Esme

      Ich kopiere hier für Pat den Thread Esme aus dem alten Forum rüber


      Pat schrieb:

      Nach Aylas plötzlichem Tod wusste ich erst gar nicht ob ich überhaupt wieder einen Hund haben wollte.

      Aber im Laufe der Wochen wurde es immer klarer: Pat ohne Hund funktioniert nicht.
      Nachdem ich mich verstärkt auf wildfreme Hunde geworfen habe um sie durchzuknuddeln wusste ich, dass ich wieder jemandem ein Zuhause geben möchte.

      Und so ist am 2. Dezember Esme bei mir eingezogen

      Sie ist ein sehr liebes kleines Mädchen, so knapp 3 Jahre alt und ein bisschen schüchtern.

      Allerdings hat sie es faustdick hinter den Ohren und schon so einiges angestellt

      ich werde berichten.....

      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      cora schrieb:

      Esme sieht ja trollig aus, wir haben hier auch so einen Hund im Dorf
      die Besitzer posten manchmal Bilder im Facebook
      Sehr gute Unterhaltung zumindestens für die Zuschauer
      da war mal eine verwüstete Küche und der Hund guckte total unschuldig ahnungslos
      ich hatte mir fast eingemacht vor lachen
      Also berichte uns mal alles
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      Pat schrieb:

      jaaa, die Schlapporen, die haben es mir auch angetan :love:
      das eine ist fast immer nach außen geklappt, weshalb ich sie gelegentlich "Klappohr" nenne
      dann guckt sie aber immer ziemlich indigniert, das ist wohl eher nicht nach ihrem Geschmack.

      Gefunden habe ich sie Anfang November in Fulda, ich bin dann auch gleich hingefahren und wusste sofort: das ist sie. die nehme ich mit.
      Wir sind dann ein bisschen spazieren gegangen und haben uns gegenseitig beschnuppert.

      Am liebsten hätte ich sie direkt ins Auto gepackt aber ich musste Ende November geschäftlich für 5 Tage nach Prag und einen neuen Hund aufzunehmen und dann mitten in der Eingewöhnungsphase für eine knappe Woche abhauen, das ist nicht fair.
      Also habe ich den November damit verbracht, die A7 hoch und runter zu rasen um Esme zu besuchen und mit ihr durch Regen und Matsch zu latschen
      Angesichts meines üblichen Arbeitspensums und angesichts der Tatsache, dass ich nun wirklich schon lange keine 30 mehr bin und angesichts der Tatsache, dass das letzte Jahr durchaus kräftezehrend war und von mir aus ersatzlos gestrichen werden könnte, hat mich das durchaus an meine Grenzen gebracht.

      Aber gut, es waren nur 3 Wochen, danach bin ich dann auf allen Vieren völlig fertig nach Prag gekrochen und dann habe ich die kleine Stupsnase nach Hause geholt.
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      Astrid schrieb:

      ach Pat, ich freu mich für dich das ihr euch beide einfach das LEBEN zurück gebt.
      Esme hat wieder ein tolles Hundezuhause und du wieder eine Fellnase.

      Ich beneide dich um die Bilder, weißt warum, nein, nicht weil du einen Hund hast,
      sondern weil du sie ohne Leine fotographieren kannst.
      Wie haben ja zwei, Nick den wir als Welpen bekommen haben, ihn können wir ohne
      Leine überall abrufen, egal, er kommt, er würde mich niemals im Stich lassen.
      Dann haben wir seit einem halben Luna unsere griechische Straßenhündin. Sie
      liebt mich unter Garantie auch über alles, aber mehr ihre Freiheit. Sie nutzt jede
      erdenkliche Chance der Flucht ( was ihr ca. 4 Jahre ihr Überleben gesichert hat )

      Ich finde das sooo traurig, von daher ist es für mich ein absolut super schönes
      Bild wenn du Esme nach so kurzer Zeit bei dir ohne Leine fotographieren kannst.
      Ich würde dann nur noch eine Wiese haben ... der Hund wäre weg :rolleyes:

      Lange Rede kurzer Sinn, ich freu mich für euch beide :thumbsup:
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      Pat schrieb:

      Ach, Astrid, wie schade, ich kann das gut nachvollziehen, hatte ich doch zu Beginn mit Ayla ähnliche Ängste.
      Bei Ayla hatte ich einfach Glück, dass Nr. 1 die meiste Arbeit gemacht hat.
      Vielleicht kriegt Luna sich ja auch noch ein? Gib die Hoffnung nicht auf

