Rolle rückwärts bei der Atomenergie ?

      Rolle rückwärts bei der Atomenergie ?

      Was haltet ihr von den Diskussionen die da im Moment bei der G8 aufkommen ?

      Eine Sachlage verstehe ich da schonmal gleich zu Beginn gar nicht. Wie soll mir Atomstrom dabei helfen Öl zu sparen ?
      Mein Auto fährt ohne Strom, und ich denke mal 99,9 % der anderen Autos auch.
      Und selbst wenn man jetzt auf Stromautos schwenken würde, wie lange dauert es denn, bis sowas Marktrelevant wird ? 20 Jahre ? 30 ?

      Wenn die USA und die anderen das ganze Geld das sie jetzt in neue Atomkraftwerke pumpen wollen in Öko Strom stecken würden,
      könnte in viel kürzerer Zeit viel mehr CO2 gespart werden, bei gleichzeitiger Senkung der Produktionskosten für den Strom.

      Ich hoffe die Angie kippt da nicht um beim Ausstieg.

      Atomstrom kann keine Zukunft sein. Kohleverstromung aber auch nicht.

      Was her muss ist ein realistischer Fahrplan für den Ökostrom. Was ist in welcher Zeit zu schaffen ?
      Wenn man dann sieht, in 20 Jahren könnten wir es schaffen 80 % des Stroms (der Wärme) aus Ökoproduktion selber herzustellen,
      dann können die meinetwegen die letzten 3 Meiler noch 2 Jahre länger laufen lassen, bis dann endlich 100% Öko sind.
      Aber das kann halt nicht das Ziel sein, sondern nur ein Notbehelf bis zum Finalen Ausstieg.

      Ich glaube bei SPON habe ich mal einen Artikel gelesen, der besagt das es 500 Milliarden $ kosten würde in den USA den gesamten Strom/Wärme/Mobilitätstreibstoff aus Sonnenenergie herzustellen.
      Und danach dann nur noch die Wartungskosten. Wenn die Preise stimmen (und der Artikel ging in allen Schätzungen immer vom schlechtest möglichen aus) frage ich mich, warum das keiner macht ?

      Die USA hauen jedes Jahr locker das doppelte für Waffen raus, und die schaffen bestimmt deutlicher weniger Arbeitsplätze.

      Das ist ja eh das tollste. Ökostrom schafft Arbeitsplätze. Das teuerste daran ist immer Manpower und halt nicht ein Brennstoff.

      Länder wie Afrika oder Mexiko oder Südamerika könnten die Strommultis der Welt werden, Sonne gibbet da ja genug.
      Das Problem mit der Lagerung oder dem Transport von Strom kriegen unsere ganzen Profs doch bestimmt auch noch in den Griff.
      Ich habe da Ansätze gelesen die in Richtung Pressluft Speicher gehen. Tagsüber wird überflüssiger Strom genutzt um Pressluft herzustellen und Nachts werden mit der gleichen Pressluft dann Generatoren angetrieben die wiederrum Strom herstellen.

      Ich verstehe nicht wie jemand ernsthaft in Erwägung ziehen kann in so rückständigen Scheiss wie Atom- oder Kohle Strom zu investieren. :sonne
      :respekt NMR seit 28.02.04 01:00 Uhr :respekt
      Hi!

      Was die Frage angeht bin ich (auch) sehr zwiespältig. (Wirtschafts-)politisch glaube ich, dass nur ein "glaubwürdiges" Enddatum die "Besatzungsmächte" ;) / Energieversorger dazu bringt, Geld in die Hand zu nehmen und Alternativen auszubauen. Sachlich jedoch gelange ich jedoch immer mehr zu dem Schluß, dass wohl eine Verlängerung der Laufzeit nötig sein wird, um die Zeit zu erkaufen, die notwendigen Technologien zu entwickeln.

