Jedes Ende ist auch ein Anfang....

      Ach ja, treulose Tomate.....

      Heute dann mal zwei Bilder, weil ich echt glücklich bin, dass Julie wohl doch noch eine Weile bei mir bleiben kann (ich hatte heute schon die schlimmsten Vorstellungen, weil ihr Zustand die letzten Tage deutlich schlechter geworden ist).

      Grad bin ich mit ihr vom Tierarzt zurück. Seit Oktober hat sie ziemliche Atemprobleme und würgt auch sehr viel. Vermutlich hat sie einen Tumor im hinteren Rachen/Kehlkopf/Speiseröhre. Genau wissen wir es nicht, weil ich sie dazu in eine Narkose legen lassen müsste, was ich in ihrem Alter einfach ablehne. Sie ist nach wie vor am Springen, schläft aber seit jetzt etwa drei Wochen mehr als gewöhnlich. Sie frisst nur noch in Etappen (zum Glück mag Kassi ihr Futter nicht) und in den letzten Wochen scheint auch ihr Hörvermögen deutlich schlechter geworden zu sein. Nachdem gestern die Nickhaut vorgefallen ist, habe ich sofot einen Termin gemacht.

      Sie hat nun eine heftige Entzündung im hinteren Rachenraum, es ist alles gerötet. Da ich nach wie vor eine Narkose in ihrem Alter für falsch halte, habe ich mich jetzt mit der Tierärztin (ich war sonst immer bei ihrem Mann, der aber eine Narkose auch nicht mehr empfiehlt) darauf verständigt, dass wir es mal mit Cortison versuchen. Nötigenfalls bekommt sie jetzt alle 4 - 6 Wochen eine Spritze (sofern das anschlägt) um ihr noch eine möglichst schöne und schmerzfrei Zeit zu verschaffen.

      Kassi ist auch deutlich ruhiger geworden, lässt sich aber auch nach 10 Jahren bei mir nur sehr sporadisch anfassen und streicheln. Mein Nachbar, der die beiden immer betreut wenn ich mal weg bin, ist da "rabiater". Er lässt sich einfach nicht beeindrucken und nimmt sie vorm Füttern immer mal wieder auf den Arm, streichelt sie kurz und gibt sie dann wieder frei. Nach seiner Aussage lässt sie sich das auch immer (wenn auch wiederwillig) gefallen. Aber aus Kassi mache ich sicher keine Schmusekatze mehr, wenngleich sie es ab und zu zulässt, dass man sie länger streichelt. Dabei darf ich mich dann aber weder bewegen noch sie ansehen. Sowie sie das merkt ist Schluss.

      Bilder
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      Bäumchen, du machst alles richtig. Wieso sollte man Julie mehr quälen, als notwendig. Sie ist eine alte Dame, hat ein wundervolles Leben bei dir. Solange sie nicht wirklich Schmerzen hat und sich quält, lass sie ihre letzten Wochen, Monate genießen. Sie ist ruhiger geworden, ja das stimmt. Aber sie hat ja auch ihr Alter. Eine Narkose käme für mich bei ihr auch nicht mehr in Frage. Ich hoffe und wünsche dir und uns, dass uns Julie noch lange erhalten bleibt.

      LG Bine
      :knuddel1
      Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind wirst du weiter existieren, doch aufgehört haben zu leben. (Mark Twain)
      Leider gehts weiter mit schlechten Nachrichten. Bei Julie weiß ich ja, was mich erwartet - nun ist aber Kassi das Sorgenkind.

      Sie hat seit dem Wochenende weder gefressen noch getrunken (oder nur minimal getrunken). Am Mittwoch ist sie mir dann durch die Tür entwischt und hat sich unter meiner Hochterrasse versteckt. Ich konnte sie nicht hervorlocken und so blieb sie zunächst einmal über Nacht draußen (bei uns sind weder Gewitter noch Regen).

      Als ich gestern morgen nachgesehen habe, lag sie praktisch unverändert dort. Ich konnte aber sehen, dass sie atmet.

