Schmökerecke - was lest ihr gerade?

      Zusammen ist man weniger allein hab ich auch gelesen und war auch begeistert
      und was ich noch gelesen habe war PS Ich liebe Dich da kommen beim Lesen unweigerlich alle aufgestauten Emotionen hoch hat mir Super gefallen
      "Manchmal ist es das vernünftigste, einfach herrlich verrückt zu sein." HP
      NMR seit 25.10.2005 [urlwww.essskulptur.de[/url]

      Serendipity schrieb:

      Hier im Regal habe ich noch "Die Jüdin von Toledo" von Lion Feuchtwanger stehen, auch eines, das noch in der Warteschleife ist... bin mal gespannt. Und mit jüdischen Protagonisten hab ich's ja eh derzeit ;)


      Das war seit meinem 13.Lebensjahr für miiiiiindestens 10 Jahre mein absolutes Lieblingsbuch. :herzy Damals gab's ja noch keine "Historienromane". ;) Ich habe das mindestens 10 Mal gelesen. "Goya" war auch sehr nett (UND dick ;)).

      Von Ken Follet fand ich irgendwie alles doof - bis auf die Säulen der Erde, natürlich. :rolleyes:

      Momentan habe ich Gavalda-Kurzgeschichten hier rumliegen: "Ich wünsche mir, dass jemand auf mich wartet" - bislang auch schön.

      Meine letzte "Historienschwarte" auf echte Empfehlung liegt hier auch noch rum:
      "Tage des Ra" von Judith Mathes
      mit schnuckeligen über 1000 Seiten, über die 19. Dynastie Ägyptens 1200 v.Chr..
      Kennt des scho ebber?

      Es ist aber auch schwierig mit den Schinken - die meisten sind so unvorstellbar MIES. :D

      LG, Julia
      Ist es doch, als ob jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande: Heilig, heilig!" (L.v.Beethoven)

      Seiet flätig und gestüm! Und wirsch!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „WaLia“ ()

      Ich habe gerade ein sehr abgefahrenes Buch zuende gelesen: Gargoyle von Andrew Davidson. Ich habe es zum Valentinstag geschenkt bekommen, und es ist tatsächlich ein Buch über grenzenlose Liebe... Allerdings nicht im herkömmlichen Sinne. Es ist sehr romantisch, aber gleichzeitig auch sehr makaber, extrem und echt strange... Am Anfang dachte ich, es ist ein historischer Roman, aber das isses auch nicht, obwohl, in Teilen dann wieder schon. Auch enthält der Roman einige nette grafische Stilmittel, wie verschiedene Schriften und Sprachen. Einige mögen sowas vielleicht für etwas zu viel des Guten halten, aber es wird nur vereinzelt und auch sehr passend verwendet, und mir hat es in diesem Zusammenhang wirklich gut gefallen.
      Es ist wirklich schwer zu beschreiben, weil es auf der einen Seite historisch ist, auf der anderen Seite sehr modern, zynisch, und traurig, und trotzdem romantisch, und vor allen Dingen brilliant erzählt, ... Ich kann es in keine Schublade stecken.

      Hier eine Inhaltsangabe von Amazon:

      "Nach meinem Unfall platzte ich auf wie ein frisch gegrilltes Würstchen. Zynisch analysiert der verdrogte Pornodarsteller den Autounfall, bei dem er fast vollständig verbrannte. Geduldig lässt er sich [im Krankenhaus] die abgestorbene Haut von Maden abfressen, aber insgeheim wartet er nur auf den Tag der Entlassung, an dem er sich umbringen wird. Wer will schon den Rest seines Lebens "wie das Dim Sum von letzter Woche" aussehen? Doch dann taucht eine Frau namens Marianne Engel [Patientin in der dortigen Psychiatrie] auf, die behauptet, sie wäre im 14. Jahrhundert seine Geliebte gewesen. Er glaubt ihr nicht, aber irgendwie berührt ihn die schöne Verrückte mit den Engelsflügel-Tatoos. Sie erzählt ihm Liebesfabeln, Geschichten aus der Vergangenheit, und langsam kommt sein Lebenswillen zurück. Geschickt kontrastiert Davidson die gläubige Marianne und den zynischen Atheisten, Gegenwart und Vergangenheit. Das macht viel von der Faszination seines Debüts aus - neben seinem lebendigen Erzählstil voller literarischer Kniffe. So schickt er seine Hauptfigur während des Morphiumentzugs auf eine halluzinatorische Reise durch Dantes Höllenkreise. Am Ende steht die Einsicht, dass man die Liebe auch manchmal loslassen muss, um sie für immer währen zu lassen."

