Freundschaften & Menschen im Leben

      Freundschaften & Menschen im Leben

      Hallo,

      mich bewegt das schon seit Längerem, fand das aber immer zu komisch, darüber etwas zu schreiben...Vielleicht ist das auch komisch und unpassend, ich weiß es nicht.

      Wie viel bedeutet euch denn Freundschaft? Was verbindet ihr damit? Wann würdet ihr denn jemanden als Freund/Freundin bezeichnen?


      Irgendwie gibt es sowas bei mir nicht im Leben. Und wenn ich rückblickend auf manche "Beziehungen" zurückblicke, kann ich diese auch nicht mehr als Freundschaft bezeichnen. So etwas gab es eigentlich nie, wenn ich es recht bedenke. Vielleicht entstand in manchen Momenten das diffuse Gefühl, doch das war nie von Dauer. Zumindest im Rückblick.

      Wie kommt man denn mit jemandem ins Gespräch, dass so etwas überhaupt entstehen kann? Was macht ihr da und was sagt ihr da? Ich bin zwar durchaus, mehr oder minder zwangsläufig, von Menschen umgeben, doch eine größere Nähe entsteht da nie. Eigentlich wünsche ich mir das auch nicht, da ich ein längeres Beisammensein mit vielen Menschen seit jeher immer als unglaublich anstrengend empfinde. Vermutlich ist das schwer bis gar nicht nachvollziehbar, aber ich finde das unglaublich erschöpfend, sowohl psychisch als auch in physischer Hinsicht.
      Es ist auch oft so, dass ich Feiern etc. absage, weil ich so viele Menschen auf einem Raum einfach nicht ertragen kann. Mit einer oder ganz wenigen Personen geht das schon leichter. Da kann ich mich auch sehr drauf freuen, sehr.. Allerdings nur, wenn das sehr durchgeplant ist. Ich finde es äußerst beängstigend, mich einfach mal so spontan Abends mit jemandem zu treffen. Das geht irgendwie nicht. Da brauche ich irgendwie Zeit, mich innerlich vorzubereiten und das in Gedanken zu durchlaufen, was da auf mich zukommt. Vielleicht sind das eher Ängste, ob ich richtig reagiere, der Andere mich wirklich mögen kann, ja und überhaupt Ängste, wie ich mich denn dann verhalten soll und was ich sagen kann.

      Mir fällt da einfach nichts ein, was dem Austausch förderlich wäre. Small Talk war noch nie so mein Ding und kann ich einfach nicht. Das meine ich wirklich nicht abwertend, mir fällt da nur oft nichts ein oder ich weiß nicht, wie ich mich da unbefangen äußern kann. So wie andere Menschen, da klappt das ja anscheinend.

      Die meiste Zeit bin ich gerne alleine. Ich mag einen geregelten Tagesablauf und spontane Treffen finde ich beängstigend und anstrengend. Ãœberhaupt alles, was mich von meinem Alltag entfernt, aufgrund unerwarteter Dinge. Langfristig geplante Treffen sind in Ordnung+können auch sehr schön und sein, wenn es sehr wenige Menschen sind, die ich sehe. Das würde ich mir schon manchmal sehr wünschen.Hach je, das klingt wohl alles völlig verrückt, aber mich erschöpft das unendlich, mich unter vielen Menschen zu bewegen. Oft aber wünsche ich mich doch Nähe, weiß aber nicht, wie man das macht. Irgendwie kommt es mir manchmal so vor, als würde mich so eine unsichtbare Wand von dem Rest der Welt trennen, deren Regeln ich weder kenne noch anwenden kann. Jedenfalls nicht so, dass ich eine Nähe erfahren kann, wo ich mir nicht einmal sicher bin, wie sehr mich diese wieder überfordern würde, wenn sie denn Realität würde.

      Wie macht man denn das, dass man Menschen findet, mit denen man etwas teilen kann? Ich weiß, dass man dafür in zahlreiche Clubs, Treffen, Vereine etc. pp. gehen kann, aber das bringt mich nicht weiter. Ich kann auch an diesen Orten irgendwie nicht das geben, was Andere scheinbar geben können, so meine Erfahrung. Gleichzeitig bin ich mir nicht sicher, ob ich das alles so möchte. Und doch ist da manchmal so eine Sehnsucht, die ich irgendwie nicht in Worte fassen kann?!

