Warum scheitern so viele?

      Warum scheitern so viele?

      Originalposting, mit dem dieser Thread einmal begann, war von Medial am 19.01.2004:

      Guten Morgen Leute,



      wenn ich so die Beiträge der letzten Tage lesen, stelle ich leider
      fest, dass viele wieder umgefallen sind. Das gilt übrigens auch für
      mich (leider schon wieder vor fast zwei Wochen).

      Ich frage mich wirklich, was "Euch geritten" hat, dass Ihr die berühmte eine Zigi geraucht habt.



      Für mich selber kann ich das so beantworten, dass bei mir nach fünf
      Tagen der Punkt kam, dass mir alles egal war, was mir die Tage vorher
      so wichtig war. Warum genau weiss ich nicht.

      Ich hatte während der ganzen Zeit keinen Tropfen Alkohol getrunken,
      also eine Willensschwäche aus dieser Richtung konnte es eigentlich
      nicht sein.



      Das ich unter dem "Wieder-Rauchen" mindestens so sehr leide, wie in den fünf Tagen merke ich ständig.

      Es bleibt mir also gar keine andere Wahl als es wieder zu versuchen,
      oder besser gesagt, nicht zu versuchen, sondern es zu machen.



      Wieso seit Ihr schwach geworden ? Was macht Ihr jetzt / werdet Ihr beim nächsten Mal anders machen ?



      Ein ratloser Medial


      Hier gehören eure Erfahrungen rein, warum und weswegen ihr "umgefallen" seid, was das Aufhören so schwer gemacht hat für euch.....
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf
      Bei mir waren es ziemlich persönliche Gründe, über die ich nicht sprechen möchte. Ich hoffe, es ist in Ordnung, dass ich dennoch was dazu schreibe.

      Es ging schon längere Zeit so, dass viele Dinge bei mir so ausschauten, dass immer öfters der Gedanke an eine Zigarette aufkam. Im Grunde war es aber eine Kurzschlussreaktion, mit bekannten Folgen, die ich mehr als bereue. Es waren so diese Momente im Leben, wo alles gleichgültig ist, alles. Oder wo man sich das zumindest so sehr herbeisehnt, dass alles gleichgültig ist. Ich weiß nicht, von welcher Warte aus ich es betrachten soll. Es war so ein Gefühl, dass da ein Gedankenkarussell stattfindet und all die kreisenden Gedanken einfach nicht einzufangen sind und dass nichts auf der Welt die Gedanken langsamer und erträglicher drehen lässt, so sehr ich es mir gewünscht hätte. Es ging nicht. Vieles war unerbittlich und einfach nicht wegzuwischen. Nicht aus dem Alltag und auch sonst nicht. Es ging nicht. So sehr ich es mir gewünscht hätte. Vielleicht war ich mir selbst in diesen Momenten auch einfach gleichgültig geworden. Es war so eine Gleichgültigkeit, die alles zunichte machte. Die Jahre des Nichtrauchens und auch andere Dinge.

      Zigaretten machen nichts besser, das lese ich oft hier, und es stimmt auch. Nichts wird besser, schöner oder gar erträglicher, so sehr man es sich vielleicht manchmal wünscht. So sehr ich es mir selbst gewünscht hatte. Aber dem war nicht so. Keine dieser Hoffnungen erfüllte sich. Die Zigarette schafft nur noch mehr Leere, bis heute. Es ist ein unglaublich leeres Gefühl, sich nach all den Jahren wieder rauchend zu sehen und zu erleben. Irgendwie ist es irreal und doch realer, als man es sich jemals ausgemalt hätte. Ein bisschen ist es so, als ob die Vergangenheit einen wieder einholt. Nicht nur die Vergangenheit mit Zigarette in der Hand, auch andere Dinge, die zu Raucherzeiten so präsent waren. Die unschönen Dinge, die wir wohl alle kennen und die man eigentlich nur verwünschen kann.