      In den letzten Wochen war mir durchaus aufgefallen, dass sie träger ist als sonst und sich gern zurückzieht (mehr noch als sowieso), habe da aber nicht allzuviel drüber nachgedacht. Gefressen haben beide sehr schlecht - das kenne ich aber schon aus den Vorsommern.

      Ich bin dann mittags nach Hause, weil ich ohnehin keine Ruhe zum Arbeiten hatte. Sie lag nach wie vor unter der Terrasse und ich konnte sie zumindest übers Kellerfenster beobachten. Kassi ist ja sehr schreckhaft, hat aber auf mein Anrufen mit nicht mal einem Meter Abstand fast gar nicht reagiert. Irgendwann ist es mir gelungen sie unter der Terrasse hervorzulocken. Sie lag dann im Gebüsch unter kühlenden Blättern. Für nachmittags hatte ich bereits meinen Nachbarn gebeten, sie mit mir einzufangen, damit wir zum Tierarzt können. Bis er dann kam war sie schon wieder unter der Terrasse verschwunden. M. hat sich dann unter die Terrasse gezwängt und versucht sie da raus zu holen. Sie hat ihn auch relativ dicht an sich ran gelassen, aber zu greifen hat er sie nicht bekommen. Sie ist dann verängstigt in den Garten, wo wir weiter versucht haben sie einzufangen. Bei der Gelegenheit hat sie M. auch mächtig in die Hand gebissen. Heute morgen hat er mir gesagt, dass es sich sehr entzündet hat und er gleich nochmal zum Arzt fährt (war gestern schon hin). Kassi ist dann zum Glück in die Küche gerannt von der es keine Fluchtmöglichkeit mehr gab. Ich konnte sie dann in die Tasche setzen und bin zum Tierarzt.

      Beim Tierarzt wurde sie erst mal sediert, so kann man an Kassi nicht ran. Ich sollte zwischenzeitlich nach Hause fahren. Die TA rief mich dann an um zu fragen, ob sie Blutbild und Infussion machen dürfte. Selbstverständlich. Kassi war praktisch vollständig dehydriert und hat erst einmal 500ml Kochsalzlösung bekommen. Die Blutwerte haben ergeben, dass alle Parameter schlecht sind. Insbesondere die Niere und der Zucker. Zeitgleich hat sie im gesamten Maul/Rachen/Halsbereich eitrige Entzündungen. Ihre Zähne sind ebenfalls in einem katastrophalen Zustand. Bei der Niere ist sich die TA sicher, dass es sich um eine Niereninsuffizienz handelt, beim Zucker will sie sich nicht festlegen, da alle Werte schlecht sind.

      Ich hab sie dann nach Hause geholt und sie lag/liegt seit gestern unter einem (gut zugänglichen) Schrank im Esszimmer. Sie hat heute nacht weder gefressen (stand auch nur minimal was, brauche erst Nierenfutter) aber auch nicht getrunken. Zum Klo war sie definitiv auch nicht, ob vielleicht unterm Schrank was ist, konnte ich nicht sehen, da ich sie dazu verscheuchen müsste.

      Die ganze Aktion war natürlich nicht ganz billig, das war mir bisher aber auch egal. Allerdings hat die TA vor, nächste Woche ihre gesamten Zähne zu sanieren. Kostenpunkt etwa 800 Euro gesamt. Das wären dann innerhalb einer Woche mal eben 1100 Euro. Würde ich auch irgendwie hin bekommen - aber die entscheidende Frage ist: Lasse ich das überhaupt machen? Ich denke, so lange die Nierenwerte nicht in einem für die Krankheit vertretebaren Wert gesunken sind, möchte ich die OP verschieben. Mein Plan wäre erst einmal eine weiter Blutuntersuchung und dann zu schauen. Das Problem ist allerdings, dass ich nächstes Wochenende komplett nicht zu Hause bin, mein Freund M. ebenfalls nicht da ist und ich so eine Lösung für die Betreuung suchen muss. Kriege ich sicher auch hin. Aber wenn ich die OP verschiebe: ich fahre in etwas über 14 Tagen in Urlaub - da ist dann erst recht keiner "richtig" da. M. wird sich zwar kümmern, aber der sitzt nun auch keine Stunden im Haus um zu sehen, wie sich Kassi verhält. Ich bin so richtig hin- und hergerissen, wenngleich ich bezüglich einer Besserung ihres Zustandes nicht sehr optimistisch bin. Nach 500ml Kochsalzlösung müsste die kleine Maus zwischenzeitlich auf jeden Fall mal gepinkelt haben....
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      Ach Bäumchen, wie traurig.
      Ich kann Deine Überlegungen wegen der Zahn-OP auch sehr gut nachvollziehen.