      Entschuldigt bitte, jetzt ist das so ewig lang geworden.

      Liebe Grüße
      Catalina
      Eigentlich wünsche ich mir das auch nicht, da ich ein längeres Beisammensein mit vielen Menschen seit jeher immer als unglaublich anstrengend empfinde. Vermutlich ist das schwer bis gar nicht nachvollziehbar, aber ich finde das unglaublich erschöpfend, sowohl psychisch als auch in physischer Hinsicht.
      Es ist auch oft so, dass ich Feiern etc. absage, weil ich so viele Menschen auf einem Raum einfach nicht ertragen kann.


      Hm, Catalina. Ich wußte ja schon immer irgendwie, dass wir beide uns ein bisschen ähnlich sind. Ich kann und mag das ebenfalls nicht. Was heißt: Ich mag eigentlich schon, aber ich kann nicht.

      Ich kann mich eigentlich nur so ganz und gar auf drei, vier Personen *einlassen*. Darin enthalten sind schonmal meine Eltern und mein Bruder. Bleibt also mit ganz viel Glück eine weitere Person *übrig*. Ich meine jetzt so wirklich ganz und gar. Alle anderen laufen bei mir unter: "Aus den Augen aus dem Sinn" oder besser gesagt, ich sorge unterbewusst dafür, dass es so ist. Nicht, dass ich das so will, aber ich kann nicht anders. Ein wirklicher Freund oder eine Freundin ist also für mich etwas ganz Besonderes, was ich mir wünsche, aber so gut wie nicht aufbauen bzw. aufrechterhalten kann. Ich benötige auch unglaublich viel Vorbereitungszeit für alles. Bis dahin sind die oberflächlichen Bekanntschaften schon längst weg - habe ich ja dann auch so forciert. Und die wirklich interssierten fragen sich wohl, ob ICH überhaupt an einer Freundschaft interessiert bin. Und das in meiner "Vorbereitungszeit" so lange, bis diese auch irgendwann weg sind. Das ist wohl der Knackpunkt.

      Es gibt z.B. bei mir einige Leute, die selbst nach Monaten und Jahren - ohne dass ich mich jemals gemeldet hätte - mich anrufen, sich freuen, mich mal wieder zu hören oder zu sehen... ich freue mich dann auch ganz ehrlich. Aber ich kann das darüberhinaus nicht aufrechterhalten und habe ein richtig schlechtes Gewissen dabei. Ich merke, dass sich andere wirklich Mühe geben während ich wieder Distanz schaffe. Das liegt also eindeutig an mir. Weil ich es auch irgendwann als *anstrengend* empfinde ständig mit jemanden Kontakt zu haben, auf den ich mich nicht ganz und gar eingelassen habe. Warum auch immer.

      Ich kann ganz gut mal "nett einen Drauf machen" mit diesen Leuten, aber ich fühle mich schon bald immer so sehr verpflichtet, dass ich die nächsten Male lieber vermeide.
      Das ist wohl die empfundene Anstrengung dabei. Ständig habe ich "Angst", dass ich der Alleinunterhalter sein müsste - für den tollen Abend verantwortlich sein müsste - dabei ist es eigentlich gar nicht so. Aber es ist einfach anstrengend.

      Vielleicht erwartest du auch zuviel von dir selbst Catalina. Dabei erwarten die anderen dies eben von dir nicht. Man zieht sich zurück, obwohl man dies nicht müsste.

      Small Talk ist auch nicht mein Ding. Ãœberhaupt nicht. Aber gerade an diesem merkt man doch, dass der Gesprächspartner vielleicht auch etwas abtastend unsicher ist.
      Wir sind also nicht allein, machen uns vielleicht nur mehr Gedanken um das drumherum - das rede ich mir zumindest ein... obwohl ich manchmal denke, dass mich wohl kein Mensch verstehen könnte weil es ja vielleicht doch mehr ist als "sich zu viele Gedanken machen". Und ich frage mich wie du: Geht es anderen Menschen auch so?

