Der Einbürgerungstest

      Emissary schrieb:

      Und die gleichen Leute können einem alle DSDS-Gewinner in richtiger Reihenfolge aufsagen
      *grins* Da sieht man mal wieder, welche Fortschritte wir doch seit Schillers "Ãœber die ästhetische Erziehung des Menschen" in Richtung "mündige Staatsbürger" gemacht haben :pfeif ; die Mathematik hat dafür sogar (große Erfindung) ein eigenes Zeichen eingeführt: 0 .
      Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen! [Andre Maurois, frz. Historiker]

      Emissary schrieb:

      ... vielleicht wäre es ja auch möglich die Menschen mal in einem Zeitraum von ca. 5-10 Jahren zu beobachten und sie dann anhand ihres Handelns zu beurteilen.

      Gruß Chris


      Wie soll das denn gehen? Würdest du dafür eigene dem Innenministerium zugenordnete Spitzelabteilungen einrichten, die dann die Beobachtungen von Immigranten koordinieren? Wie müssten die sich denn verhalten, damit wir sie nach 5 bis 10 Jahren nicht wieder rauswerfen? Deutsch? Wer würde das definieren?

      Wer die Fragen hier zu einfach findet: welche Fragen würdet ihr denn stellen? Welche Frage kann man nicht entweder auswendig oder unehrlich beantworten?

      Ich hab auch zu viele Fragen, ich sehs schon.
      Donna
      Gruß von Donna
      Youth is wasted on the Young.
      Na ja, es gibt da schon einige Daten auf die man zurückgreifen könnte; z.B. Strafverfolgungsbehörden, Jugendamt,Sozialamt, Schulamt, Arbeitsamt, Ausländerbehörde usw. Wenn man vor einer Einbürgerung vorhandene Daten abfragen und von einer unabhängigen Gruppe als Hilfskriterien bewerten lassen würde?
      Den Fragebogen halte ich allerdings auch für ein Deckmäntelchen!

      Gruß Ruhri
      NMR seit 18.01.2004
      Naja, wenn schon nichts anderes, so erreicht man damit zumindest, dass sich der neue Staatsbürger ein bisschen mit seinem neuen Land beschäftigt.
      Ist doch auch was. Wenn auch vielleicht nicht viel.
      Zumindest ist die Liste der zu lernenden Präsidenten kürzer als die der USA :happy1
      Liebe Grüße
      Pat

      Everything is going to be fine in the end. If it's not fine it's not the end
      Der Einbürgerungstest soll (bereits hier lebende wohlgemerkt) Migranten grundsätzlich dazu bringen sich mit relevanten Gesellschaftsbereichen auseinander zu setzten.
      Ob dies die richtige Form ist kann man wohl diskutieren, aber das Anliegen ist durchaus berechtigt.
      Es werden ja auch Vorbereitungskurse angeboten, die entsprechende Kenntnisse vermitteln sollen.
      Das Bestehen oder Nichtbestehen garantiert aber schon mal gar nichts.
      Nicht jeder, der einen Führerschein besitzt ist auch geeignet ein Fahrzeug zu bedienen. Aber immerhin hat er sich etwas damit auseinandergesetzt.

      Grundsätzlich müssen wir nach meiner Meinung bei der Migration umdenken.
      Wir brauchen, nicht nur aus demografischen Gesichtspunkten, Zuwanderung - und zwar Qualifizierte.
      Der einzige praktikable Weg der Zuwanderung ist derzeit die Heirat und das kann es nicht sein.
      Hochqualifizierte Fachkräfte (z.B. aus Polen) sind dagegen an uns vorbei z.B. nach England gewandert und selbst die Saisonarbeiter finden woanders bessere Bedingungen vor. (Mindestlohn)

      Wie bedeppert manche Politiker noch an ihren Fremdängsten hängen und uns "Das Boot ist voll!" suggerieren zeigt folgendes Beispiel:

      Der CSU-Abgeordnete Max Straubinger kritisierte unterdessen das neue Konzept für die leichtere Zuwanderung ausländischer Fachkräfte. "Unser Arbeitsmarkt ist auch jetzt nicht vernagelt", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Er forderte, das inländische Arbeitskräftepotential zu nutzen. "Bei den Arbeitsagenturen sind fast 11.000 arbeitslose Elektro- und Maschinenbauingenieure gemeldet." Es gebe "jede Menge Qualifizierungsangebote durch die Bundesagentur, die Arbeitgeber auch endlich wahrnehmen müssen".


      Jo - wo sind die denn alle? Und wie "nicht vernagelt"?
      Für eine s.g. deutsche Greed Card musste z.B. ein Verdienst in Höhe von 50.000 € p.A. nachgewiesen werden.
      Erst dann gab es die Arbeitserlaubnis - übrigens auch für ausländische Studenten nach Abschluss ihres Studiums hier.
      Hö. hö und prompt habe einige Dutzend Fachkräfte dieses lukrative Angebot angenommen. 8)

      Die IHK und das Forschungsministerium sind da "etwas" anderer Meinung.

      Im vergangenen Jahr hat der Fachkräftemangel die deutschen Unternehmen nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) insgesamt 3,5 Milliarden Euro gekostet.

      Dazu rechnet man pro "Schlüsselqualifikation" mit zusätzlichen drei - vier Arbeitsplätzen.
      Gar nicht eingerechnet und zunehmend ist der s.g. "Braindrain" - also die Emigration von deutschen Fachkräften ins Ausland.

