Kater Mikesch

      Kater Mikesch

      Tja jetzt ist ja im Bereich "Unsere Tiere" soviel los, und ich habe verdammt lange überlegt, ob ich es schreiben soll, aber irgendwie muss ich es nieder schreiben:

      Wie ihr wisst, habe ich zwei Katzen - Freigänger -.

      Da ist einmal Katzendame Momo, 6 Jahre alt, aktuell 3,5 KG schwer (war die Woche zum Impfen). Einmal durfte die Motte auch Babys bekommen (allerdings nur, weil sie uns vor dem Termin zur Kastration durch die Lappen gegangen ist :rolleyes ) und danach wurde dem, aus Vernunftsgründen, ein Ende gesetzt. Sie ist eine glücklich, zierliche, liebe, zutrauliche kleine Katze, die sich allerdings nicht gerne fotografieren lässt. Ihr Lieblingsschlafplatz ist, wenn sie denn mal im Hause ist, unter meiner Bettdecke in absoluter Körpernähe (dort schlief sie immer, als sie mit leider noch jungen sieben Wochen zu uns kam). Laut TAin der Traum von einer Katze, gesund und munter und absolut liebenswert.

      Das Gegenstück dazu ist unser Kater Mikesch. Der alte Herr wird diesen Monat 14 Jahre alt. Ausgesucht hat er uns (ich ihn) als er gerade ein halbes Jahr alt war. Ich werde diesen Tag wohl nie vergessen. Wir wollten uns beim Katzenschutzbund in OB eigentlich ein Schwarz/Weiss gemusterten Kater gleichen Alters ansehen. Als wir an dem Haus geschellt hatten, öffnete uns eine Frau mit einem schwarzen Wollknäuel auf dem Arm mit unsagbar traurigen Augen. Er schaute mich an, ich ihn - und damit war meine Wahl getroffen (die andere Katze hatte ich nicht mal mehr sehen wollen). Die Frau meinte, "Blacky" (so hieß er damals noch) würde kratzen und wäre somit für uns mit drei Jungen, davon der Jüngste gerade 3 Jahre alt, nicht geeignet. Ich ließ mich aber nicht davon abbringen.
      Drei Tag später wurde uns Mikesch gebracht, frisch kastriert, total ängstlich und ach nur bedauernswert.
      Anfassen durften wir ihn gar nicht, geschlafen hat er entweder im Katzenklo oder auf der Badezimmermatte. Er traute sich noch nicht mal auf den Teppich im Wohnzimmer.

      Einige Tage später waren wir dann das erste Mal mit ihm bei der TAin, weil er nicht abführen konnte. Sie untersuchte ihn, machte Röntgenaufnahmen und stellte fest, dass ihm irgendjemand wirklich getreten haben musste. Ein Knochen im Brustkorb wies eine alte, nicht fachgerecht behandelte Bruchstelle auf. Sein Darm musste damals geleert werden, da wir sonst Gefahr gelaufen wären, dass er einen Darmverschluß bekommt.

      Mit diesem Wissen liessen wir dem Kater ganz viel Zeit, sich bei uns einzugewöhnen. Es dauerte auch entsprechend lange, bis er endlich Vertrauen zu uns hatte. Aber wir hatten ja Geduld.

      Irgendwann im Laufe der Jahre wurde dieser verrückte Kater immer zutraulicher und anhänglicher.