      Das, was uns vielleicht unterscheidet ist: Ich möchte gerne was ändern. Du bist dir unsicher, ob du es überhaupt ändern möchtest. Aber: Natürlich möchtest du, sonst würdest du das alles gar nicht schreiben. Und wenn man möchte, dann überwindet man doch hin und wieder seinen inneren Schweinehund - auch wenn es anstrengend ist ;)
      Und ich muss sagen: Das lohnt sich.

      LG Grace
      Ich will ja nicht sagen, dass ich Superwoman bin ... aber wir wurden noch nie zusammen in einem Raum gesehen.

      Wie viel bedeutet euch denn Freundschaft? Was verbindet ihr damit? Wann würdet ihr denn jemanden als Freund/Freundin bezeichnen?
      Freundschaft bedeutet mir persönlich sehr viel. Ich habe auch tatsächlich nur eine Person außerhalb meiner Familie, die ich wirklich als Freund bezeichnen würde. Viele Bekannte habe ich auch aber so richtig als Freund bezeichne ich tatsächlich nur einen. Diese Freundschaft ist über die Jahre einfach gewachsen. Es fing als Kinderfreundschaft in der Schule an und hat tatsächlich bislang über 16 oder 17 Jahre überdauert. Wie so etwas entsteht, kann ich nicht sagen. Ich glaube, das ein Freund / Freundin eine Art Seelenverwandter ist. Ist eine Freundschaft nicht eigentlich die perfekte Beziehung? Mal ernsthaft, es gibt doch eigentlich keine Vorwürfe, keine Eifersucht, keine Erwartungen, keinen Frust. All das was eine Liebesbeziehung gefährden kann, fehlt einfach bei einer Freundschaft. Und harmoniert vielleicht deshalb so gut?[i] Und überdauert dabei die meiste Zeit?

      Spannendes Thema!


      [/i]
      "Freunde in der Not gehen 1000 auf ein Lot" ---mit diesem Leitfaden bin ich bisher ganz gut gefahren. Wenn ich mir Leute anschaue, die meinen sie hätten zig Freunde, naja. Ich nenne sowas Saufkumpanen oder Langeweilevertreiber, aber echte Freunde stehn zu einem bis in den Tod und ind en übelsten Situationen des Lebens. Feiern gehen ist leicht, aber jemandem beistehen dem es beschissen geht, das ist die wahre Kunst von Freundschaften . Und ausser auf die Familie und den PArtner im Leben kann man sich doch kaum auf was oder wen verlassen!!! Schön, dass es sowas aber auch gibt!!! :flame2

      RE: Freundschaften & Menschen im Leben

      catalina schrieb:


      Wie viel bedeutet euch denn Freundschaft? Was verbindet ihr damit? Wann würdet ihr denn jemanden als Freund/Freundin bezeichnen?


      Irgendwie gibt es sowas bei mir nicht im Leben. Und wenn ich rückblickend auf manche "Beziehungen" zurückblicke, kann ich diese auch nicht mehr als Freundschaft bezeichnen. So etwas gab es eigentlich nie, wenn ich es recht bedenke. Vielleicht entstand in manchen Momenten das diffuse Gefühl, doch das war nie von Dauer. Zumindest im Rückblick.

      Eigentlich wünsche ich mir das auch nicht, da ich ein längeres Beisammensein mit vielen Menschen seit jeher immer als unglaublich anstrengend empfinde. Vermutlich ist das schwer bis gar nicht nachvollziehbar, aber ich finde das unglaublich erschöpfend, sowohl psychisch als auch in physischer Hinsicht.

      Witzig, ähnliches habe ich in meinem Kurthread geschrieben, das war auch ein Grund für mich zu Flüchten.
      Bei spontanen Treffen hab ich allerdings kein Problem, das mach ich fast lieber als geplante.


      Mir fällt da einfach nichts ein, was dem Austausch förderlich wäre. Small Talk war noch nie so mein Ding und kann ich einfach nicht. Das meine ich wirklich nicht abwertend, mir fällt da nur oft nichts ein oder ich weiß nicht, wie ich mich da unbefangen äußern kann. So wie andere Menschen, da klappt das ja anscheinend.

      Irgendwie kommt es mir manchmal so vor, als würde mich so eine unsichtbare Wand von dem Rest der Welt trennen, deren Regeln ich weder kenne noch anwenden kann.