      Eine Sachlage verstehe ich da schonmal gleich zu Beginn gar nicht. Wie soll mir Atomstrom dabei helfen Öl zu sparen ?
      Es geht wohl weitaus weniger zunächst um Autos. Ein praktisches Beispiel: Wenn es günstiger ist, mir Strom zu heizen anstatt mit Öl, dann sinkt die Nachfrage. Wenn es günstiger ist, Waren mit der (strombetriebenen) Bahn zu transportieren anstelle des LKW, sinkt der Verbrauch. Das Auto, da gebe ich Dir recht, wird wohl deutlich länger benötigen; da frage ich mich schon eher, wieso man trotz "harter Fakten" die Biodiesel- Geschichte so lange betrieben hat.
      Beim Auto - insbesondere mit Blick auf das nächste Jahr - zeigt sich aber ein Hauptproblem, dass noch nicht gelöst ist: Die Speicherung der (alternativ gewonnenen) Energie. Wir können derzeit wohl einfach nicht genügend Energie (effizient genug) speichern, damit auch nachts bei Windstille überall genügend Strom vorhanden ist.
      Letztlich ist Energie aus volkswirtschaftlicher Perspektive im Preis auch ein Gesamtfaktor über alle Energieträger hinweg. Mir erschien, als ich es hörte, daher auch plausibel, dass zum Beispiel eine Abschaffung der gesetzlichen Kopplung des Preises für Erdgas an den von Öl keine nennenswerte Auswirkung hätte, da der Marktpreis für Energie an den Börsen einfach eine "Gesamtschau" ist. Steigt der Ölpreis, dann weiss der "Börsianer", dass Leute auf Erdgas umsatteln werden (wer baut denn jetzt noch eine Ölheizung?) und spekuliert auch dort auf steigende Preise.

      Letzlich, dass wäre mein Wunsch, sollte es darum gehen, dass nicht jeder nur auf der Suche ist, wem der "Schwarze Peter" zugeschoben werden kann und welche ideologische Vorstellung sich durchsetzt. Sind wir einmal ehrlich, dann führt auch gerade erst dieser Preisschock dazu, dass der energiesparende Kühlschrank, die Sparlampe und das sonstige Verhalten sich ändern. Das - ich hatte es in der Pendlerpauschalendiskussion bereits aufgeworfen - nicht jeder die Einzelfahrt zum Arbeitsplatz als gottgegebenes Freiheitsrecht betrachtet, sondern sich Fahrgemeinschaften bilden und nicht jede unnütze Tour mit dem Auto unternommen wird. Ich finde es auch merkwürdig, wieviele Menschen sich für alternative Energieformen aussprechen - solange der Windpark nicht in ihrem Sichtfeld errichtet wird. Eine Sache wundert mich insofern, als dass ich dazu in der Debatte auch noch nichts gehört habe und nicht weiss, wie dort der Stand der Technik ist: Kernfusionsreaktoren?

      Verstehen kann ich zum Beispiel, dass die Franzosen/ die übrigen Europäer von der deutschen Haltung nicht sehr begeistert sind. Wenn wir den Ausstieg planen, ohne dabei genau zu wissen, wie und ob wir den Bedarf/ die Lücke danach selbständig decken können, dann entspricht das der Haltung: "Klasse, dass ihr euch AKWs ins Land stellt, wir kaufen dann den Strom, ihr tragt die Risiken und mit dem moralischen Zeigefinger zeigen wir auch noch auf euch."

      Wie gesagt, rein sachlich wäre ich dafür, die Laufzeiten zu verlängern, wenn ich nur (was ich nicht tue) glaubte, dass der Einzelne und die jeweiligen Industrien den derzeitigen "Warnschuß" verstünden und auch ohne Druck weiterhin auf Kurs blieben.

      Gruß,

      Ghost
      Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen! [Andre Maurois, frz. Historiker]
      Ich habe gerade im TV gesehen, daß ein AKW heute 6 Milliarden Euro kostet. Also Planungs- und Baukosten.
      Da würden dann alleine die 200 von den USA geplanten AKWs 1,2 Billionen Euro kosten.
      Damit könnte man in Sonnenkollektoren umgerechnet schon die halbe Welt mit Solarstrom versorgen :vkopf
      Für immer !