      Und NEIN, es ist absolut nichts in die Richtung von Nicholas Sparks oder ähnliches...

      Das Peinliche daran (für mich) ist, dass ich nach dem Lesen einiger Kapitel für mich selbst befand, dass das Buch zwar ganz toll wäre, der Autor sich aber bei der Recherche von mittelalterlichen deutschen Namen ("Schwester Christina Ebner": Haben Nonnen denn nicht immer Ordensnamen?, "Heinrich Seuse": Was soll das denn für ein seltsamer Nachname sein???) doch etwas mehr Mühe hätte geben können... nur um dann am Abend herauszufinden, dass das alles real existierende Personen waren, und ich mal wieder in Geschichte nicht aufgepasst hatte... :bonk :rotwerd3

      Ausserdem habe ich noch "Ruhm" von Daniel Kehlmann gelesen, und ich fand es OK - mehr aber nicht, allerdings muss ich es wohl noch ein zweites Mal lesen, um die Zusammenhänge zwischen den ganzen Stories richtig auf die Reihe zu bekommen (ich lese leider oft etwas oberflächlich, wenn mich das Buch nicht komplett mitreisst), oder aber der Roman ist eh "overrated".

      :wavy

      Hanni
      Don't speak unless you can improve the silence.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Hanni“ ()

      Moin Leseratten :)

      Ich habe gerade "Wer bin ich und wenn ja, wie viele " gelesen. Und nun reichts erstmal wieder. Im Winter kann ich ein Buch nach dem anderen verschlingen, aber jetzt ist irgendwie der Punkt, an dem andere Sachen wieder wichtiger werden. Ich habe den Kopf einfach nicht mehr frei zum Lesen und die Ruhe fehlt mich auch total.

      Hoffe, der Winter ist jetzt vorbei und es geht bald mal wieder raus in den Garten. Am WE werde ich schonmal Party-Tomaten vorziehen :]

      Wie geht es Euch damit? Lest Ihr das ganze Jahr gleichviel???
      gutgelaunt :)

      Glücklicher NMR seit 24.2.2011
      Ein katastrophenfreier Tag ist ein guter Tag.

      gutgelaunt schrieb:

      Wie geht es Euch damit? Lest Ihr das ganze Jahr gleichviel???

      Ich lese so ziemlich immer gleichviel, und eigentlich aus meiner Sicht immer zu wenig ;)

      Meistens nur ein paar Seiten vorm Schlafen und ein paar morgens nach dem Aufstehen. Um mich hinzusetzen und wirklich Stunden zu lesen fehlt mir meist die innere Ruhe, was ich sehr bedauerlich finde.
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      "In einer Beziehung hat immer eine Person recht und die andere Person ist männlich!"
      :gap

      gutgelaunt schrieb:

      Wie geht es Euch damit? Lest Ihr das ganze Jahr gleichviel???


      Ja, eigentlich schon. Bei mir schwankt das weniger jahreszeitlich als vielmehr mit meinen Dienstreisen. In den Wochen und Monaten des Jahres, in denen ich mehrmals die Woche 5-10 Stunden im Zug sitze und/oder abends allein auf dem Hotelzimmer hocke, lese ich grundsätzlich viel mehr als daheim, wo ich seltener dazu komme.
      marzi: lilith... ist der 2. band nach lycidas.... schön ist, dass ich gerade wieder einsteigen kann... lycidas hab ich irgendwann letztes jahr gelesen, hab aber nachdem ich nun lilith angefangen habe das gefühl, als hätte ich es grad aus der hand gelegt.

      lesen ist bei mir nicht jahreszeitenabhängig... eher davon abhängig wieviel lust ich auf eigenhirninitiative habe :)
      Böse, böse Hydranten!
      Nachdem ich den zweiten und dritten Teil der Rai-Kirah-Trilogie verschlungen habe, las ich soeben "Der Mann unter der Treppe" zu Ende.
      Ich meine mich zu entsinnen, dass ich die Buchempfehlung hierher hatte.