      Naja, das stimmt auch, das kann ich Nachvollziehen. Manche würden mich als arrogant bezeichnen, aber für mich habe ich entschieden, daß 80% der Leute ..mhh,. wie sag ich das jez...es nicht wert sind, daß ich mehr als einen Gedanken an sie verschwende. Und ich habe Freunde, die sehen das genauso, es gibt auf der Welt einfach sehr viele, mit denen man nichts anfangen kann, und wenn man....nicht blöd ist...reflektiert...Erwartungen hat...dann ist das einfach so. Provokante Aussage: dumme Leute leben glücklicher (weil sie sich eben nicht diese Gedanken und andere machen)

      Wie macht man denn das, dass man Menschen findet, mit denen man etwas teilen kann? Ich weiß, dass man dafür in zahlreiche Clubs, Treffen, Vereine etc. pp. gehen kann, aber das bringt mich nicht weiter. Ich kann auch an diesen Orten irgendwie nicht das geben, was Andere scheinbar geben können, so meine Erfahrung. Gleichzeitig bin ich mir nicht sicher, ob ich das alles so möchte. Und doch ist da manchmal so eine Sehnsucht, die ich irgendwie nicht in Worte fassen kann?!

      Du findest die Leute nicht, ihr findet euch, das ist auf jeden Fall meine Meinung. Ich kann jeden Abend unterwegs sein, und treffe nicht einen, für den es lohnt, mehr Zeit zu investieren (den ich lege keinen Wert auf einen riesigen Bekanntenkreis, dazu bin ich eben auch zu gerne alleine). Du gehst einkaufen, sprichst durch Zufall drei Worte mit jemanden, und ihr geht daraufhin Kaffee trinken, völlig ungeplant, aber da ist eine Basis, über die man sich austauschen kann, da kann man über Gott und die Welt reden, auch über persönliches.

      Ich hab im Lauf meines Lebens einige solcher Leute getroffen, man weiß es einfach, das passt, das ist wie in der Liebe. Und ich habe sehr wertvolle Freundschaften gefunden, alle anderen bleiben so auf der Strecke


      Ich bin mit mir so wie ich bin und lebe, mit den Leuten, die ich habe, sehr zufrieden, mehr will ich nicht, mehr brauch ich nicht. Und ich steh zu meiner Macke, meiner "Arroganz", ich pflege sie inzwischen sogar und bin froh über mein Anderssein. Aber das ist vielleicht eine Sache des Alters, ich denke, du wirst früher oder später auch dahin kommen, Catalina, es sei denn, deine Sehnsucht nach "Nähe" ist größer.

      Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Freude im Leben

      lg

      manou

      die mal neugierig ist, wie sie jetzt für diese Aussagen zerpflückt wird :" />
      Wer schöne, selbstgestrickte Socken möchte, kann sich gerne an mich wenden
      Freundschaft - ja - schwierig...

      Es sind viele Menschen durch mein Leben getreten, viele, die mich ein Stück Weg begleitet haben. In der Kindheit, in der Ausbildung, in späteren Stationen... Es war immer ehrlich für einen gewissen Zeitraum, in welchem beide Seiten sich etwas zu geben hatten. Aber es hat sich auch immer an einem gewissen Punkt auseinandergelebt, meistens um den Zeitraum herum, an dem der gemeinsame äußerliche Rahmen sich auflöste.

      An diese Menschen denke ich gerne zurück, denn sie sind ja auch ein Teil meiner Geschichte. Auch wenn ich es meistens war, die dafür gesorgt hat, dass diese Freundschaften langsam versiegen, so waren sie doch wichtig und wertvoll - für den Augenblick. Ich mag es nicht, wenn man krampfhaft an altem festhält. Wenn man sich nichts mehr zu sagen hat, dann sollte man sich das auch eingestehen und eine Veränderung zulassen.

