Plastik

      Vorsicht, Scheißthema ...
      ich ärgere mich gerade maßlos über neue Anwohner mit 2 Huskys.
      Wir gehen hier ja alle an einem Feldweg in Richtung Wald.
      Die neuen finden es wohl super die Hundekacke in diese roten
      Kotbeutel zu tun, um sie dann am Wegrand liegen zu lassen.
      Ich frag mich was in diesen Köpfen vorgeht.
      Wenn die noch ein paar Wochen hier Gassi gehen, dann denkt man
      wohl von der Ferne, oh wie nett ein Mohnblumenfeld :(
      Keep calm and keep on trucking
      Ach, ich wusste gar nicht, dass das hier zuletzt Thema war. Dazu habe ich nämlich mal eine (wirklich wertfreie) Frage:

      In England ist mir aufgefallen, dass dort wirklich jeder diese Plastikbeutel dabei hat, z.T. werden sie stolz getragen und geschwenkt wie eine Handtasche. Aber sie liegen natürlich auch überall in der Natur herum. Hier ist es ähnlich, nur noch nicht ganz so verbreitet scheint mir, weil auch nicht an jeder Ecke eine Station dafür ist.

      Ich frage mich allerdings: wieso wird etwas ganz natürliches, verrottbares in Plastik verpackt, während man die letzte Umweltsau ist, wenn man beim Einkaufen den Stoffbeutel vergessen hat und keine Tupperdose für das Kilo Kirschen dabei hat?

      Ich finde es weiß Gott nicht toll, in Hundekacke zu treten, keine Frage, aber wenn ich mich so umschaue, wieviele Hunde es gibt, wieviele Haufen die machen und wieviel Plastik das bedeutet, fehlt mir ein wenig das Verständnis.
      Es gab doch mal diese braunen Papiertüten, sogar mit "Einschaufelvorrichtung", wo sind die geblieben?

      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf
      Das Problem ist hier auch ganz massiv vorhanden. Wir haben in der Nähe unserer Wohnung einen Spazierweg an einem Bachlauf und das Gebüsch rechts und links des Weges ist voller roter Plastikbeutel. Diese Beutel gibt es kostenfrei an so kleinen Abreiß-Stationen. Viele Hundehalter haben eine leere Tüte an ihre Hundeleine geknotet für den Fall der Fälle. Da sie kostenlos sind und für die Städte zweifellos günstiger als die Papiertüten mit Pappschaufel, haben sie diese natürlich verdrängt. Dass man die Hundescheiße aufsammelt, ist gerade in der Stadt schon ziemlich wichtig und angenehm für alle anderen, aber ich fass mir auch ans Hirn, was in den Menschen vorgeht, die die Scheiße eintüten und dann liegen lassen :patsch . Da wäre echt besser, sie lassen sie einfach im Gebüsch liegen ohne Verpackung. Das einzige, was auch zutreffend ist, dass es -zumindest in München- viel zu wenig öffentliche Abfalleimer gibt und die, die es gibt, sind immer überfüllt. Da wird anscheinend auch gespart. Aber eine Entschuldigung, den vollen Beutel einfach so in der Natur liegen zu lassen, ist das natürlich auch nicht, man könnte ihn ja mit heimnehmen.
      rauchfrei seit 17.01.2008 / Umwege erhöhen die Ortskenntnis
      Eigentlich dachte ich ja, man hätte die Beutel dabei, um den Hundekot einzutüten, mitzunehmen und dann zuhause zu entsorgen...

      Völlig irre, ein Stück Hundekot - biologisch abbaubar - in Plastik zu verpacken und das dann dain in der Natur liegen zu lassen. Da sind die Hundewohl intelligenter als ihre Herrchen.