      Fredrik kann sich glücklich schätzen: Er hat einen guten Job, eine wunderbare Familie und ein Haus in paradiesischer Lage. Doch dann bekommt die Idylle Risse. Seine Schlafstörungen wären nicht weiter erwähnenswert, wäre da nicht dieser kleine Mann, dem Fredrik zu nächtlicher Stunde immer wieder im Haus begegnet. Ein Troll? Ein Tier? Ein Werwolf? Gibt es ihn überhaupt, diesen komischen Kerl, der sich »KwÃ¥dd« nennt und behauptet, unter der Treppe zu wohnen? Und warum geht Fredriks Frau immer mehr auf Distanz zu ihm? Marie Hermanson, die schwedische Bestsellerautorin, verwandelt in ihrem packenden, abgründigen Psychothriller den Traum von der heilen Familie in einen mörderischen Alptraum.

      Ein zunächst etwas verwirrender und zugleich höchst spannender Roman, wie ich finde.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Morticia“ ()

      Valorians Kinder 8|

      ich habe mich ernsthaft von meiner Freundin überreden lassen "Fantasy" zu lesen :wnix und das auch noch als mehrere Bände........ :rolleyes

      Naja - nach den über 1300 Seiten bei "Tore der Welt" kann mich das nun auch nicht mehr :cursing:

      Eigentlich beginnt die Saga ja mit einem ganz anderen Buch aber ich habe gesagt bekommen, es sei besser mit diesem zu beginnen.

      Kurzbeschreibung
      Der Kampf des jungen Klanhäuptlings Valorian um die Freiheit seines Volks scheint aussichtslos - bis er eine magische Gabe erhält. Mary H. Herberts zauberhafte Romane um die junge Gabria und ihre Gefährten sind ein überwältigender Erfolg und begeistern nicht nur Fantasy-Fans! Mit "Valorians Kinder" liegt nun der dritte Band der Saga erstmals im Taschenbuch vor. "Die wunderbare Verbindung von Wagemut, Liebe und Magie machen dieses Buch zu einem herausragenden Lesevergnügen." Publisher's Weekly

      Aber ich denke es ist nicht so wirklich MEINS.
      Ich wusste es doch :wand das Buch ist doof, total langweilig, habe es nach 160 Seiten weggelegt und mir im Buchladen was gekauft.


      Wärmste Chiliempfehlung:

      Im Land der weißen Wolke

      London, 1852: Zwei junge Frauen treten die Reise nach Neuseeland an. Es ist der Aufbruch in ein neues Leben - als künftige Ehefrauen von Männern, die sie kaum kennen. Die adlige Gwyneira ist dem Sohn eines reichen "Schafbarons" versprochen, und die junge Gouvernante Helen wurde als Ehefrau für einen Farmer angeworben. Ihr Schicksal soll sich erfüllen in einem Land, das man ihnen als Paradies geschildert hat. Werden sie das Glück und die Liebe am anderen Ende der Welt finden? Ein fesselnder Schmöker über Liebe und Hass, Vertrauen und Feindschaft und zwei Familien, deren Schicksal untrennbar miteinander verknüpft ist.


      Das Buch konnte ich einfach nicht weglegen und hatte es somit an zwei Tagen gelesen.
      Meine Katzen haben mir natürlich dabei geholfen und mich stundenlang auf der Couch unterstützt :cat1, die fanden das Buch supertoll.

      So - und nun muss ich sehen wo ich den nächsten Band: Das Lied der Maori - herbekommen, diese Sarah Lark schreibt wirklich fesselnd.