      Es gibt eine Freundin, die bleibt. Ich lernte sie in der Ausbildung kennen. In diesem Jahr ist das zwanzig Jahre her. Das ist das, was Degger beschreibt: es ist eine Art Seelenverwandtschaft. Die ersten drei Jahre, in denen wir uns kannten, verbrachten wir gemeinsam. Dann trennten sich unsere äußeren Wege und wir gingen in völlig verschiedene Richtungen. Seitdem kann es sein, dass wir in dem einen Jahr vier mal telefonieren, dann wieder ein Jahr gar nicht. Das letzte Mal gesehen haben wir uns vor vier Jahren. Wir schreiben Briefe (noch so richtig altmodisch). Keiner trägt dem anderen nach, wenn der sich mal eine Weile nicht meldet. Keiner hat eine Erwartung an den anderen. Wenn wir nach einem Jahr miteinander sprechen, dann ist das so, als hätten wir uns gerade gestern noch gesehen. Es gibt kein Zeit und Raum in dieser Beziehung.
      Es kommt vor, dass sie mir schreibt und ich an den Briefkasten gehe, weil ich weiß, dass da ein Brief von ihr angekommen ist.
      Dann gibt es noch etwas, was diese so sehr unterscheidet, wie alle anderen mir bekannten. Wir reden nicht über das Alltägliche, sondern wir gehen auf eine andere Ebene. Das lässt sich ganz schwierig beschreiben.

      Ich lebe seit etwa fünf Jahren ohne den Kontakt zu anderen Menschen im freundschaftlichen Sinne. Es hat sich in meiner neuen Lebenssituation einfach noch nicht ergeben... Das ist teilweise sehr schwierig, weil ich denke, man braucht jemanden, dem man sich mitteilen kann (im Alltag). Jemand, der auch einfach mal vor der Tür steht und auf einen Kaffee vorbei kommt. Den Tag etwas bunter macht. Es gibt so viele interessante Menschen, die etwas zu geben haben.
      Natürlich hatte ich auch in den letzten Jahren Kontakt zu Menschen, die gerne näher mit mir bekannt sein wollten. Aber ich kann nichts mit Mädels anfangen, die als Hauptthema "Shoppen" und "Frisur" haben und die mit irgendwelchen Jeansformat-Begriffen um sich werfen, die ich noch nie im Leben gehört habe. Dafür ist mir dann auch meine Zeit zu schade. Oder besser gesagt, es langweilt mich dann einfach nur.
      Mary

      Bewusst Sein
      Freunde?

      Ich hatte in der Schulzeit eine "beste" Freundin. Wir sind durch dick und dünn gegangen und wir dachten immer nichts auf der Welt könnte uns trennen. Mit dem Schulabschluß war es dann fast vorbei. Als wir uns im letzten Jahr beim Klassentreffen sahen, hatten wir uns so gut wie nichts zu sagen. Das fand ich unglaublich traurig. Sie ist ein sehr rationeller Mensch, ich bin sehr gefühlvoll. Da prallen heute - im Erwachsenenleben - Welten aufeinander.

      Klar folgten danach immer wieder Freundschaften. Aber keine war so intensiv wie diese.

      Heute würde ich eher sagen ich habe einige sehr gute Bekannte, einige lose Bekanntschaften und eben auch ein paar Menschen, die ich kenn, mit denen ich mal feiern kann, aber mehr auch nicht.

      Ich bin auch sehr gern allein. Ich genieße es mit einem Buch im Garten/Couch zu sitzen, vorm PC - insbesondere hier im Forum - zu quatschen. Ich muss nicht ständig jemanden um mich herum haben. Im Gegenteil. Je regelmäßiger ich jemanden sehe, desto mehr Abstand schaffe ich.

      Dennoch fehlt mir ein "Freundeskreis". Also wirklich Leute, bei denen ich mal eben vor der Tür stehe um einen Kaffee zu trinken. Oder die eben mal kurz bei mir vor der Tür stehen. Mit denen ich mal irgendwas unternehme, Kino, Theater, Disco, Stadtfest, Freizeitpark etc. pp. Aber da arbeite ich gerade an - und denke, dass wird auch was. Aber sowas wächst eben und lässt sich nicht von heute auf morgen finden.