      Aber es ist insgesamt echt traurig, wasalles in der freien Natur entsorgt wird. Einmal im Jahr gibt es hier eine Müllsammelaktion an sen Rheindämmen und im Wald. Hinterher ist immer Pressetermin. Erschütternd, wieviele Säcke voll Plastikmüll gesammelt werden, und das obwohl hier der gelbe Sack alle 2 Wochen kostenfrei abgeholt wird...
      Glück ist, wenn die Katastrophe zu Ende ist
      Was die Hundebeutel betrifft, macht es allerdings für die Umwelt keinen so großen Unterschied, ob die Beutel einfach so rumliegen oder zu Hause entsorgt werden, oder?
      Übrig bleibt das Plastik ja in beiden Fällen.
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf
      Grundsätzlich ja, Schelmine, aber bei uns z.B. wird Restmüll verbrannt, was von manchen in Bruug auf Kunststoff durchaus positiv gesehen wird. Denn so wird der fossile Brennstoff Erdöl zur Wärmegewinnung wenigstens nicht direkt verbrannt, sondern erst über den Umweg der Kunststoffe. Weiß nicht, was ich davon halten soll, aber besser, als wenn der unverrottbare Kunststoff in der Natur landet, ist es wohl allemal. Denn so manche Beutel werden dann auch noch verschämt unter irgendwelche Büsche gestopft und liegen dann womöglich für immer dort herum.
      Aus einem BALD sollte man viel häufiger ein JETZT machen, bevor daraus ein NIE wird...
      Naja, aber mich umtreibt ja nicht die Frage, ob es besser ist, wenn es liegen bleibt oder wenn es verbrannt wird, sondern dass ich es sinnfrei finde, dass etwas, das natürlich verrottet, extra in Plastik gepackt wird, wo überall woanders ein riesiger Aufriss um den Plastikverbrauch gemacht wird.
      So wie es für Q-Tips und Plastikhalme eine andere Lösung geben wird, sollte das hier auch der Fall sein. Und es gab sie ja schon.....
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf

      ScheNiSu schrieb:

      Einmal im Jahr gibt es hier eine Müllsammelaktion an sen Rheindämmen und im Wald. Hinterher ist immer Pressetermin. Erschütternd, wieviele Säcke voll Plastikmüll gesammelt werden, und das obwohl hier der gelbe Sack alle 2 Wochen kostenfrei abgeholt wird...
      Das gibt es bei uns auch. In diesem Jahr waren wir nur für zwei Stunden mit ca. 15 Leuten unterwegs. Das Bild ist das Ergebnis.....
      Dateien
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      2x im Jahr (Frühjahr und Herbst) gibt es übrigens weltweit auch von den Geocachern Events, bei denen der Müll aufgesammelt wird; nennt sich Cito (Cache in, trash out).
      Da es für die Teilnahme auch immer ein virtuelles Souvenir auf der Profilseite gibt, ist das ein beliebtes Event.
      Das Ergebnis sieht dann jeweils ähnlich aus.
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf

      Schelmine schrieb:

      Naja, aber mich umtreibt ja nicht die Frage, ob es besser ist, wenn es liegen bleibt oder wenn es verbrannt wird, sondern dass ich es sinnfrei finde, dass etwas, das natürlich verrottet, extra in Plastik gepackt wird, wo überall woanders ein riesiger Aufriss um den Plastikverbrauch gemacht wird.
      So wie es für Q-Tips und Plastikhalme eine andere Lösung geben wird, sollte das hier auch der Fall sein. Und es gab sie ja schon.....


      Das steht ja außer Frage - allerdings ist es ja so, dass wohl doch das meiste irgendwann dann von den armen Kehrmännchen und Parkwächtern oder wie auch immer die heute politisch korrekt heißen, verräumt werden muss. Wobei ich wirklich sagen muss, dass das bei uns ohnehin nicht häufig vorkommt. Ich laufe ja nun mehrmals wöchentlich durch eine sehr große Parkanlage mit entsprechendem Hundeaufkommen. Aber dass da ein Beutel rumliegt, ist echt die totale Ausnahme. Und auch sonst auf den Gehwegen in der Stadt sehr selten der Fall.

      Ich hatte übrigens angenommen, dass die Beutel aus solch verrottbarem "Plastik" sind, die es auch für Biomüll gibt und in anderen Städten auch in die Biotonnen dürfen (bei uns wegen der Verwechslungsgefahr mit echten Plastiktüten nicht erlaubt?
      Aus einem BALD sollte man viel häufiger ein JETZT machen, bevor daraus ein NIE wird...
      Aus Interesse habe ich mal gegoogelt und die Beutel sind wohl höufig tatsächlich aus so genannten kompostierbaren Kunststoffen, was die Sache aber nicht besser macht, wie ich jetzt weiß; demnach empfiehlt das UBA tatsächlich die Verbrennung unter Nutzung des Energiewertes, wenn denn überhaupt welche verwendet werden.
      Aus einem BALD sollte man viel häufiger ein JETZT machen, bevor daraus ein NIE wird...
      In der freien Natur ist es natürlich völlig sinnfrei den Hundekot einzusammeln, zumindest dort, wo Fußgänger nicht offensichtlich laufen. Aber wenn mitten auf Wald-/Wanderwegen die Hundesch...e liegt, oder gar direkt vor meinem Hoftor (ja, alles schon passiert, das gehört in den Hassthread), dann bin ich sehr wohl dafür, dass das von dort entfernt wird. Aber ich vermute mal, dass die Hundebesitzer, die das nicht tun, auch diejenigen sind, die noch anderes ganz ungeniert unterwegs entsorgen.