      ich würde erstmal sehen, ob die anderen Dinge sich bessern, so eine Vollnarkose und Behandlung sind ja auch für das Tier kein Pappenstiel.

      Ich drücke jetzt mal die Daumen, dass es ihr bald wieder besser geht und schicke Deinem tapferen Helfer unbekannterweise viele Grüße.
      Liebe Grüße
      Pat

      Everything is going to be fine in the end. If it's not fine it's not the end
      :knuddel1 ich kann nachempfinden wie du dich im Moment fühlst.

      Du kannst deine Kassi am Besten einschätzen und den besten Weg für sie finden. Das Zeitproblem und Finanzen sind das Eine, aber die Belastung der Behandlung mit ständigem Einfangen und Sedierung beim TA das Andere, da müsste für mich schon Aussicht auf ein gutes Stück zufriedenes Weiterleben bestehen.

      Ich befürchte auch, die Niereninsuffizienz ist der entscheidende Punkt.
      Neid sieht nur das Blumenbeet, nie den Spaten.
      Mensch Bäumchen was für eine verzwickte Situation.
      Eine Katze mit Niereninsuffizienz braucht sehr intensive Pflege. Einer meiner beiden verstorbenen Kater hatte das auch. Ich war ständig beim Tierarzt. Die tägliche Medikamentengabe wurde zu einer richtigen Qual für das Katerchen und für mich auch. Letztendlich hatte ich aber nur sein Leiden verlängert. Wenn ich mich nochmal entscheiden müsste, würde ich ihn früher gehen lassen, denn die letzten zwei Monate waren sehr leidvoll für meinen Kater.
      Deinem tapferen Nachbarn wünsche ich alles Gute, so ein Katzenbiss ist ja nicht ungefährlich.

      Ich bin mir sicher, dass du den richtigen Weg für deine Katze findest und nehme dich mal in den Arm. :knuddel1
      Liebe Grüße, Susanne


      Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.
      Marie von Ebner-Eschenbach
      Meine Nr. 1 hatte am Schluss ja auch Niereninsuffizienz.
      Sie hat danach noch etwa ein gutes Jahr gelebt. Ohne Qual. Sie bekam Medikamente, ich habe selbst für sie gekocht und sie war fröhlich und soweit fit.
      Es kann also so oder so gehen.
      Liebe Grüße
      Pat

      Everything is going to be fine in the end. If it's not fine it's not the end
      Kassi liegt jetzt seit über 36 Stsunden unter dem Schrank. Nach wie vor hat sie weder gefressen, noch getrunken, noch war sie auf dem Klo. Ich schätze, dass sie durch das Antibiotikum noch wach gehalten wird.

      Wenn sie ihr Köpfchen hebt, dann ist das nur kurz, scheinbar ist sie einfach zu schwach. Wenn ich nur versuche mit meiner Hand in ihre Richtung zu kommen, bekommt sie sofort Panik. Sie versucht sich noch weiter an die Wand zu drücken und kann - wenn ich das aufgrund des wenigen Platzes unter dem Schrank richtg sehe - nicht mehr richtig aufstehen. Das könnte ich allerdings auch fehlinterpretieren.