      Wir sind schon etwas bekloppt: Jahrelang haben wir alle kommen lassen und uns nicht um unsere Einwanderer gekümmert (Deutschland ist KEIN Einwanderungsland - Helmut Kohl)
      Jetzt bräuchten wir sie dringend, legen aber die Latte so hoch, dass sie keiner nehmen kann. :bonk
      Hi!
      Wer die Fragen hier zu einfach findet: welche Fragen würdet ihr denn
      stellen? Welche Frage kann man nicht entweder auswendig oder unehrlich
      beantworten?

      Wenn man das bisher angedachte System (Multiple- Choice) nutzen will, dann hier mal ein, zwei Beispiele:

      Bei einer Bundestagswahl kann ich meine Stimme geben:
      a) einer Partei
      b) einem Abgeordneten
      c) einer Partei und einem Abgeordneten
      d) einer Partei und einem Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers

      Worüber wird im Grundgesetz KEINE Aussage getroffen:
      a) Sozialstaatsprinzip
      b) Denokratische Wahlen
      c) Wirtschaftsordnung
      d) Gewaltenteilung

      Das Rentensystem geht zurück auf:
      a) Konrad Adenauer
      b) Ludwig Erhard
      c) Otto von Bismarck
      d) Immanuel Kant

      Auf dem "Wiener Kongress" wurde
      a) die erste Verfassung des Deutschen Reichs beschlossen.
      b) Preußen gegründet.
      c) Kaiser Wilhelm I gekrönt.
      d) das Ende der Ära Napoleons organisiert.

      Generell wäre ich aber eher für wenige, offene Fragen, die als Text beantwortet werden müssen und dann bewertet werden; ähnlich wie bei Schulprüfungen. Vom Niveau vielleicht am Lehrplan für Berufs- oder Realschulen orientiert in den Fächern Deutsch, Geschichte, Sozialkunde. So könnten die Fragen dann jeweils jährlich im Einvernehmen der Kultusministerkonferenz festgelegt werden. Korrigiert und bewertet würden die Fragen (in anonymisierten Verfahren) durch (die) (Fach-)Lehrer in den Bundesländern. Es muss jede Frage mindestens mit "ausreichend" bewertet werden. Daneben wird noch die Sprache bewertet und die Gesamtnote muss dann immer noch mindestens "ausreichend" sein (bedeutet, man kann die Sprache durch bessere Leistung in den Fragen ausgleichen).
      Die Anlehnung an die Schulstrukturen soll verhindern, dass unnötige Kosten entstehen und insbesondere die Chancen für Jugendliche, die hier zur Schule gegangen sind, erhöhen. Da könnte ich mir sogar vorstellen zu sagen: Mittlere Reife ersetzt den Test.

      Gruß,

      Ghost

      Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen! [Andre Maurois, frz. Historiker]
      @hoboe

      Wieso ... nirgendwo ist verankert, dass wir uns nach dem Grundsatz der freien Marktwirtschaft organisieren. ? Du hast mich jetzt echt so erschrocken, dass ich sicherheitshalber noch einmal die ersten 40 Artikel überflogen habe.

      Gruß,

      Ghost
      Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen! [Andre Maurois, frz. Historiker]
      Ich war mir sicher, dass zumindest die Marktwirtschaft, ob nun sozial oder frei, verankert ist. Bis ich dann diese BVerfG-Entscheidung gefunden habe, die das Gegenteil behauptet. :rotwerd3

      Aber ich habe meine Spuren schon längst getilgt. ;)

      lG hoboe
      Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better. (Samuel Beckett)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „hoboe“ ()

      @Donna: Ich möchte hier auch keine Bespitzelung oder totale Ãœberwachung haben (obwohl wir ja von 1984 weit weniger weg sind als wir alle denken), aber ich bin der Meinung das man die Menschen am besten nach ihrem Verhalten beurteilen kann und nicht nach solchen fragwürdigen Tests. Wie das aber am besten zu realisieren ist, da kann ich leider auch keinen tollen Vorschlag machen.

      Weiß jemand, wie das andere Staaten handhaben?

      Gruß Chris
      @Emissary

      Hier auf die Schnelle eine Ãœbersicht.

      Also ein Highlight ist wohl der Test der Niederländer. Eine Frage daraus wurde schon bei "Was erlauben Strunz" (n24 Mediencenter -> Talks -> "Was bringt der Einbürgerungstest?") präsentiert; irgendetwas völlig absurdes wie "Was machen Sie, wenn nachts der Strom ausfällt?". Wobei das, was dort zitiert wurde, nicht ganz zu diesem hier (aus einem weiterführenden Link der o.a. Verknüpfung) passt:
      Getestet wird nicht nur, ob der Einwanderungskandidat Holländisch
      sprechen kann. Es werden auch Fragen gestellt wie: "Wer war Wilhelm von
      Oranien?", "Bereitet man Tee mit heißem oder kaltem Wasser zu", "Wie
      lange braucht ein Zug von Amsterdam nach Enschede?" oder "In welchen
      Müll gehört Frittierfett?"

      Vorbereiten auf den Test und das Leben im einst so liberalen Land
      hinter den Deichen können sich die Einwanderer mit einem Buch, das es
      in 14 Sprachen gibt, und mehreren CD-Roms, die auch Videoaufnahmen
      enthalten. Weil dabei nackt badende Frauen und Schwule zu sehen waren,
      die sich in der Öffentlichkeit küssen, kam es zu Protesten von
      Muslimen. Seitdem gibt es eine keusche und eine unkeusche Version -
      beide kosten stolze 63,90 Euro.
      Hier abschließend noch eine alternative Quelle von DW- Radio.

      Gruß,

      Ghost
      Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen! [Andre Maurois, frz. Historiker]