      Edith sagt: Chili hat es günstig bei BOOKLOOKER gefunden... :thumbsup:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „chili“ ()

      Ich habe gestern Abend Tintenherz angefangen - ich bin schon nach den ersten Seiten ganz verliebt in das Buch :love1
      'Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?'
      'Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest', sagte die Katze.

      (Alice im Wunderland)
      Hi!

      "Lesen" wäre jetzt zu viel gesagt; "Hören" zu wenig. Deshalb also hier:

      Tango e Poesia - Von Liebe, Schmerz und Leidenschaft. Ein gesprochenes Konzert mit Hannes Jaenicke.


      1. Mario Vargas Llosa - Tante Julia oder der Kunstschreiber
      2. Theodor Storm - Hyazinthen
      3. Pablo Neruda - Der Unbeständige
      4. Bertolt Brecht - Erinnerung an die Marie A.
      5. Erich Kästner - Ballade vom Mißtrauen
      6. Marcello Mastroianni - Der Kuß der Unbekannten
      7. Juan Carlos Onetti - Die Küsse
      8. Mascha Kaléko - Das letzte Mal (II)
      9. Erich Kästner - Sachliche Romanze
      10. Hugo von Hofmannsthal - Das Glück am Weg
      11. Paul Celan - Das andere Schlaflied
      12. Pablo Neruda - Bevor ich dich liebte


      Dieses Interview hat mich darauf aufmerksam gemacht (Zeitung hörBücher):


      „Tango ist der vertikale Ausdruck eines horizontalen Verlangens“

      Interview der Zeitschrift hörBücher mit Hannes Jaenicke




      Hannes
      Jaenicke ist beruflich wie privat vielseitig engagiert – als
      Schauspieler, Drehbuchautor, Hörbuchsprecher und Greenpeace-Aktivist. hörBücher sprach mit ihm über seine Leidenschaft für Tango, falsche Vorurteile und seinen Einsatz für die Umwelt.

      Herr
      Jaenicke, als Hörbuchsprecher kennt man sie vor allem aus Thrillern.
      Nun präsentieren Sie mit „Tango e Poesia“ Lyrik und Prosa, in
      Verbindung mit Musik. Was hat Sie an diesem Projekt gereizt?

      Ich
      wollte einfach mal etwas anderes machen. Das ganze Konzept, die
      Kombination von Wort und Musik, hat mir gut gefallen. Außerdem bin ich
      ein alter Fan von Astor Piazolla, dem berühmten Bandoneon-Spieler aus
      Argentinien.

      Und was genau ist „Tango e Poesia“?
      Das
      Konzept ist relativ einfach: Man nehme argentinische Tango-Musik und
      spreche Lyrik darauf, unter anderem von Neruda, Kästner, Brecht, Kaléko
      oder Storm. Die Themen der Texte sind – passend zum Tango – Liebe,
      Leidenschaft und Sehnsucht.

      Es heißt, dass Tango ein getanzter Gedanke, eine Kommunikation ohne Worte ist – warum bedarf es dann dichterischer Worte?
      Ich
      kenne noch eine ganz andere Definition: Tango ist für mich der
      vertikale Ausdruck eines horizontalen Verlangens. Er funktioniert
      wunderbar alleine. Man könnte ein Tangokonzert mit Tangotänzern machen
      – ganz ohne Texte. Aber die Idee von „Tango e Poesia“ ist, Musik, Tanz
      und Wort miteinander zu verbinden. Bei Tango ist es das gleiche Problem
      wie bei Blues oder Reggae: Der Rhythmus wechselt nicht. Das wird auf
      Dauer langweilig. Ich denke, dass die Lyrik eine große Bereicherung
      ist. „Tango e Poesia“ soll die Menschen animieren, sich wieder mehr mit
      den großen Dichtern zu beschäftigen, zum Beispiel mit Brecht als
      Lyriker. Hauptsächlich kennen wir ihn als Theaterautor, aber nach
      meinem Geschmack ist er der viel bessere Lyriker.

