.
      Keine Ausbildung, und somit ein ganz, ganz langsames berappeln, kämpfen, auf die Klappe fallen, wieder aufstehen etc. Fast so krass wie bei manchen der Rauchstopp :mua

      In der Zeit, in der ich Kunst gemacht habe, war ich glücklicherweise in der Künstlersozialkasse, aber das und mein Job seitdem wird neben dem Versorgungsausgleich meinen Poppes im Rentenalter nicht retten, da werde ich mich wohl mit sehr, sehr wenig zufrieden geben müssen.

      Und auch jetzt: da sind immer mal wieder Kinder, die Unterstützung brauchen, Enkelkinder und Dinge, die einfach mal angeschafft werden müssen, zudem wohnen wir zur Miete, weil es für Eigentum nie gereicht hat. Viel verdiene ich nach wie vor nicht, obwohl ich bei uns in der Firma schon den zweithöchsten Job habe, den man überhaupt erreichen kann. Ich befürchte dennoch, dass die Reinigungskraft, die unsere Räume sauber macht, mehr verdient.

      Insofern bin ich einfach darauf eingestellt, später mal in eine deutlich preisgünstigere Wohnung ziehen zu müssen und mich einzuschränken, wichtiger ist mir gerade deswegen eine innere Zufriedenheit und mein soziales Umfeld.

      Beabsichtigt war das so nie und ich habe auch nicht blauäugig in den Tag gelebt, sondern ich konnte aus dem Blatt, das mir das Leben in die Hand gegeben hat, einfach nicht mehr machen. Und ich habe schon verdammt gut gespielt :)

      Zu deiner Frage: die Sicherheit würde mich stark reizen, und neben der Geldfrage vor allem: würde es dir Spaß machen? Wie ist das Arbeitsklima? Kannst du dir vorstellen, dass noch 15-20 Jahre zu machen?
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      "In einer Beziehung hat immer eine Person recht und die andere Person ist männlich!"
      :gap
      Ich bin schon immer im öffentlichen Dienst (Angestellter in einer Stadtverwaltung). Mein Verdienst ist sicher im Vergleich zur Privatwirtschaft geringer, aber es reicht. Mir macht der Job auch Spaß, habe ein gutes Kollegium und Sorgen um meine Zukunft muss ich mir nicht machen. Das hat schon was....
      Wo habe ich nur meine Signatur hingelegt?
      In einem theoretischen Paralleluniversum, in dem Sicherheit keine Rolle spielt, würde ich an deiner Stelle wohl da bleiben, wo du bist. Aus dem Bauch heraus. Aber eigentlich ist das zu wenig Info, um dir wirklich raten zu können.

      Was ich arbeite, wisst ihr ja. Ich bin da so reingeschlittert, ich wollte das im Leben nie machen und habe nur Referendariat gemacht, um nach dem Studium noch so etwas wie eine echte Berufsausbildung zu haben. Und dann hat es mir so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin. Ich habe maximale Sicherheit, obwohl ich nicht verbeamtet wurde und das, was ich verdiene, ist so, dass es mir oft die Schamesröte ins Gesicht treibt, wenn ich daran denke, wie wenig andere Menschen für echt härtere Arbeit nach Hause tragen.

      Ich hab die Arbeit immer geliebt, aber in letzter Zeit erwische ich mich dabei, dass ich mich langweile, aus dem Fenster schaue und die Minuten bis zum Gong zähle. Und dann wünsche ich mir, dass mir noch ein zündender Gedanke kommt, was ich die nächsten Jahre noch alternativ tun könnte.

      Und dann denke ich wieder, dass ich ziemlich viele Kinder habe, die ich noch ziemlich lange Jahre finanziell unterstützen muss.

      ich will arbeiten solange es geht. In meinem Fall solange meine Augen noch mitmachen. Ich habe keine Ahnung, wie lange das noch gutgeht. Meine Rentenbescheide treiben mir die Tränen in die Augen, ich habe vielleicht die Hälfe der fetten Pensionen, die meine Kollegen mal nach Hause tragen werden. Ich hab noch eine kleine Zusatzrente und natürlich ge-riestert, aber ich will gar nicht wissen, wie wenig dabei rumkommt.
      Und ich habe einen selbständigen Mann, da sieht es mit einer Rente auch
      nicht rosig aus.

      Aber wir haben ein demnächst abbezahltes Haus und wir werden - hoffentlich in ferner Zeit - erben. Das beruhigt bisschen. Wenn mich die Zukunftssorgen zu sehr schütteln, dann denke ich daran, mit wie wenig Geld ich als Studentin ausgekommen bin und dass der Glücksfaktor sich mit viel mehr Geld überhaupt nicht gesteigert hat. Ernsthaft. Gar nicht. Ich war damals zufrieden, bin es heute und werde es hoffentlich auch dann sein, wenn kein fettes Gehalt mehr kommt.

      Wie war nochmal deine Frage?
      Gruß von Donna
      Youth is wasted on the Young.
      Jetzt habe ich gerade eine ausführliche Antwort abgeschossen :(

      Kurzfasstung: Vielen Dank für Eure Beiträge, eine Antwort auf meine aktuelle Kosntellation erwarte ich natürlich nicht, aber mir helfen Eure Gedanken dazu. Hier im Thread hatte ich das Thema "berufliche Lebensplanung" aber ja ohnehin in einen größeren Rahmen gestellt als meine aktuelle Entscheidungsthematik.

      Schlemine, ich bewundere Dein Engagement und Deinen Biss in allem was Du tust, auch in Deinem Beruf! Das liest man immer wieder aus Deinen Beiträgen heraus. Ich finde das klasse und wenn ich bedenke, das mir das Leben da eigentlich keine vergleichbaren Steine in den Weg gelegt hat, habe ich mein Blatt insgesamt ganz ordentlich, aber nicht mit supergroßem Engagement gespielt. Aber vielleicht hat auch das seine Gründe, auch mein Leben hat ja bei Licht betrachtet so seine Ecken und Kanten, die viel Energie gekostet haben. Bedanken muss ich mich bei meinen Eltern, die einfach gute Eltern waren (bzw. sind, denn sie leben ja noch, nur dass sie mich nicht mehr erziehen ^^ ) und mir als erstem in der Familie ein Studium ermöglicht haben. Wobei ich zugeben muss, dass mich das auch manchmal überfordert hat, in mir steckt ein #arbeiterkind und die "akademische Welt" (auch nachher im Beruf) war für mich nie selbstverständlich, hat mich immer Mühe gekostet. Schwer zu beschreiben, was ich meine.

      U-Vox, genau in diese Richtung denke ich gerade auch, Du triffst in kurzen Worten das, was mich gerade motiviert, den Job im öD anzunehmen.

      Donna, das ist toll, wenn man seinen Traumberuf gefunden hat und die Arbeit Spaß macht. Dass sich das nach Jahren auch mal irgendwie abnutzt, Langeweile aufkommt und man von Veränderung träumt ist ja auch irgendwie normal. Jedenfalls in meiner Welt.

      Was meine Entscheidung betrifft, bin ich seit gestern eher unsicherer geworden, was nichts mit Euren antworten zu tun hat. Ich gebe mir jetzt noch das Wochenende, um alles zu überdenken.
      rauchfrei seit 17.01.2008 / Bewegen Sie den Mauszeiger durch den Nebel und schmutzigen Luft
      Aaaaalsooooo... Ich muss ja theoretisch noch 20 Jahre arbeiten! 8o Das habe ich allerdings nicht vor. Ich hoffe sehr, dass es maximal noch 15 werden, besser 13. ich würde gerne mit 60 aufhören. Ich hoffe auf ein Altersteilzeitmodell, bei dem ich dann in 10 Jahren, mit 57, den aktiven Teil und dann mit 60 den passiven Teil antrete. Von 63 bis 67...? Keine Ahnung, da ist noch eine Lücke in meiner Planung und ich hoffe auf ein Wunder.
      Alles natürlich immer gesetzt der Fall, dass ich auch so alt werden, man weiß ja nie... Deswegen bin ich persönlich immer für ein gutes Leben jetzt und hier dankbar und habe wenig für‘s Alter beiseite gelegt. Ich bekomme jedoch für meine gesamte Arbeitzeit sowohl Rente wie auch Firmenpension und habe immer Vollzeit gearbeitet. Das sollte eigentlich luxuriös reichen und bis dahin ist das Kind hoffentlich aus dem Gröbsten raus (es wäre dann 28 Jahre alt ;-)).
      That said: mir würde es sehr schwer fallen, im Moment mit deutlich weniger Geld klarzukommen. 20% weniger wäre völlig OK, aber alles darunter... damit hätte ich schon Probleme. Weil ich tatsächlich nach der Devise „Carpe Diem“ lebe. Ich reise gerne und viel, solange ich dsa noch kann. Wenn ich mal 75 bin und ein bisschen verpeilt, dann fahre ich in den Schwarzwald. Im Moment halt lieber nach Kanada und zum Skifahren.

      Mir ist ein Job, der mir zumindest so gut gefällt, dass ich nicht morgens schon mit Magengrummeln in die Arbeit gehe, wichtiger als totale Sicherheit. Allerdings mag ich große Konzerne, eben genau wegen der Verlässlichkeit (und der guten Bezahlung). Ich würde sehr lange überlegen, bevor ich meinen Job wechsle und dadurch vom Regen in die Traufe komme. Da muss es schon sehr scheiße sein.
      Mein Mann ist jetzt Mitte 50 und er denkt aktuell sehr stark über eine Reduzierung der Arbeitszeit und des damit verbundenen Einkommens nach. Ich kann das voll verstehen. Ich könnte durchaus auch mit deutlich weniger arbeit auskomme, wenn, wie gesagt, das liebe Geld nicht wäre. Zahnspange für das Kind, neues Auto, ... Alles Dinge, die man irgendwann mal bedenken muss. Ich möchte mich heute nicht einschränken, weil ich es im Moment sehr komfortabel finde, dass ich es nciht muss. Es ist eine Sorge weniger.
      Es tut mir leid, wenn das jetzt total arschig und dekadent klingt, aber ich arbeite jeden Tag 8h, bin 2h im Auto unterwegs, mache abends mit dem Kind noch Dinge für die Schule, Haushalt etc.. Damit bin ich nciht überlastet, aber da will ich nicht noch jeden Cent dreimal umdrehen.
      In einigen Jahren würde ich aber wirklich sehr gerne weniger arbeiten. Wenn ich dann weniger verdiene, nehme ich es in Kauf, aber das wird alles erst gehen, wenn die Ausbildung des Kindes in trockenen Tüchern ist.

      Einen Job, der mir bei der gleichen Arbeitszeit weniger Einkommen bringt, den würde ich wohl nicht annehmen. Es muss für mich dabei auf jeden Fall ein Freizeitgewinn rausspringen.

      :wavy

      Hanni
      Don't speak unless you can improve the silence.
      Hallo Hanni,

      Danke für Deine interessanten GEdanken, die ich nachvollziehen kann. Wenn ich das jetzt mal auf meine derzeige Entscheidungssituation übertrage, sind ein paar Dinge anders, auch wenn der Bezug auf meine Situation vielleicht gar nicht Deine Absicht war. Hilt mir aber beim Sortieren meiner Gedanken.

      - ich glaube, ein großer Konzern würde mir auch Sicherheit geben. Die habe ich hier nicht in diesem Maße. Das meine ich vielleicht auch damit, dass ich in dieser Hinsicht meine "Karriere" nicht so gut geplant hab. Ich hätte zu einem früheren Zeitpunkt in ein größeres Unternehmen wechseln müssen, das wäre sicher schlau gewesen. Habe ich aber nicht.
      - Der Schritt zurück bei dem Gehalt würde an mir nagen, ganz bestimmt. Und das klingt jetzt auch dekadent: Aber es ist nicht so, dass ich mit einem geringeren Gehalt auf viel verzichten müsste. Uns geht es in der Gesamtbetrachtung unseres Haushalts auch hinterher noch ziemlich gut, stark einschränken müssten wir uns nicht. Das, was wir gerne machen, Reisen und so, können wir uns auch danach noch leisten. Das ist eine ziemlich komfortable Situation, wir sind Doppelverdiener und haben ja keine Kinder und so ... klassische NoKiDos.
      - Du nennst als Grenze für eine noch "okaye" Gehaltseinbuße 20%. Ganz da würde ich nicht landen mit dem neuen Job, aber es geht in die Richtung. Wobei ich 20% auch schon ziemlich viel finde.
      - Mit dem neuen Gehalt wären immer noch sehr viele Menschen ziemlich glücklich, weil sie mit weitaus weniger auskommen müssen. Es ist immer noch ein ordentliches Gehalt, nur für meine Qualifkation halt eher wenig. Und wie gesagt, das nagt dann schon.
      - Tatsächlich würde auch sowas wie ein Freizeitgewinn dabei herausspringen: 2 Urlaubstage mehr im Jahr und eine geregelte 38-h-Woche mit Überstundenausgleich. (Das habe ich alles zur Zeit nicht, das ist sicher in einem Konzern auch besser geregelt.)
      - und last but not least: ich kaufe mir die Sicherheit mit einer GEhaltseinbuße, aber nicht mit einem Scheißjob, zu dem ich mit Magengrummeln gehe. Inhaltlich wäre das schon sehr interessant, was ich dann machen würde, soweit ich das jetzt beurteilen kann.

      LG, Lag.
      rauchfrei seit 17.01.2008 / Bewegen Sie den Mauszeiger durch den Nebel und schmutzigen Luft
      Lag. ich habe heute meine Firma verkauft, ich bin grad total glücklich,
      somit fiel mein Job unter die Kategorie Scheißjob mit Magengrummeln.
      Ich habe mir die Frage gestellt: willst du das noch 15 Jahre machen und ich
      kann mit Bestimmtheit nein sagen.
      Ich habe noch keine Zusage für eine neue Arbeit....
      bei einer Bewerbung müsste ich ganze 25 Tage im Jahr weniger arbeiten
      für das gleiche Geld wie bei der anderen Firma. Allerdings im 3 Schicht Betrieb.
      Da denke ich natürlich auch drüber nach.
      Jetzt muss ich wirklich abwarten ob einer der beiden Betriebe mich nimmt.

      Mein Stiefvater ist gestern Abend gestorben, er war 28 Jahre in Pension,
      er war im öffentlichen Dienst und damit sehr zufrieden

      Ich würde wirklich den Job wechseln, wenn ich dort glücklicher wäre.
      Geld ist nicht immer alles im Leben, sich wohl zu fühlen schon.

      lagarto schrieb:

      stehe ich mit Mitte/Ende 40 vor einer beruflichen Entscheidung, die mir nicht leicht fällt:

      Vom Alter her passt das zusammen ;) Ich habe vor rund 5 Jahren bei 15 1/2 Jahren Betriebszugehörigkeit gewechselt in der Privatwirtschaft. Es lief auf der anderen Seite nicht wie erwartet, aber ich habe mich umgesehen und wieder gelernt das ich in der IT halt alle Wege offen habe. Bin nun seit rund 1 1/2 Jahren wieder in einer neuen Firma und top zu frieden.


      - neuer, sicherer Job im öffentlichen Dienst, der mich bis zur Rente durchbringt, mit einem
      interessanten Aufgabenfeld, aber (gemessen an meiner Qualifikation) nicht so richtig gut bezahlt oder

      Diese Möglichkeit hatte ich vor ca. 15 Jahren mal - IT beim Auswärtigem Amt. Ich hatte abgelehnt und kann heute sagen es war die richtige Entscheidung. Aber das ist immer ganz schwer vorraus zu sehen.


      - in meinem bisherigen Job bleiben, der ziemlich gut bezahlt ist, Dienstwagen und zip und zap, aber in einem kleinen, inhabergeführten Unternehmen, wo man nie weiß, ob es immer gut laufen wird.

      Klingt also erstmal gut.


      Neben der ganz grundsätzlichen Entscheidung ist es auch so, dass mir die Düse geht, weil ich mich frage, wie es wohl ist, sich in ein neues berufliches Umfeld zu begeben. Ich habe das zum letzten mal vor ca 20 Jahren gemacht. Ich bin wohl nicht so für Veränderungen ....

      Sie oben, meine Erfahrung ist das man eher mit offenen Armen empfangen wird wenn man nach so langer Zeit noch mal neu anfangen will.


      - Macht Ihr Euch Gedanken über die berufliche Zukunft? Denkt ihr über sowas vielleicht gar nicht nach?
      - Habt Ihr in der Vergangenheit Eure Karrieren strategisch geplant oder seid Ihr einfach immer Euren Interessen nachgegangen? Oder hat sich das sogar glücklicherweise ergänzt? Oder ist es einfach immer irgendwie so vorwärts (oder rückwärts) gegangen, weil das Leben und so....

      Ja durchaus, ich plane da auch durchaus Strategisch. Ich bin jetzt in einer großen Firma in der ich die Chance habe Arbeitszeit zur reduizeren (z.B. nur noch 80%) auch Altersteilzeit wäre eine Option und ich arbeite generell darauf hin das nicht erst mit 67 schluss ist. ABER ob das alles klappt weis ich natürlich auch noch nicht.
      Ich bin da eher immer vorwärts gegangen, ein Wechsel war immer eine Position und Gehalts Verbesserung.

      - Kennt Ihr Zukunftsängste? Fühlt Ihr Euch sicher, weil Ihr in einem supergesuchten technischen Beruf arbeitet, wo ihr jederzeit einen Job findet und das Gehalt quasi selbst bestimmen könnt oder arbeitet ihr eher in einem Bereich, wo man so ein bisschen bange in die Zukunft schauen muss? Oder habt vielleicht gar keinen Job und die Suche gestaltet sich schwierig?

      In der IT Tätig mache ich mir tatsächlich keine sorgen.


      - Wie lange wollt Ihr arbeiten? Wie lange müsst ihr arbeiten, um im Alter auf der sicheren Seite zu sein?
      - Betreibt Ihr Altersvorsorge? Oder ist das etwas, für das Ihr gar keine Mittel oder Gelegenheit habt, weil es eher so von der Hand in den Mund geht?

      Altersvorsorge betreibe ich zwei fach. Arbeiten müsste ich wohl bis 67 bzw. 65 (45 Jahre voll) - aufhören will ich spätestens mit 62. Das baue ich auf 2 Säulen - a) Vorsorge durch eigenkapital um die Zwischenjahre abzufedern und nicht mit zu viel Abschlag zu gehen und b) betreibe ich noch Altersvorsorge in Form Privater Renten.

      Mich treibt gerade die Frage nach dem Jobwechsel um, aber ich denke auch sonst schon mal so in die Zukunft. Wie ist das bei Euch?
      Du schreibst ja davon das es eine kleine Firma ist, ich denke hier muss man zwei Dinge berücksichtigen: Wie gefragt ist mein Job (also wie gut sind denn die Wechselchancen) und gibt es ggf. einen Junior Nachfolger der die Firma übernimmt oder besteht wirklich die Gefahr wenn der Senior weg ist, ist die Firma auch weg.

      Gruß Mario
      Reiseberichte über meine Touren, sowie news von der Tourenplanung gibt es auf meiner Homepage.
      Jetzt auch auf Facebook: facebook.com/majaontourblog
      Bin ja auch in der IT und sehe das wie Du, Mario. In der IT muss man sich wenig Sorgen machen, wenn man immer am Puls der Zeit bleibt. Und es ist und bleibt in der IT spannend wie nie!

      Leider ist das nicht bei allen Menschen so, ich habe mehrere Kollegen zwischen Ende 40 und Ende 50, die tun sich extrem schwer mit neuen Themen. Bei uns wird gerade nicht nur organisatorisch sondern auch IT-technisch umgebaut (um nicht zu sehr ins Detail zu gehen). Mit den dafür notwendigen agilen Methoden und Fähigkeiten - auch denen der Selbstorganisation und des komplett eigenverantwortlichen und proaktiven Arbeitens, frei nach dem Motto "Erst mal machen und notfalls später entschuldigen" - sowie den Tools (digitale Zusammenarbeit) haben tatsächlich viele ältere Kollegen echte Probleme.
      Ich würde das nicht schreiben, wenn ich es nicht täglich am eigenen Leib erleben würde. Bis diese Kollegen sich beispielsweise mit einem digitalen Kanbanboard arrangiert haben... Es ist auch nicht so, dass sie nicht wollen, aber irgendwie tun sie sich sehr schwer, die Prinzipien zu verstehen. (N.B.: man muss natürlich nicht alles "Neue" blind mitmachen, nur weil es das gibt. Nicht immer sind Trends langlebig genug, um ihnen zu folgen.)

      Auch ein Grund, warum ich nciht 100 Jahre lang arbeiten möchte. Wer wird mir zuhören, wenn ich als 65jährige Frau etwas über Trends in der IT erzähle? :znaika :istgut
      Don't speak unless you can improve the silence.
      Interessantes Thema :]

      Damit beschäftigen wir uns auch gerade.
      Zum 3. Mal.

      Beim ersten Mal vor 10 Jahren haben wir den Weg in die Schweiz angetreten, weil ich eine geniales Jobangebot erhalten habe und mein Mann sich mit knapp 50 pensionieren lassen konnte.

      Der Job stellte sich aber auch als mega-anstrengend und fordernd heraus. Deshalb musste ich nach 5 Jahren eine Entscheidung treffen, da dieser Job unser Privaltleben negativ beeinflusste.
      Das war nicht einfach, einen gut bezahlten Job in einem zukunftsfähigen Unternehmen aufzugeben und erst mal gar nicht zuweisen, was dann kommt.
      Gut, wir hatten ein finanzielles Polster und mussten uns da keine Sorgen machen, aber trotzdem.
      Ich bin Sternzeichen Stier, da muss alles doppelten Boden haben 8)

      Ich habe dann fast 1Jahr nicht gearbeitet und für mich rausgefunden, dass ich nicht mehr in so ein Hamsterrad möchte, sonden mich für die nächsten Jahre auf die Dinge konzentrieren möchte, die mir Spaß machen und mir liegen.
      Jetzt bin ich seit gut 4 Jahren imt 80% Arbeitspensum in einem großen Konzern als PA beschäftigt und recht glücklich mit meiner damaligenEntscheidung.
      Aber wie gesagt, ohne Blick auf Gahlt und Aufstiegsmöglichkeiten, weil ich mich dagegen entschieden hatte.

      Das ist sicher mit Anfang 40 eine ganz andere Entscheidung, aber wenn ich Hannis Post lese, dann bin ich genau 10 Jahre weiter ;)

      Nun steht die 3. Veränderung an.
      wir haben nun die Möglichkei uns, bei sorgfältiger Planung zur Ruhe zu setzen.
      (Naja! Was bei uns zur Ruhe auch immer heißen mag und nein, reich sind dadurch nicht)

      Der Plan ist, dass ich mich nächstes Jahr beim ersten möglichen Termin Frühpensionieren lasse und dann gucken wir mal.

      Liest sich alles sehr komfortabel und ist es sicher auch. Trotzdem ist ein ein großer Schritt, sich quasi freiwillig von sicherem Gehalt und „mehr Rente“ zu trennen.


      bei meiner ersten Auszeit haben wir aber festgestellt, dass es Dinge gibt, die man mit 65 nicht mehr anfängt oder macht.
      Damals haben wir wochenlange Touren, einfach drauflos mit Auto oder den Mopeds gemacht! Sind auf Berge geklettert usw.

      jetzt geht mein Mann auf die 60 zu und ich in ein paar Jahren auch.
      Wir brauchen kein luxuriöses Leben, aber hätten gerne ein interessantes, aktives.
      Also, wenn nicht jetzt, dann erst mit 65?

      Hilft Dir sicher nicht weiter Lag ;) aber vielleicht hilft es, Prioritäten zu finden.







      .



      .
      grüessli
      soap



      it's a good day to have a good day :)
      Lieber Lagarto,

      das ist ja ein interessantes Thema. Danke fürs Teilen.
      Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine ganz schwierige Entscheidung ist, weil es schon irgendwie eine Weggabelung ist. Ist ja nicht so, als ob man sich für eine Kugel Schokolade oder Vanille entscheidet und wenn man eins nicht mag, beim nächsten Mal einfach das andere nimmt...

      Ich bin seit über 13 Jahren bei meinem Arbeitgeber - einem mittelständischen Unternehmen, mit starkem Wachstum in den letzten Jahren. Wir sind investorgeführt und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir wieder verkauft werden. Das wäre dann das dritte Mal in meiner Zeit dort. Bisher waren die Verkäufe immer gut für uns, aber das kann auch mal anders ausgehen, wenn z.B. ein Mitbewerber uns kaufen würde, der dann Standorte schließt. Denkbares Szenario...

      Das ist ein ähnlicher Gedanke, wie bei dir, wenn du sagst, dass du auch nicht weißt, wie es mit dem inhalbergeführten Unternehmen weiter geht.
      Das hält mich aber in meiner Situation nicht davon ab, weiter bei meinem Arbeitgeber zu sein. Denn ich mag meine Aufgaben, ich mag meinen Chef und ich verdiene auch ganz gut inkl. betrieblicher Altersvorsorge. Es stimmt also sehr viel im Umfeld, insbesondere auch die Kollegen. Ich will an dieser Situation - die mich wirklich zufrieden stellt, daher nichts ändern.

      Wenn sich die Parameter ändern, dann sieht es natürlich wieder anders aus. Aber das ist so ein "Hätte-hätte-Fahrradkette"-Ding. Man weiß es ja nicht, wie es beim jetzigen Arbeitsplatz weitergeht und im Vergleich dazu wie es woanders ist. Und ich bin dann eher so, dass ich etwas nicht verändere, wenn es im Grunde genommen passt.

      Wenn für dich jedoch andere Dinge wichtig sind, wie z.B. mehr Freizeit und du diese nur in einem neuen Job bekommen kannst, dann ist das natürlich wieder was anderes. Hast du denn schon eine klassische Pro-/Contra Liste erstellt? Mir hilft das immer. Und was mir auch hilft, ist die Vorstellung wie es bei Entscheidung A oder B sein könnte. Ganz konsequent zu Ende gedacht. Manchmal hilft auch ein Münzwurf. Denn wenn die Münze fällt, sagt einem der Bauch ziemlich deutlich, ob sich das Ergebnis gut oder schlecht anfühlt.

      Und noch was anderes... Ich finde es irgendwie interessant, dass alle früher in Ruhestand gehen möchten.
      Neulich ging ein langjähriger Kollege in den Ruhestand bei uns und ich dachte so bei mir, dass ich sehr froh bin, noch lange arbeiten zu können. Vielleicht irgendwann weniger, ok. Aber ganz aufhören? Kann ich mir nicht vorstellen. Ich mag meine Arbeit sehr und ich kann mir einfach nicht vorstellen, nicht mehr zu arbeiten. Wenn nicht bei diesem Unternehmen, dann halt woanders.
      Gut, jetzt bin ich "erst" Anfang 40, aber der Gedanke noch 20+ Jahre zu arbeiten ist kein drückender, sondern ein froher.
      (Frag mich in 10 Jahren nochmal. :) )

      Ich schweife ab. Der Punkt Ruhestand hilft dir jetzt natürlich nicht weiter.
      Aber ich würde an deiner Stelle wirklich mal auf der einen Seite ganz analytisch vorgehen und eine Pro-/Contra Liste erstellen und auch verschiedene Punkte gewichten. Und auf der anderen Seite auch mal in dich hineinhören. Was sagt dein Bauch? Wie fühlt es sich an, wenn du dir die beiden Varianten durchdenkst?

      Und am Ende wird wahrscheinlich keine Entscheidung falsch sein.
      Das ist doch eine komfortable Situation, oder?

      Ich wünsch dir ein gutes Händchen!
      Liebe Grüße
      blue
      Früher war mehr Lametta.

      Astrid schrieb:

      Geld ist nicht immer alles im Leben, sich wohl zu fühlen schon.


      Genauso sehe ich das auch, Astrid!

      Astrid schrieb:

      Ich würde wirklich den Job wechseln, wenn ich dort glücklicher wäre.


      Das einzige ist, dass ich in meinem Job nicht unglücklich bin. Dann wäre die Entscheidung sonnenklar. Im Gegenteil. Ich gehe nicht jeden Tag gleich gerne zur Arbeit, manchmal sind auch unangenehme Aufgaben zu erledigen. Aber eben auch viele spannende. Als ich die Bewerbung für den öD abgeschicht habe, hatte ich hier gerade einen Durchhänger, sowas kommt halt auch mal vor.

      SuperMario schrieb:

      Klingt also erstmal gut.


      Ja, da hast Du recht, wenn ich es so selbst noch mal mit den Augen eines Dritten lese.

      soap schrieb:

      Wir brauchen kein luxuriöses Leben, aber hätten gerne ein interessantes, aktives.


      Finde ich eine starke Formulierung, der ich mich uneingechränkt anschließen möchte!

      BlueCat schrieb:

      eine klassische Pro-/Contra Liste


      Blue! 8o . Ja, das werde ich machen. Vielen Dank.

      BlueCat schrieb:

      Und auf der anderen Seite auch mal in dich hineinhören. Was sagt dein Bauch? Wie fühlt es sich an, wenn du dir die beiden Varianten durchdenkst?


      Der Bauch schwankt. Am Anfang war ich ganz klar für wechseln. Und dann kamen die Zweifel .... weil es genau jetzt wieder besser geworden ist auf meiner jetzigen Stelle.

      BlueCat schrieb:

      Und am Ende wird wahrscheinlich keine Entscheidung falsch sein.
      Das ist doch eine komfortable Situation, oder?


      Das ist auch ein toller Hinweis. für den ich mich bedanke! Denn Du hast absolut recht, ich habe gerade BAuchgrummeln wegen einer Entscheidung, die in meinem Leben schon sehr wichtig ist, aber es ist keine Entscheidung zwischen Regen und Traufe, wie Hanni oben irgendwo geschrieben hatte. Es ist eine Luxusentscheidung, irgendwie.

      Die Papiere für die neue Stelle sind jetzt gekommen. Ich schau mir die am WE genau an und dann heißt es hop oder top.

      Vielen Dank an alle. Das hilft mir mehr als ihr vielleicht denkt.
      rauchfrei seit 17.01.2008 / Bewegen Sie den Mauszeiger durch den Nebel und schmutzigen Luft
      Und was dir vielleicht auch noch hilft...

      Momentan - und das wird sich in absehbarer Zeit nicht ändern - haben wir einen absoluten Arbeitnehmermarkt!
      Wir spüren das im eigenen Unternehmen auch ganz stark. Die Bewerber sind rar, die guten sowieso. Und die guten können auch entsprechende Forderungen stellen nach "Goodies".
      Ein Mitarbeiter, den wir eigentlich dringend Vollzeit brauchen, hat jetzt einen 80% Vertrag bekommen, weil er es gerne wollte.
      Besser so, als ihn zu verlieren.

      Meine beste Freundin ist Personalleiterin für ein recht großes Unternehmen und erzählt mir genau das gleiche.

      Ich könnte mir auch vorstellen, dass dein jetziger Arbeitgeber dich ungern verlieren möchte. Und wenn er wüsste, dass du kündigen möchtest, vielleicht genau die Zugeständnisse machen würde, die dir jetzt fehlen - wie z.B. mehr Freizeit. Ein guter Freund von mir hat in seinem Unternehmen mehr Urlaubstage (statt der nächsten monetären Gehaltserhöhung) angefragt und auch bekommen.
      Und ich bin das beste Beispiel. Ich arbeite seit September letzten Jahres im Home Office. Hätte ich auch nie für möglich gehalten. Aber ich hätte sonst gekündigt. Und die wollten mich auf keinen Fall verlieren.

      Es ist vieles möglich heutzutage von dem du gar nicht ahnst und weißt, dass es möglich ist.
      Ich würde an deiner Stelle auch nochmal das Gespräch mit dem jetzigen Arbeitgeber suchen.
      Hast du das denn schon? Vielleicht kann man an Frustpunkten arbeiten und ein paar Stellschräubchen drehen?

      Das einzige, was dann noch offen bleibt ist die Zukunft.
      Die ist beim öD natürlich gesicherter als bei einem kleinen inhabergeführten Unternehmen.

      Aber das ist ja nicht alles...
      Schlimm finde ich, wenn man immer in der Zukunft lebt gedanklich (Konkret "Was ist in 10 Jahren?") und dabei völlig vergisst, dass man aber jetzt lebt.
      Mein Papa ist mit 56 gestorben, der hat sich das auch anders vorgestellt...

      Und mein Freund lebt auch in der Zukunft - was eine große Belastung auch für uns ist.
      Der hat gar keinen Kopf fürs Hier und Jetzt.

      Das sollte alles ausbalanciert sein.
      Einfacher gesagt, als getan. Ich weiß. Aber man sollte das nicht aus den Augen verlieren.

      Ich bin gespannt, wie du dich entscheidest.

      Liebe Grüße
      blue
      Früher war mehr Lametta.
      Moin noch mal,

      nun ja also ganz so rosig sehe ich das alles nicht. Auch wenn ich mir keine Sorgen mache, aber eher wegen dem Punkt "unter komme ich schon" ... Abstriche werden eventuell dabei sein und das zum teil massiv erhebliche.

      Auch sehe ich das nicht das wir einen Arbeitnehmer markt haben, so einfach ist es meiner Erfahrung nach eben nicht, nur wenn man extrem flexibel ist. Der rest ist dann schlicht Regionsabhängig , während Berlin halt eher um die 10% Arbeitslosenquote hat ist es in Heilbronn um die 2% - das macht völlig unterschiedliche Arbeitsmärkte. Gibt ja einen (aeh mehrere Gründe) weshalb ich als Berliner einen Job in der Heilbronn Region angenommen habe: Das Paket bekomme ich hier nirgends und schon gar nicht bei der Bezahlung. Aber dazu muss man halt die Flexiblität zum Pendeln mitbringen. Ist auch nicht einfach und ob ich das auf dauer aushalte, keine Ahnung - schauen wir mal. In Berlin gibt es Ausbeutung und das über alle Branchen, nicht nur im Billiglohnsektor. In Berlin bekommen sie neue Mitarbeiter im Neckarkreis sieht das anders aus , da bleiben Stellen mal nen Jahr unbesetzt weil sich noch nicht mal jemand bewirbt.

      Also da gibt es schon massive Regionale Unterschiede. Und gerade in der IT sind leider noch verdammt wenig Firmen soweit zu erkennen das ein Telearbeitsplatz die Lösung der Probleme von beiden Seiten ist.

      Letztendlich wenn man mit dem eigenen Job soweit zu frieden ist, würde ich nicht wechseln. Wie ich schrieb, ich habe bisher gewechselt um einen Vorteil auszuarbeiten (Mehr Geld, Mehr Freizeit, Weniger Reisen, Mehr Verantwortung .... irgendwas in der art). Aber nie aus dem Grund "es könnte sein das es die Firma irgendwann nicht mehr gibt". Und ja als ich vor ca. 5-6 Jahren das tat nach 15 1/2 Jahren in einer Firma ging mir etwas die Muffe - aber irgendwie hat mich das Entspannter und freier gemacht. Ich habe jetzt wie gesagt noch mal gewechselt, ich habe also mir selbst gezeigt das ein Neuanfang problemlos geht - wenn man sich traut.

      Auf der anderen Seite gibt es einen klaren Vorteil: Aus dem Job raus bewerben ist immer einfacher und entspannter, man hat keinen Druck, geht damit viel lockerer und sachlicher an die Sache ran.