      Ist auch gut so. Ich bin nämlich im Moment ausgelastet genug ;)
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      ich hatte meistens nur einen guten freund. wenn überhaupt. ich bin nicht so der menschenfreund, und small-talk ist auch nicht mein ding. obendrein brauchts bei mir ewig, bis ich jemanden vertraue. meine jetzigen freunde hab ich alle im i-net kennengelernt, weil ichs da irgendwie einfacher finde, mit fremden leuten überhaupt mal zu reden.und wenn man sich dann mal trifft, kennt man sich ja schon ;)
      real krieg ich da kaum den mund auf, was dann für die andren zu dem schluss führt, ich wär überheblich, eingebildet, etc. also meiden die mich, genau wie ich sie. :wacko:
      seit ich in dieser stadt hier wohne, also seit 4 jahren inzwischen, hab ich ausser meinen kollegen nicht einen menschen, den ich wenigstens als bekannten bezeichnen würde. das ist sogar für mich rekord. allerdings störts mich kaum.
      Es muss auch Indianer geben
      Ich habe eine beste Freundin, seit nunmehr 34 Jahren. Uns verbindet enorm viel. Sie kennt mich in und auswendig, weiß sofort wann es mir schlecht geht, hört schon beim Hallo sagen, ob mich etwas bedrückt.Umgekehrt genauso. Wir leben seit wir 16 sind 120km auseinander, unserer Freundschaft hat das nie geschadet. Wir haben Urlaube zusammen verbracht, den letzten jetzt erst im Juni auf Korfu, kennen unsere Kinder seit Geburt an, natürlich. Sie ist mein zweites Ich, meine absolute Seelenverwandte.

      Sie ist ganz tief in meinem Herzen verankert und ein sehr, sehr wichtiger Mensch für mich.

      Dann gibt es noch einen, den ich Freund nennen würde. das wars! Es ist sehr schwierig mein Freund zu werden. Bekannte/r ja, aber Freund, da muss ich erst sehr viel Vertrauen aufgebaut haben und das dauert bei mir Jahre.

      Manchmal vermisse ich schon jemanden der einfach mal spontan reinschneit, durch meine vielen Umzüge allerdings ist es mehr als schwer gewesen etwas aufzubauen. Ich bin durchaus kontaktfreudig und geh auch auf fremde Menschen zu, allerdings bin ich auch sehr direkt und ehrlich, womit vor allem Frauen so ihre Probleme haben. Dazu kommt, dass ich, obwohl selber Frau, viele typische Verhaltensweisen eben dieser verabscheue. Die Stutenbissigkeit untereinander z.B., oder das Intrigenspinnen. Mit MÄnnern komme ich im Allgemeinen besser aus.

      Claudia
      Am 01.01.2008 zurück zur Normalität
      Meine Erfahrung sieht eher so aus, dass man gute Bekanntschaften und erst recht Freundschaften nicht erzwingen kann.
      Sie ergeben sich einfach. Natürlich haben es Menschen einfacher die viele Kontakte nach Aussen haben, die gerne auf Partys
      und zu Einladungen gehen; für die Small Talk kein Problem ist; die witzig und originell jede Situation in der Öffentlichkeit meistern.
      Wer kann das schon und mein Gefühl aus diversen Partys sagt mir, dass die Hälfte aller Partybesucher eigentlich,
      genauso wie ich, lieber wo anders wären. Man muß dann eigentlich schon eher Glück haben dort eine gute Bekanntschaft oder
      sogar Freundschaft zu finden.

      Hat man dann tatsächlich irgendwo einen Menschen gefunden, der auf gleicher Wellenlänge ist, sollte man sich davor hüten
      frühzeitig an eine Freundschaft zu glauben. Ob es sich tatsächlich um eine Freundschaft handelt wirst du erst feststellen,
      wenn es dir einmal ganz schlecht geht. Leider habe ich festgestellt, dass sich spätestens dann die angebliche Freundschaft
      in Luft auflöst. Meist handelt es sich eben nur um eine Bekanntschaft und das sind Beziehungen wo der Eine gibt und der
      Andere nimmt. In wie weit man bereit ist die Rolle des Gebens zu tolerieren muß jeder für sich bestimmen. Zu oft
      endet aber eine Bekanntschaft wenn man selber nicht mehr bereit ist weiter mehr zu geben als zu nehmen. Solange es nicht
      gelingt ein Gleichmaß im Nehmen und Geben zu finden entsteht eben keine Freundschaft.