      In Europa werden im Moment 2 AKWs gebaut.

      Der angesprochene Experte sagte er glaube gar nicht, daß die Industrie überhaupt noch bereit wäre viele neue AKWs zu bauen.
      Denn wenn sich die Deutsche Haltung zu dem Thema durchsetzen sollte würden die Investoren plötzlich auf den Kosten sitzen bleiben.
      Zumal ein AKW wohl eine Bauzeit von fast 10 Jahren hat. Also vom ersten Gedanken daran, bis dann wirklich Strom eingespeist wird.

      Und wer weiß heute schon wo wir in 10 Jahren stehen ?
      Ein Solarkraftwerk ist jedenfalls in 1 bis 2 Jahren betriebsbereit :thumbsup:

      Man stelle sich nur mal vor der deutsche Weg zeigt sich in 10 oder 15 Jahren als der richtige.
      Wenn ein "wenig Sonne" Land wie Deutschland plötzlich 20 % seines Strombedarfs aus Sonnenkraft herstellen würde.
      Mit welcher Begründung könnten dann noch Länder wie Spanien oder Italien AKWs fordern, wo die Sonne dort doch um ein vielfaches stärker scheint ?

      Ich persönlich habe jedenfalls meine Konsequenzen gezogen aus hohen Strom und Benzin Preisen:
      PKW Fahrten unter 10 KM sind um 50 % reduziert worden. Diese werden jetzt mit dem Rad erledigt.
      Schont das Auto, und eine Tankfüllung reicht jetzt für 6 statt bisher 3-4 Wochen.

      Der Einsatz von Energiesparlampen hat sich auch schon gelohnt. in den letzten 10 Monaten konnten wir unseren Stromverbrauch um 15 % reduzieren,
      und das obwohl wir durch das zweite Kind noch öfter waschen und saugen müssen als früher. (das erste Kind im Haus hat einen Jahresstrommehrverbrauch von 1.200 KW/h mit sich gebracht)

      Ich hoffe daß die Werte sich nochmal deutlich senken lassen, wenn die Kinder sich nicht mehr 5 mal am Tag komplett vollsauen :applaus

      Was hier noch offen ist, sind die enormen Ölpreise für Wasser und heizen. Einmal volltanken hat vor 10 Jahren mal 700 Euro gekostet. Letztes Frühjahr warens dann schon 1.200 Euro,
      und letzte Woche dann schon 2.300 Euro. Das ist mal wirklich eine Explosion der Kosten, gegen die man auch mit sparen nicht viel machen kann.
      Wenn nächstes Jahr dann 4.000 Euro für eine Tankfüllung fällig werden, wird eine Solaranlage aufs Dach geschnallt. Die rentiert sich dann schon nach 5 Jahren.

      Und so macht man sich dann selber vom Öl unabhängig. Was gutes Reden nicht schafft, schafft am Ende meistens doch der Preis.
      Und in 20 Jahren wird die Opec ihr schwarzes Gold nicht mehr los und verscherbelt den Kram zu Dumpingpreisen :offended
      :respekt NMR seit 28.02.04 01:00 Uhr :respekt

      Ocean schrieb:

      Wenn die Preise stimmen (und der Artikel ging in allen Schätzungen immer vom schlechtest möglichen aus) frage ich mich, warum das keiner macht ?





      ei, weil dann die TOP-Managers und die Ölmultis leer ausgehen würden 8|

      ich möchte nicht wissen, wie viele Ideen in der Schublade lagern, und erst hervorgeholt werden,
      wenn der letzte Tropfen Öl verbraucht ist.
      Wo ist die fertig gebaute Brennstoffzelle eines grossen Heizungsherstellers denn hin ?

      Gerhard
      Ich dachte Rauchen macht krank, impfen auch ?