      Ich weiß nicht, ob ich das nächste Mal etwas besser machen kann. Aber mir ist aufs Neue bewusst geworden, dass Zigaretten nicht dabei helfen, dass irgendetwas besser wird. Nichts löst sich in Luft oder gar Rauch auf und das Gedankenkarussell fährt auch mit Rauch nicht langsamer. Auch wenn das so ein irrationaler Teil in mir gehofft hatte. So ist es nicht. Alles läuft unerbittlich und schnell weiter, auch das Unschöne. Mit Qualm ist es noch unschöner und unerbittlicher. Aber das ist mir jetzt erst so richtig bewusst geworden. Vielleicht kann das ein Schritt in die richtige Richtung sein und vielleicht kann ein neuer Anlauf das Karussell langsamer drehen lassen, weil man selbst beteiligt ist und sich nicht nur von (Sehn)Süchten beflügeln lässt. Eigentlich eine schöne Vorstellung...

      Danke fürs Zuhören.

      Catalina
      Als ich vor 17 Jahren nach 3 Jahren rauchfrei wieder anfing war es die typische "NurdieeineZigarette". Damals fand ich es nicht sehr schlimm in kürzester Zeit wieder eine Schachtel täglich zu rauchen.

      Vor 4 Jahren dann hörte ich auf, für 9 Monate, dann lag meine Oma im Sterben. Ich habe sie die ganze Zeit begleitet, das war enorm belastend und ging an meine Grenzen. Ich meinte es ohne Zigaretten nicht schaffen zu können und fing wieder an! Ich redete mir ein, dass, sobald alles hinter uns lag, ich sofort wieder aufhören würde. Dieses wieder aufhören hat fast 4 Jahre gedauert!.

      Jetzt bin ich seit 4 Monaten rauchfrei und habe schon ein paar sehr belastende Situationen überstanden. Ich dachte auch diesmal kurz daran, dass eine Zigarette mich befreien würde, aber wirkliche Gefahr bestand nicht zu rauchen. Ich werde es auch nie wieder tun, davon bin ich überzeugt.

      Claudia
      Am 01.01.2008 zurück zur Normalität

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Claudia41“ ()

      Meinen ersten Versuch, damals war es tatsächlich ein Versuch, startete ich nach knapp 30 Jahren Rauchkarriere mit zwischen 50 und 60 Zigaretten am Tag. Ich hielt 3 Tage durch dann war mir langweilig und ich rauchte wieder wie zuvor. Vor rund 3 Jahren war ich soweit ! Ich wollte aufhören und diesmal aber wirklich. Ich habe gelitten und hab mich durchgebissen. Es funktionierte und die Wochen verstrichen ohne Rauch, auch wenn es mir sehr schlecht ging. Ich war stolz, was mir keiner zugetraut hatte war wirklich geworden.

      Aber wie das Leben so spielt, brach von heute auf morgen die Welt zusammen ! Innerhalb von 3 Wochen erhielt ich die Diagnose "Krebs" - mein Partner wollte nach 25 Jahren so mit mir nicht mehr weiter leben und ich stand vor den Scherben meines Lebens und meiner Beziehung. Nichts ging mehr als ich aus der Klinik kam und meine Welt war nur noch zum Kotzen. Als ich endgültig den Halt verlor griff ich zur Zigarette und habe an ihr für kurze Momente einen Halt gefunden. Daher verstehe ich Jeden der in Extremsituationen zur Zigarette greift. Aber, leider, diese Momente wurden immer kürzer und ich stellte wieder einmal fest, auch bei mir wird durch das Rauchen nichts besser, schöner oder erträglicher und keines meiner Probleme verschwand im Qualm. Das größte Problem war war aber nun, ich rauchte wieder und war ganz schnell wieder bei meinen 60 am Tag.
      Aber, aufgeben war doch noch nie so ganz meine Sache gewesen !