      Mittlerweile ist mein Mikesch 14 Jahre alt. Auch er war diese Woche bei der TAin. Leider war sie mit ihm nicht so zufrieden:
      Gewicht sind tolle 4,5KG, also absolut nicht zu dick. Seine Hüfte macht ihm immer mehr Probleme. Er kommt sehr schlecht die Treppen hoch, lässt sich aber nicht immer gerne tragen (vor allen Dingen nicht von jedem). Der Brustkorb sowie sein Bauch sind weiterhin sehr empfindlich, aber das sind wir ja gewöhnt, Zahnstein hat er auch, aber auch dies stört mich nicht weiter.
      Was mich ängstlich und traurig macht, ist, dass mein Mikesch schwer Herzkrank ist. Dies muss er wohl schon länger sein. Da er immer draußen ist, nur zwischenzeitlich zum Essen und Schmusen reinkommt, bekommen wir ja nicht ganz so viel mit. Normalerweise müsste er Herztabletten nehmen, nur wie bekomme ich die in ihn rein. Normalerweise müsste er Ruhe halten und drin bleiben, aber auch die TAin meint, damit würde er nur unglücklich werden. Er hat es fast 14 lange glückliche Jahre bei uns geschafft, wir sollen ihn jetzt, wo er vielleicht nicht mehr lange leben wird, nicht mit Einsperren bestrafen. Jeglicher Stress sollte vermieden werden. Ein Besuch eines weiteren Tierarztes und den damit für ihn verbundenen Stress, kommt für mich nicht in Frage. Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, ist vielleicht ihm anstatt Tabletten Tropfen zu geben. Die könnte ich vielleicht in ihm rein bekommen ohne ihn groß unter Stress zu setzen. Sie konnte uns auch nicht sagen, ob sich die Impfung überhaupt noch "gelohnt" hat. Der Gedanke daran, meinen Dicken nicht mehr zu haben, macht mich unsagbar traurig. Doch solange er noch lebt, wird er so leben dürfen, wie er es mag, mit Freiheit, mit seinem Lieblingsfutter, Streicheleinheiten, wenn er sie einfordert, bürsten solange und sooft, wie er mag (er liebt es, gebürstet zu werden). Und ansonsten möchte ich nur, dass er noch eine wunderschöne Zeit erlebt.

      Lieben (traurigen) Gruß

      bine
      Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind wirst du weiter existieren, doch aufgehört haben zu leben. (Mark Twain)
      Oh weh. Ich finde deine Einstellung toll, daß du ihm noch einen schönen Lebensabend bereitest. Es wird ihm bestimmt noch gutgehen, in seiner vertrauten Umgebung und bei deiner fürsorglichen Pflege. Jetzt drücke ich dich auch ganz dolle.....und :knuddel1 Das ist ja wirklich alles schlimm..

      Sei ganz lieb gegrüßt

      Katrin
      Liebe Bine

      lass dich erst mal :knuddel1 ich wuerde es genauso machen, nicht einsperren ihn weiter so leben lassen wie er es gewohnt ist. Die Idee mit den Tropfen finde ich gar nicht so schlecht, die koenntest du ihm doch mit einem Leckerli oder etwas Thunfisch unterschmuggeln. Ich wuensche euch beiden noch ganz ganz viel Zeit miteinander.


      einen lieben Gruss
      Patricia
      Och Mensch Bine,

      das tut mir leid zu hören, dass es Mikesch so schlecht geht :knuddel1 ich kann mich nur den anderen anschließen, die gesagt haben du handelst richtig indem du ihn rauslässt.
      Alles andere wäre für ihn echt blöd denke ich :wnix. Schade, dass wir in so Katzenköpfchen nicht reinschauen können.

      Auf der anderen Seite, seid ihr wenigstens darauf vorbereitet und bekommt nicht die Hiobsbotschaft einer überfahrenen Miez. Oder gar die Ungewissheit wo er denn sein könnte. Sondern ihr könnt euch von ihm verabschieden, vielleicht mag er auch demnächst gar nicht mehr so oft raus.......wer weiß....Tiere spüren das ja oft.

      Das Hundchen meiner Eltern macht uns auch Sorgen zur Zeit, mag nichts mehr fressen und noch nichtmal ihre geliebte Milch trinken:wnix........

      Das ist immer blöd, weil man mit Tieren nicht darüber reden kann und macht uns etwas ohnmächtig......
      Danke für eure lieben Antworten.