      Als wir mit Esme nach Hause kamen wurde sofort klar, dass sie noch nie in ihrem Leben eine Treppe gesehen hat.
      Sie stand davor und guckte mich an: hier geht es nicht weiter.
      Doch doch, habe ich gesagt und einen Fuß auf die erste Stufe gestellt. Sie hat das dann auch versucht, mit einer Pfote, ist dann aber schnell mit einem Satz rückwärts gesprungen.
      Wirklich allerliebst :love:
      Da ich aber nun mal im ersten Stock wohne hatte sie keine Wahl.
      Die ersten Tage ist sie tief geduckt hoch und runter gelaufen, fast auf dem Bauch gekrochen, sah ein bisschen aus wie eine Echse
      aber sie lernt schnell und mittlerweile springt sie die Stufen rauf und runter als hätte sie nie etwas anderes getan
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      mokkamoki schrieb:

      Sehr hübsch sieht deine Esme aus und ich finde es toll, dass du einem weiteren Hund einen Platz in deinem Herzen einräumst.
      Wir hatten übrigens das gleiche Problem: wir sind bei jedem Hund stehengeblieben und haben "oh wie schön" und "ach ist der toll" gerufen und wandern hat auch nur halb so viel Spaß gemacht.
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      Pat schrieb:

      Am Anfang hat sie gerne auf dem Schafsfell vor meinem Bett geschlafen. Da hat Nr. 1 früher schon immer gerne mal geschlafen. Ayla nicht. Aber Esme fand das auch sehr schön.

      Eines nachts wache ich auf, keine Ahnung warum, und ein Blick in Richtung Nachttisch sagt mir, dass meine Uhr aus ist. Dunkel. Mist, dachte ich benebelt. Stromausfall.
      Unsinnigerweise griff ich zum Telefon, was ja bei Stromausfall nun auch wenig Sinn hat, aber wenn ich aus dem Tiefschlaf komme pennt meine Logik für gewöhnlich noch.
      Das Telefon lehrte mich 2 Dinge: 1. kein Stromausfall, 2. 3 Uhr morgens :rolleyes

      Nun gut, die Sache mit dem blöden Wecker wollte ich klären, zumal es sich um einen Lichtwecker handelt, also die Nachttischlampe darin integriert ist. Also stieg ich ganz vorsichtig aus dem Bett, für den Fall dass Esme dort unten nächtigte. Sie war aber nicht da, ich trat dann mit Schwung auf etwas Hartes, nicht lebendiges, und hoppelte dann laut jaulend Richtung Lichtschalter. Um 3 Uhr morgens.

      Der Stecker war fein säuberlich aus der Steckdose gezogen und lag einsam auf dem Schafsfell. Esme schlief mit frisch poliertem Heiligenschein in ihrem Bettchen im Büro. Also habe ich den Wecker wieder eingesteckt und mich wieder hingeworfen.

      Ein paar Nächte später wache ich auf, Wecker dunkel. Aha, dachte ich, jetzt weiß ich ja wie es geht, stieg vorsichtig aus dem Bett, trottete zum Lichtschalter, hob den Stecker vom Schafsfell auf und - hatte nur den Stecker in der Hand. Das Kabel war fein säuberlich abgebissen.

      Esme hat es offensichtlich überlebt, denn toten Hund sah ich keinen. Sie lag - wieder mit frisch poliertem Heiligenschein - in ihrem Bettchen im Büro.
      Natürlich ließ sich der dämliche Stecker auch nicht aufschrauben, so dass ich am nächsten Tag erstmal zum Baumarkt musste. Stecker kaufen.

      In den darauffolgenden Nächten habe ich echt nicht geschlafen. Ich habe geschaut, ob in dem alten Gemäuer noch irgendwo eine brauchbare Steckdose ist, von der aus ich ggfl. ein Verlängerungskabel hinterm Bett entlang führen kann oder so. Nix. Das ist die Steckdose. Eine andere gibt es nicht. Und ich hatte echt Angst, dass die einen Schlag bekommt, wenn sie das nochmal versucht.

      Also bin ich bei jedem tatsächlichen oder eingebildeten Geräusch hochgeschreckt und habe das Licht angemacht. Damit habe ich die Kleine endgültig aus dem Schlafzimmer vertrieben. Sie schläft jetzt immer im Büro. Dort frisst sie auch keine Kabel, ich nehme an, das im Schlafzimmer lag ihr wohl im Weg.

      Kleines Biest.
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....