      Vor fast genau einem Jahr am 05.05.2007 habe ich nach 36 Jahren aufgehört zu rauchen und ich bin stolz drauf ! :xyxthumbs "Ich habe aufgehört !"

      Und so soll es auch bleiben, egal wie das Leben und meine Mitmenschen mich auch beuteln.
      Nichts kann so schlimm mehr werden, dass ich bereit bin wieder Halt an einer Zigarette zu suchen !
      Nur Mut - straucheln, ja auch mal scheitern kann jeder - aber aufstehen und weiter kämpfen ist wichtig ! :troest
      Einer für Alle, Alle für Einen
      Ich habe das erste mal aufgehört zu rauchen ich glaube 1988 und war ganze 10 Jahre lang rauchfrei.

      Dann bekam ich gravierende gesundheitliche Probleme durch starkes Ãœbergewicht, war insgesamt fast 5 Monate in Kliniken und auf REHA`s. Beim letzten Klinikaufenthalt wurde mir gesagt das ich erst dann nach Hause darf wenn ich deutlich an Gewicht verloren habe und auch die Bereitschaft zeige zuhause weiterhin Gewicht zu reduzieren. Da ich nach Hause wollte (logisch irgendwie) nahm ich ab.



      Im Prozess des Abnehmens ging es mir immer besser. Ich fühlte mich so wohl, das ich innerhalb von knapp 18 Monaten 45 kg Gewicht verlor. Das Abnehmen ansich war richtig und gut, nur das WIE war grundverkehrt. Der Grund warum ich nach 10 Jahren wieder angefangen hatte zu rauchen war schlicht und ergreifend HUNGER. Kurz "danach" war es dann soweit. Ich rauchte wieder meine 2 Schachteln/Tag und hatte von 45 abgenommenen kg weit über die Hälfte wieder drauf. Bei dem Gewicht ist es leider bis heute geblieben.



      Ein zweites mal habe ich mit dem Rauchen aufgehört kurz nachdem ich meinen 2. Ehemann kennen und lieben gelernt habe. Diesesmal war ich clean für etwas über ein Jahr. Dann, am 31.3.2001 wurde meine Hündin vor meinen Augen von einem LKW erfasst und buchstäblich in Fetzen gerissen. Ich schwankte zwischen einer Buttel Schnaps oder EINER Zigarette. Da ich grundsätzlich sogut wie nie Alkohol trinke, es mir-wenn ich dann mal einen leichten bis mittleren JUHU habe- die nächsten 3 Tage sterbenselend geht, entschied ich mich für EINE Zigarette.Ich glaube 3 Tage sterbenselend wäre besser gewesen denn bei dieser einen Zigarette blieb es selbstredend nicht. Schnell war ich wieder bei 2-2,5 Schachteln Filterzigaretten und später dann bei 40-50 selbstgedrehten Sargnägeln.



      Seit 10.04.2008 bin ich wieder rauchlos unterwegs. Meistens geht es mir supergut, manchmal kommen Verlustängste die mir meine Sucht einzureden versucht. Bis jetzt war ich trotz mehrerer brenzliger Situationen immer noch ein gewaltiges Stück von der Versuchung zu rauchen entfernt und hoffe natürlich das es so bleibt bzw noch besser wird.Ich nehme leider noch mehr an Gewicht zu, doch das ist jetzt eben einfach erst mal so. Meine Waage habe ich vorerst aus meinem Leben verbannt. Die nächste brenzlige Sache gibt es ab nächsten Samstag. Dann fahre ich zusammen mit meiner Tochter und meinem Jagdhund nach Ungarn um dort zu trainieren. Alle aus dieser Gruppe rauchen und wir sind mehr oder weniger eine ganze Woche unter einem Dach.



      Ich würde soooo gerne sagen "Ich rauche nie wieder" doch immer bleibt im Hinterkopf: "Sag niemals nie"



      LG Martina
      Die Gerechtigkeit siegt
      irgendwann
      Ich hab Geduld

      NMR seit 10.04.2008