      Ich frag mich manchmal schon, was in den Köpfen solcher Umweltsünder vorgeht...
      Glück ist, wenn die Katastrophe zu Ende ist
      Brigitte, ich bin da ganz bei dir; ich bin ja auch für entsorgen! Und ich bin bestimmt die Letzte, die sich freut, wenn sie im Hundehaufen steht, ich bin ja sehr viel im Wald unterwegs.
      Wenn die (Plastik)-Beutel tatsächlich biologisch abbaubar sind: auch fein!
      Mir ging nur nicht in den Kopf, wenn ich mal einen hinkenden Vergleich heranziehen darf, warum man eine Umweltsau ist, wenn man 1 Kilo Kirschen in ein Obsttütchen packt, aber der Hundehaufen darf in Plastiktüten.

      Wie wäre es hier eigentlich mit dem guten, alten Tupper?! :flieg1
      (Späßle g'macht!)

      Ich möchte übrigens ganz klar sagen, bevor sich hier jemand angegriffen fühlt: das geht auf keinen Fall gegen die Hundebesitzer! Ich finde es toll, wie sich das in den letzten Jahren gewandelt hat und wie viele inzwischen die Hundehaufen weg machen.
      Mir geht halt nur nicht in den Sinn, warum nicht auch hier das Motto "Jute statt Plastik" bzw. recyceltes Papier statt Plastik heißt.
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf
      Ok, man könnte den Hundehaufen in Papiertüten einsammeln und ihn umhüllt von weiner Plastiktüte nachhause nehmen und dort dann im Biomüll entsorgen. Die Plastiktüte könnte dazu immer wiederverwendet werden. Ich verfahre zuhause mit Obst und Gemüse genau so. Ohne Umhüllung in den Korb und daheim eintüten für den Kühlschrank. Die Beutel verwende ich immer wieder. Die wasche ich aus und trockne sie an der Wäscheleine.
      Glück ist, wenn die Katastrophe zu Ende ist
      In der freien Natur verhalten sich diese Beutel wie anderer Kunststoff auch . Da zerfällt gar nichts .

      Zitat :
      "Der übliche kompostierbare Hundekotbeutel braucht 12-25 Wochen, um in einer industriellen Kompostieranlage mehr oder minder vollständig zu zerfallen. ..... Aufgrund der zu kurzen Rottzeiten werden kompostierbare Hundekotbeutel nicht abgebaut sondern nur in kleinste Mikropartikel zerlegt. Dies verschlechtert zum einen die Qualität des Humus bis hin zur Unbrauchbarkeit."
      Den vollständigen Artikel könnt Ihr hier lesen : pooplino.de/hundekotbeutel-kom…bar-oekologisch-unsinnig/

      Das ist übrigens auch der Grund warum diese Tüten nicht bei uns in die Biotonne dürfen.
      "Das Wirken der
      Natur zu erkennen, und zu erkennen, in welcher Beziehung das menschliche
      Wirken dazu stehen muss : das ist das Ziel."

      Dschuang Dsi, Das wahre Buch vom südlichen Blütenland



      Luke,
      auf den Artikel bin ich auch gestoßen. Aber der ist halt von einem Hersteller konventioneller Hundekot-Beutel, deshalb war ich ein kleines bisschen skeptisch...
      Auf die Beutel ganz zu verzichten ist in der freien Natur natürlich schon am besten. Wie der Papierbeutel im Gegensatz dazu abschneidet, vor allem, wenn er nur einmal verwendet wird, weiß ich nicht. Bei EInkaufstüten ist er jedenfalls bei einmaligem Gebrauch ökologisch nicht vorteilhaft.
      Aus einem BALD sollte man viel häufiger ein JETZT machen, bevor daraus ein NIE wird...
      Ja stimmt. Ich hatte jetzt den erst besten Artikel , den Google ausgespuckt hat heran gezogen. Ich weiß das aber schon viele Jahre , weil ich bei uns mit der AWG telefoniert habe, da ich nicht verstanden habe warum unsere Biotonnen nicht mehr abgeholt wurden . Grund waren diese Tüten. Und man hat mir dann telefonisch erklärt , warum diese Tüten nichts taugen und mir noch eine Infobroschüre zukommen lassen. Das ist jetzt schon Jahre her. Um so erschreckender finde ich es , das diese Tüten immer noch als Bio - und umweltfreundlich, kompostierbar gepriesen werde.
      "Das Wirken der
      Natur zu erkennen, und zu erkennen, in welcher Beziehung das menschliche
      Wirken dazu stehen muss : das ist das Ziel."

      Dschuang Dsi, Das wahre Buch vom südlichen Blütenland