      Nein, einsperren würde gar nicht gehen. Er würde es einfach nicht aushalten.

      Andererseits sage ich mir / sagen wir uns auch immer, dass vor 13 1/2 Jahren niemand, noch nicht einmal die TA's daran geglaubt haben, dass er überhaupt so alt wird. Er war ja niemals richtig gesund. Es hat auch keiner daran geglaubt, dass er mal so viel Vertrauen in seine Menschen haben wird. Heute lässt er sich hier bei uns von der ganzen Nachbarschaft streicheln, von der Lieblingsnachbarin füttern und verwöhnen und hat noch nicht mal vor Jerry, dem ständig bellenden Nachbarhund mehr Angst. Hier bei uns gilt er als sehr liebes Tier und die kleine Momo als Zicke (und gerade diese Zicke hat sich gestern Abend von biko noch jede Menge Streicheleinheiten abgeholt). Meine Vermieterin hat ständig einen der beiden in ihrer Anwaltskanzlei. Der Andere bewacht dann immer das Treppenhaus.

      Wir hoffen einfach und versuchen es zu verwirklichen, dass er einen wundervollen, katzengerechten Lebensabend hat.

      Lieben Gruß

      bine

      Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind wirst du weiter existieren, doch aufgehört haben zu leben. (Mark Twain)
      Oh Bine, :knuddel1 :knuddel1 .

      Klar, das Mikesch jetzt nicht drinnen bleiben wird/will - und ehrlich gesagt warum auch? Er darf sein Leben genau so weiterleben wie bisher und das finde ich einfach viel viel wichtiger, als ihn zu schonen. Es würde ihm vielleicht einige wenige Wochen bringen, die er dann zwar unter Kontrolle aber vermutlich vollkommen unglücklich verbringen würde.

      Wenn ich mich recht erinnere kommen sie doch relativ regelmäßig nach Hause? Da hilft wohl nur, ihn tatsächlich immer hoch zu tragen. Wenn es ihm nicht gut geht, wird er sich das vermutlich auch eher gefallen lassen.

      Tabletten verabreiche ich derzeit, indem ich die in ganz wenig Wasser auflöse und unters Futter mische. Funktioniert zumindest bei Kassi sehr gut.

      Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass Mikesch noch eine ganz Weile gut leben wird und würd mich freuen, wenn du weiter berichtest. Gib ihm mal ne kleine Streicheleinheit von mir mit. Hat er sich ja letztes mal auch gefallen lassen von mir gestreichelt zu werden ;)
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      @bine: :knuddel1 & :troest ... ich schließe mich den anderen an; laß ihm sein jetziges schönes Leben weiterleben. Ist immer schwer wenn absehbar ist, das Tiere nach so vielen Jahren gemeinsamen Lebens nicht mehr da sein werden. Wir hatten das ja letztes Jahr ja auch mit unserem Kater, von daher kann ich mich gut in eure Gefühlslage hinein versetzen.

      LG Chris
      Oh bine, das ist wirklich traurig, dass Mikeschs Lebenserwartung wohl nicht mehr so hoch ist... tut mir sehr leid!

      Du kannst aber stolz darauf sein, ihm trotz so schlechter Prognosen ein schönes, katzengerechtes Leben ermöglicht zu haben und ich unterschreibe bei allen dahingehend, dass er sein Leben weiterleben darf, wie er es gewohnt ist. Ich bin kein Katzenkenner, mag sie aber sehr gerne.

      Ich bin sicher, Du wirst ihm seine ihm verbleibende Zeit so angenehm wie möglich machen und wünsche Deinem Mikesch eine möglichst schmerzfreie Zeit.

      Liebe Grüße

      sunny :sonne

      P.S. Der Tipp von chili hört sich doch gut an - probiers doch mal aus?
      __________________________________________________________
      Man kann den Tag nicht verlängern, aber man kann ihn verschönern.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „sunny“ ()