      Manchmal frage ich mich, ob es sich wirklich lohnt immer wieder Anstrengungen zu unternehmen um neue Beziehungen und
      Bekanntschaften zu knüpfen. Zu oft ist die Enttäuschung groß, wenn sich wieder die Erwartungen, die man in den Anderen
      gesetzt hat zerschlagen. Vielleicht erwarte ich auch einfach zu viel von anderen Menschen. Aber ohne andere Menschen bleibt
      nur noch die Einsamkeit und die frisst uns auf und im Extremfall tötet sie uns. Der Mensch ist eben nicht dazu erschaffen allein zu sein !

      Z.Zt. gibt es nur 2 Menschen, die ich als meine Freunde bezeichnen würde, wobei ich eine davon diesem Forum zu verdanken habe.
      Ich hätte gerne viel mehr "Freunde" und Bekannte da ich schon keine Familie habe, aber wie gesagt dafür fehlt auch mir die Offenheit
      anderen Menschen gegenüber. Manchmal fürchte ich auch, dass mit jeder menschlichen Enttäuschung die man erleidet, die Freiheit
      schwindet auf neue Menschen zu zugehen und sich auf etwas wie eine Beziehung einzulassen. Dies gilt wohl in gleichem Maße für
      Freundschaften wie für Liebesbeziehungen.
      Tut mir leid, auch ich habe bisher kein Patentrezept gefunden :nixweiss . Wenn jemand eines hat ?!
      Vielleicht hilft es uns allen.
      Einer für Alle, Alle für Einen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Anna59“ ()

      Nein Ulrike, ein Patenrezept hat sicher niemand von uns.

      Ich habe für MICH festgestellt, dass ich mit einer enormen Portion Vorsicht an "Freundschaften" gehe. Und um mein Freund zu werden braucht es vermutlich Jahre. Wenn es denn überhaupt gelingen würde.

      Hat aber den Vorteil, das man eben auch nicht enttäuscht ist, wenn die erhoffte Freundschaft eine Bekanntschaft bleibt. Ich erwarte einfach nicht mehr so viel vom gegenüber (und werde dennoch immer wieder mal sehr enttäuscht)
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....

      Guten Morgen,

      erst einmal ganz herzlichen Dank an euch für die offenen Schilderungen. Ich entdecke in manchen Dingen doch mehr Parallelen, als ich es mir vorgestellt hätte. Vor allem bei euch beiden, Grace und manou.

      Mehr fällt mir im Moment leider irgendwie einfach nicht ein, aber ich wollte mich doch wenigstens bedanken. Und habe jetzt doch Einiges zum Nachdenken. Vielleicht später noch mehr dazu.

      Lieben Gruß
      Catalina
      Ich habe einen guten Freund, dem ich alles erzählen kann, der für mich da ist und mich so nimmt, wie ich eben bin.
      Mein bester Freund ist mein Mann.
      Weitere Freunde habe ich nicht.
      Smal Talk kann ich nicht gut.
      Ich komme schnell mit Leuten ins Gespräch, aber ich bin nicht in der Lage, etwas aufzubauen.
      Und sollte es doch mal gehen, muß man ja eine Freundschaft pflegen und spätestens da scheitert es dann.
      Viele Jahre, war ich der Meinung
      Brauch ich alles nicht
      alle doof, außer mir

      So im groben zusammengefasst.
      Aber im Laufe der Zeit, glaube ich immer mehr
      Selbstschutz
      Angst vor Enttäuschung

      Heute denke ich wie die Rose vom kleinen Prinzen
      Wenn ich jeden Abend mit einem Windschutz abgedeckt werde, bin ich zwar geschützt,
      aber ich werde nie einen Schmetterling kennenlernen.

      Als ich im Kloster war, habe ich eine Frau kennengelernt, die genau das Gegenteil von mir war, so auf den ersten und zweiten Blick.
      Sie war organisiert
      bodenständig
      als Mutter fast ne Glucke

      und was hier iegendwo im Alltag nie passieet wäre, war dort möglich.
      Wir haben uns kennengelernt
      Und stehen heute noch im Briefkontakt.
      Manchmal sind die Menschen, die einem zuerst so unsympatisch erscheinen, in Wirklichkeit ziemlich nahe.
      lg
      "Manchmal ist es das vernünftigste, einfach herrlich verrückt zu sein." HP
      NMR seit 25.10.2005 [urlwww.essskulptur.de[/url]

      Bäumchen schrieb:

      Ich habe für MICH festgestellt, dass ich mit einer enormen Portion Vorsicht an "Freundschaften" gehe. Und um mein Freund zu werden braucht es vermutlich Jahre. Wenn es denn überhaupt gelingen würde.