      Bzgl. Früher aufhören zu arbeiten - ich habe mit knapp 20 angefangen, ich habe keine 35 oder 37 Stunden Woche wie im ÖD, die Regelarbeitszeit in der IT ist 40 (stellenweise 42 oder gar 45 Wochenstunden) ... zumeist landet man eh drüber (zzgl. Reisezeiten die man in dem Job ja auch gerne hat, vom ständigen Hotel leben ganz zu schweigen). Feiertagsarbeit, Wochende, Nachtarbeit ... sorry, nein irgendwann reicht es mal. Das Problem ist, wenn man sich nicht rechtzeitig damit beschäftigt und die Weichen dafür stellt, wird es definitiv nichts. Ob die Vorbereitung aufgeht, weis ich natürlich auch nicht aber ich kann mir wenigstens nachher nicht vorwerfen ich hätte es nicht probiert ;) Und nein ich lebe trotzdem auch jetzt - da muss man einen Mittelweg finden. Ich habe aber mit ca. 35 schon angefangen für den Ausstieg vorzusorgen, es geht halt nur wenn man früh anfängt. Ich brauchte damals einen Anstoß dazu den ich von einem Freund bekam der zu der Zeit auf eigen Rechnung schon im Ruhestand war und das Leben genoss. Ich habe durchaus Pläne und Ideen für die Zeit - also däumchen drehen kommt dann nicht ;)
      Reiseberichte über meine Touren, sowie news von der Tourenplanung gibt es auf meiner Homepage.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „SuperMario“ ()

      Vielen Dank noch einmal abschließend für Eure Beiträge hier und insbesondere auch für Eure Kommentare zu meiner "Entscheidungssituation".

      Ich werde bei meinem jetzigen Arbeitgeber bleiben und nicht in den öffentlichen Dienst wechseln.

      Eure Meinungen haben mir bei der Entscheidungsfindung durchaus sehr geholfen. Letztendlich hat es sich einfach nicht richtig angefühlt, zu wechseln.

      Ich habe inzwischen auch sehr offen mit meinem jetzigen Arbeitgeber gesprochen, d.h. ich habe gesagt, dass ich ein alternatives Jobangebot habe. Vor allem aber habe ich die Gründe genannt, warum ich mich überhaupt woanders beworben habe und wir haben besprochen, was wir hier gemeinsam verbessern können. Dabei ging es mir ja ausdrücklich nicht darum, wirtschaftliche Vorteile herauszuschlagen. Das war insgesamt eine gute Sache, es hat meinen jetzigen Arbeitgeber ein bisschen aufgeschreckt und aufgezeigt, dass ich hier kein selbstverständliches Faktotum bin.
      rauchfrei seit 17.01.2008 / Bewegen Sie den Mauszeiger durch den Nebel und schmutzigen Luft
      Lag, das hört sich nach einer guten Entscheidung an - vor allem, weil Du mit deinem AG darüber reden kannst!


      Astrid schrieb:

      Lag. ich habe heute meine Firma verkauft, ich bin grad total glücklich, ...

      Glückwunsch!

      Mein Stiefvater ist gestern Abend gestorben, er war 28 Jahre in Pension,
      er war im öffentlichen Dienst und damit sehr zufrieden

      :rose:

      Ich würde wirklich den Job wechseln, wenn ich dort glücklicher wäre.
      Geld ist nicht immer alles im Leben, sich wohl zu fühlen schon.


      Nein, Geld ist nicht alles. Aber es beruhigt ungemein, wenn frau weiß, es kommt am Ende vom Monat. Zuverlässig, pünktlich, eine "feste" Größe (bei mir schwankt es durch den Schichtdienst und die Wochenenden).

      @ Schelmine: Hochachtung!
      :rose Carpe diem! :rose
      Oder:
      Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein!
      Hallo,

      schön das Du zu einer Entscheidung gekommen bist und wir helfen konnten. Oder sagen wir vielmehr Denkanstöße geben konnten. Mit dem aktuellen Arbeitgeber drüber zu reden wenn man eh schon ein durchaus angemessenes Gegenangebot hat lohnt sich immer und es zeigt sich damit sehr schnell was man dem eigenen Arbeitgeber wert ist(damit meine auch ich nicht nur Finanziell). Bei mir war genau dieses Gespräch damals der Auslöser nach so langer Zeit doch zu gehen.

      Das ist das übliche Thema das aus dem Job heraus bewerben immer einfacher ist. Diese Ausgangssituation, Chef ich hab da ein nettes Angebot, eigentlich fühle ich mich bei euch wohl , aber mich stört folgendes jenes ... wenn dann ein Konstruktives Gespräch rauskommt, Win:Win für beide.

      Und wenn es sich jetzt "als nicht richtig" angefühlt hat , dann ist es so und soll wohl so sein. Manche Entscheidungen muss man auch nach Gefühl starten. Ich wollte damals Fachabitur machen und dann Studieren, bin einen Umweg gegangen, 2 Jahre schulische Ausbildung, danach 1 Jahr ranhängen um Fachabi zu haben. Nach den ersten 2 Jahren hatte ich ein Job Angebot und stand vor der Wahl jetzt gut bezahlt schon in den Job starten oder weiter machen und Studieren. Wirklich niemand konnte mir vernünftig sagen was ich tun sollte. Ich habe nach Bauchgefühl mich für Arbeit entschieden - heute weis ich , alles richtig gemacht mit über 25 Jahren Berufserfahrung fragt keine Sau mehr nach Studium - dafür hatten meine Klassenkameraden Probleme nach dem Studium überhaupt ins Berufsleben zu kommen, meinen Vorsprung holen die so einfach nicht mehr ein, weder Finanziell noch Rentenpunktentechnisch. Hätte aber auch anders laufen können ! Was ich immer wieder machen würde, statt 10 + 3 Gymnasium zu machen den Weg 10 + 2 Schulische Ausbildung + 1 Jahr Fachabi zu machen ... die Abgeschlossene Ausbildung in der Tasche zu haben auf dem Weg beruhigte ungemein.

      Gruß Mario
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