      Gerade deshalb macht es mir es so schwer die Entscheidung zu treffen. Ich würde sie, wenn ich sie jetzt unterm Schrank hervorhole, noch einmal ungemein stressen. Ich hätte mir ehrlich gesagt gewünscht, sie würde einfach einschlafen, damit ich ihr den Weg zum Tierarzt ersparen kann. Ich glaube einfach nicht mehr, dass sie sich erholen wird. Ich hab ihr die geliebte Katzenmilch mit den Medikamenten hingestellt - sie rührt sie nicht an. Und Katzenmilch hat im allerletzten Notfall bisher immer gezogen.

      Eine Freundin meines Sohnes - sie ist ausgebildete Tierarzthelferin - hat mir ihre Hilfe angeboten. Leider kennt Kasse die nun gar nicht, aber allein werde ich sie nicht kriegen. Selbst wenn ich einen Tierarzt finde, der einen Hausbesuch macht, würde sie diesen auch nicht an sich ran lassen. Auch hier wäre also Streß pur für Kassi angesagt.

      Ich weiß echt nicht was ich tun soll.
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      Pat, :knuddel2

      Danke an euch alle.

      Kassi ist jetzt in der Tierklinik. Chris Freundin ist vorbei gekommen und hat sie mit ihrer Erfahrung recht schnell in den Transportkorb bekommen. Bis zum dem Zeitpunkt hatte sie immer noch nicht gefressen usw.

      In der Tierklinik - mit einer ausgesprochen tollen verständnisvollen Ärztin - hat sie dann vor Angst gepinkelt. Zum Glück, denn das ist ja richtig gefährlich. Sie wurde sediert, untersucht und Blut abgenommen. Das Ergebnis war besser als ich erwartet hatte. Die Nierenwerte sind schlecht - aber noch nicht zu schlecht. Der Leberwert ist ebenfalls schlecht, aber das ist aufgrund der Situation ein "normales" Ergebnis. Gleiches gilt für den Zucker - der könnte stressbedingt so hoch sein, ist bei Katzen wohl recht häufig.

      Am schlimmsten ist tatsächlich ihre Erkältung. Sie bekommt durch die Nase überhaupt keine Luft. Daher riecht sie auch weder Futter noch die Milch. Darum ist sie jetzt auch in der Klinik geblieben. Sie bekommt Inhalationen, Medikamente, nochmals einen Tropf und wird die nächsten beiden Tage nach Möglichkeit aufgepäppelt. Die Ärztin war sehr optimistisch - von Abschied erst einmal keine Rede.

      Morgen kläre ich wie es sich über Nacht entwickelt hat. Eventuell - das muss ich mir noch überlegen - würde ich dann die OP auch gleich machen lassen, soweit ihr Zustand das zulässt. Dann bleibt sie halt noch eine Nacht da.

      Ich will aber nicht zu euphorisch sein - es kann auch sein, dass wir das nicht in den Griff kriegen. Dann steht Montag wieder eine Entscheidung an. Aber da mache ich mir Montag Sorgen drüber, im Moment bin ich einfach nur erleichtert, dass ihr geholfen wird. Ohne Chris Freundin hätte ich das nicht geschafft.

      Ganz verwundert war ich, als ich nachfragte mit welchem Betrag ich wohl zu rechnen hätte. Inkl. dem heutigen Blutbild und der Untersuchung usw. mit Übernachtung bis Montag und den weiteren jetzt folgenden Behandlungen sind das nicht mal 250 Euro! Da musste ich nun wahrlich nicht drüber nachdenken. Ja, und ich werde mir überlegen, ob ich zukünftig nicht direkt immer in die Klinik fahre. Alles vor Ort, sehr nette Menschen und Preise, die in keinem Verhältnis zu meinem Tierarzt stehen.
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      Das neueste von der Katzenfront:

      Die Behandlung schleint anzuschlagen. Die Nase wird langsam etwas besser. Sie ist sehr unamüsiert über das was da gerade mit ihr passiert. Fressen tut sie leider immer noch nicht, aber immerhin pinkelt sie schon mal wieder . Morgen nach Hause wird wohl eher nichts. Eventuell lasse ich auch gleich noch die Zahn OP machen, wo sie schon mal da ist.

      Ich berichte weiter.
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....