      Hat aber den Vorteil, das man eben auch nicht enttäuscht ist, wenn die erhoffte Freundschaft eine Bekanntschaft bleibt. Ich erwarte einfach nicht mehr so viel vom gegenüber (und werde dennoch immer wieder mal sehr enttäuscht)

      Komisch, o.g. Zitat hätte auch von mir sein können, obwohl ich grundsätzlich diesbezüglich ganz anders bin als du Bäumchen.

      Ich habe nämlich sehr gern Menschen um mich, telefoniere mal einfach locker mit jemandem oder treff mich auf einen Kaffee.
      Aber vielleicht liegt es bei mir tatsächlich daran, dass ich ja nun schon bei der Arbeit allein bin und nicht unter Kollegen, das fehlt mir einfach.

      Ansonsten ist gerade im Moment für mich das Thema Freundschaft ein sehr wichtiges und und spannendes.

      Einerseits, weil ich mich eine gewisse Zeit quasi im luftleeren Raum befunden habe; ich habe mich in den letzten 10 Jahren in vielerlei Hinsicht sehr verändert, mein Leben komplett umgekrempelt, und meine "alten", mir sehr wertvollen Freundschaften sind dabei auf der Strecke geblieben.
      Derzeit arbeiten sowohl meine Freundin (mit der ich, wären wir verheiratet, dieses Jahr Silberhochzeit feiern würde) als auch ich daran, ob sich das noch einmal optimieren lässt, nachdem wir auf der letzten Party in Trinklaune rührselig festgestellt haben, dass uns das so nicht reicht, wie es geworden ist (von täglichem Telefonkontakt reduziert auf 2xjährlich telefonieren zum Geburtstag mit oberflächlichem blabla und das, obwohl wir ca. 15 Mintuen Fußweg auseinander wohnen).
      Ich bin gespannt, ob sowas funktionieren kann mit so einer großen Lücke und auch einem dicken Krach dazwischen.

      Einen guten Freund habe ich dann noch, bei dem ich im Verlauf der Jahre gar nicht gemerkt habe, wann er eigentlich zum Freund geworden ist, weil er ein Mitbringsel vom Mann meiner Freundin ist, sprich sein bester Freund.
      Nun ja, in 25 Jahren, in denen man sich immer wieder bei den gemeinsamen Freunden trifft, bleibt da einfach vermutlich nur noch die Chance, sich ebenfalls anzufreunden :D

      Dann wäre da noch eine ehemalige Arbeitskollegin, die ich nun nach 17 Jahren doch vielleicht inzwischen eher Freundin als ehemalige Arbeitskollegin nennen würde :happy1
      Leider ist sie allerdings ausgewandert nach Spanien, und so ist der Kontakt jetzt auch etwas reduziert.
      Zurückgelassen hat sie uns und noch zwei weitere Freunde von ihr, die wir erst kurz vor ihrer Auswanderung kennengelernt haben, und ausser, dass wir uns alle recht sympathisch fanden, wussten wir nicht viel voneinander und versuchen nun trotz und alledem eine freundschaftliche Verbindung zueinander zu halten, weil wir ahnen, dass wir alle ganz gut zueinander passen. Das ist mal was spannend! :shock

      Viele Menschen haben schon meinen Weg gekreuzt, bei einigen sah es auch mal zwischenzeitlich aus, als könnte sich was draus entwickeln und hat sich dann doch wieder auf Bekanntschaft reduziert, aber das ist auch ok so! Ich muss nicht mit jedem dicke Freund sein, nette und gute Bekanntschaften ohne Verpflichtungen sind mir genauso lieb, zumal auch ich derzeit immer noch nicht sagen kann, ob ich überhaupt schon wieder in der Lage bin, Freundschaften richtig zu pflegen.

      Mal sehen, was die nächsten Jahre so mit sich bringen und wann auch ich mich mal wieder fragen werde, wann bestimmte Personen eigentlich aufgehört haben, meine Bekannten zu sein und zu Freunden geworden sind und umgekehrt.
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf