Depperter Chef

      Depperter Chef

      Habt ihr so einen? Hattet ihr mal einen?

      Konntet ihr euch gut abgrenzen oder hat euch der Ärger über ihn/sie richtig gestresst?

      Ich habe gerade so einen und ich mag mich nicht mehr ärgern, weil mich das bis ins Private verfolgt und ich muss dringend damit aufhören. Dieses Negative macht mich fertig.

      Vielleicht hat ja jemand Strategien?
      Gruß von Donna
      Youth is wasted on the Young.
      Klar. Ich hatte in meinen 25 Jahren Beruf schon alle Sorten. Mein erster Chef war ein ganz toller lieber Mensch und ich bin ihm sehr dankbar, dass er sich für mich eingesetzt hat, nach meinem Praktikum eine Stelle in der Abteilung zu bekommen.
      Mein zweiter Chef war ein sehr netter Mensch, der nach einem Jahr kein Chef mehr sein wollte, sich einen Teilzeitvertrag geben liess und forthin mein Kollege war. Dann kam leider...
      Mein dritter Chef, der war ein cholerisches Arschloch. Die Mitarbeiter verließen in Scharen das Team. Nach einem Jahr auch ich.
      Mein vierter Chef war ein sehr zurückhaltender, sachlicher Mensch, der viel für mich getan hat.
      Mein fünfter Chef war nach außen nett und symphatisch, hatte aber keine Eier in der Hose, so dass er weder delegieren noch sich durchsetzen konnte, um für seine Mitarbeiter einzustehen.Ich dümpelte vor mich hin.
      Meine sechste Chefin hatte Kontrollzwang und ein komplett dyfunktionales Team. Nach zwei Jahren und mehreren Teambildungs- und Mediationsterminen waren wir sie dann endlich los.
      Mein siebter Chef war ein sehr pragmatischer, netter Mensch, der leider im Januar in den Vorruhestand gegangen ist.
      Jetzt sitze ich in den Startlöchern, um das Team auch organisatorisch zu übernehmen, welches ich schon seit 2 Jahren fachlich leite.
      3,5 und 6 waren also schlimm. Sehr schlimm. Vom 3 musste ich mich beschimpfen lassen, aber 5 war genauso schlimm, weil er einfach ncihts gemacht hat. Nr. 6 war die erste Frau, die ich als Chefin hatte und es war grauenvoll! Sie war stark unsicher und hat das mit Micromanagement kompensiert. Das kann man mit hochqualifizierten Akademikern nicht machen!
      Wie dem auch sei, wenn einen Aussitzen zu unglücklich macht, hilft nur:
      - Chef austauschen
      - sich selbst austauschen

      Ich war auch mal beim Betriebsrat, das war allerdings nicht sehr hilfreich. Leider.
      Es ist nciht einfach. Manchmal ist ein Ende mit Schrecken besser, als ein Schrecken ohne Ende, aber manchmal kommt man bei einem Wechsel auch vom Regen in die Traufe. (Sorry, diese doofen Sprüche waren jetzt Absicht).

      Also: Kann dir nicht so richtig helfen. was ist denn das Problem ungefähr? Sind denn noch andere Menschen betroffen? Geht es um echte Ungerechtigkeit oder um nciht angemessenes Verhalten?
      Don't speak unless you can improve the silence.
      Es geht um beides.

      Ich würde ihn mal als narzisstischen Gutsherren beschreiben, der in seiner Selbstwahrnehmnung ein wertschätzender, zugewandter Kommunikator ist. Als jemanden, der Dinge einFordert, , die er selbst nicht bereit ist zu leisten. Und leider auch als jemanden, der.sich in Details verliert und dabei den Überlich über das Ganze nicht hat, was ja eigentlich sin Job ist.

      Es ist nur ein sehr kleines Beispiel von vielen, dass er verlangt, dass man noch abends um 18 Uhr seine Mails zuhause abruft, um zu sehen, on er einen eventuell für den nächsten Morgen um halb neun einbestellt hat (vielleicht ist das in der sogenannten freien Wirtschaft üblich, ich jedenfalls muss abends um sechs gar nix mehr), während er selbst auch wichtige Mails schlicht nicht beantwortet. Über Wochen. Nicht. Sollte man dann morgens nicht erscheinen, weil man die Mail nicht mehr gelesen hat oder
      oder wenn man ihm freundlich mitteilt,dass man es so kurzfristig nicht einrichten kann, weil man z.B. einen Arzttermin hat, dann tobt er. Toben ist echt das richtige Wort. Der hat mir echt mal gesagt, dass ich ihm auch dann zur Verfügung zu stehen hätte, wenn ich frei habe.

      Und das macht der nicht nur mit mir so.

      Ob er zur Verfügung steht, wenn man ihn braucht, ist dann eine andere Sache. Manchmal weiß nicht mal sein Vorzimmer, wo er ist oder ob er in nächster Zeit mal vorbeikommt.

      ich könnte Seiten füllen. Es stresst mich, wie sehr die vorher so positive Atmosphäre bei uns ins totale Gegenteil verkehrt würde, seit es ihn gibt. Und wechseln ist leider keine Option. Ich möchte mich nur noch abgrenzen, hingehen, meine Arbeit machen und das eben nicht mehr als wichtigen Teil meines Lebens sehen, in dem ich mich engagiere, einbringe, mir Gedanken mache, versuche dazu beizutragen, dass es für die Gemeinschaft mehr ist als nur Arbeit, sondern das, was es halt mal war, nämlich ein Ort, an den man morgens echt gerne hingegangen ist.

      Das fällt mir schwer. Aber das will ich lernen. Weil mich das sonst krank macht.

      Gruß von Donna
      Youth is wasted on the Young.
      Ich bin auch jemand, der die Dinge mit nach Hause nimmt. Zwar habe ich es immer mehr gelernt in den letzten Jahren, mich davon abzulenken, aber wenn es richtig dicke kommt, kreisen meine Gedanken auch zu Hause darum. Zuletzt habe ich mir damit die Ostertage versemmelt, weil das Gedankenkarussel einfach nicht still stehen wollte. (Allerdings ging es hier um Ärger mit einer Kollegin).

      Früher habe ich die Brocken hingeschmissen in solchen Situationen. Da hatte ich aber auch keine Jobs, die es wert gewesen wären, es durchzustehen.
      Heute würde ich das wohl eher nicht mehr machen. Ich würde versuchen, es so wie meine Lieblingskollegin zu halten, die mit unserem Chef nicht gut zurecht kommt: sie hat sich vorgenommen, ihn in der Firma "zu überleben", dementsprechend schafft sie es immer wieder, wenn sie aneinander geraten sind, mit erhobenem Kopf zur Arbeit zu kommen.

      Ob diese Strategie dir helfen könnte?
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf
      Darauf wird es wohl rauslaufen müssen. Hinschmeißen und wechseln ist wie gesagt keine Option. Zum Einen laufe ich in 8 Minuten zu meinem Arbeitsplatz, was ja auch Lebensqualität ist und was für mich wichtig ist, weil ich nicht mehr ganz so gerne im Dunkeln und bei Scheißwetter Auto fahre und zum Anderen ist es ja nicht so, dass mich woanders in meinem Beruf die super neuen Herausforderungen erwarten würden und das dann spannend sein könnte. Da wäre die einzige Herausforderung, sich wieder zurechtzufinden und die neuen Kollegen kennenzulernen. Und meine alten Kollegen sind die besten, das gleicht ja auch vieles wieder aus.

      ich glaube, mir bringt es gerade viel, dass ich überhaupt mal drüber nachdenke, wie ich Grenzen ziehen kann. Und dass ich das halt jetzt so akzeptieren muss, wie es ist. Wenn der bis zum Schluss bleibt, dann hat er noch fast zehn Jahre. Damit muss ich dann wohl umgehen.

      Was mich allerdings nach wie vor echt wütend macht, ist, dass jeder weiß, dass er es nicht
      kann. Jeder. Das hat sich schon weit über die Grenzen unseres kleinen Kiezes herumgesprochen.

      Und man kann ihn einfach nicht loswerden.
      Gruß von Donna
      Youth is wasted on the Young.