      Brecht, Kaléko, Storm – das klingt anspruchsvoll. Wer ist die Zielgruppe des Projekts?
      Es
      ist für jeden etwas dabei. „Tango e Poesia“ soll auf intelligente Art
      und Weise unterhalten, aber wir haben keine fürchterlich komplizierten
      Texte ausgesucht. Es sind Texte, die schön klingen, Spaß machen, zum
      Nachdenken anregen oder zum Lachen bringen. Erich Kästner hat zum
      Beispiel einen unglaublich guten Humor. Es ist auch wahnwitziger Kitsch
      von Hofmannsthal dabei. Persönlich nicht mein Geschmack, aber da habe
      ich mich überzeugen lassen (lacht).

      Sie werden oft als „Vorzeige-Macho“ bezeichnet und auch zuweilen so besetzt …
      Dieses
      Image geht mir tierisch auf den Keks! Da werde ich an fünf, sechs
      Filmen festgemacht, wo ich mal einen Macho gespielt habe. Aber wenn ich
      dann den Metzger spiele oder den psychopatischen, alkoholabhängigen,
      infantilen Ehemann von Katharina der Großen oder einen
      Schönheitschirurgen, dann interessiert das niemanden Das ist typisch
      deutsch: Jeder Schauspieler bekommt so ein blödes Etikett verpasst –
      das nervt! Ich spiele seit 25 Jahren quer durch den Gemüsegarten. Ich
      habe gerade einen Kinofilm gedreht, in dem ich einen Kameramann spiele,
      der im Irakkrieg versucht, die Schweinereien der Amerikaner zu filmen.
      Das ist nicht unbedingt eine Macho-Rolle.

      Haben Sie denn eine Idee, warum die Produzenten des Projekts auf Sie zugekommen sind?
      Vielleicht,
      weil ich mehr rauche als viele Kollegen und dementsprechend eine etwas
      kaputtere Stimme habe (lacht). Im Ernst, es gibt in Deutschland eine
      ganze Riege von Schauspielern mit fantastischen Stimmen, die das
      genauso gut gemacht hätten: Otto Sander, Ben Becker, Heikko
      Deutschmann … Ich habe eben viele Lesungen gemacht, zuletzt eine große
      Nietzsche-Lesung, und als Hörbuchsprecher gearbeitet. Irgendwann liegt
      dann eben so ein Angebot auf dem Tisch.

      Die eigens für das Projekt komponierte Musik spielt laut Presseheft die Hauptrolle. Fühlen Sie sich als Nebendarsteller wohl?
      Absolut.
      Die Musik ist immer wirksamer und emotionaler als das Wort. Stellen Sie
      sich mal vor, Sie gehen in die Oper und hören „La Traviata“ als
      gesprochenen Text. Sie glauben nicht, wie schnell Sie wieder zu Hause
      wären (lacht). Das Wort ist bei „Tango e Poesia“ eine Ergänzung und
      vielleicht eine Anregung. Aber das, was die Stimmung ausmacht, ist
      natürlich der Tango.

      Tanzen Sie Tango?
      Ich kann den Grundschritt, aber das hat absolut nichts mit Tangotanzen zu tun.

      Und das, obwohl Sie eine Tanzausbildung in London absolviert haben …
      Ich
      habe eine Musicalausbildung gemacht und eine musicaltaugliche
      Tanzausbildung – Tango gehört leider nicht dazu. Mein letzter
      Tanzauftritt war 1984 – deshalb bin ich etwas aus der Übung (lacht).

      Was
      ist als Sprecher eine größere Herausforderung: einen knallharten
      Thriller überzeugend zu lesen oder ein leidenschaftliches Liebesgedicht?

      Lyrik
      ist viel schwieriger! Wir haben bei manchen Gedichten fünfzig Varianten
      ausprobiert und haben uns mit der richtigen Aussprache und Betonung
      gequält. Denn es gibt nichts Schlimmeres als schlecht gelesene
      Gedichte. Aber die Arbeit im Studio hat viel mehr Spaß gemacht, als ich
      mir hätte träumen lassen.

      Wobei Thriller Ihnen offenbar mehr im Blut liegen – schließlich haben Sie sich mit 17 Jahren bei der Kripo beworben ...
      Aber
      ich war noch zu jung. Gleichzeitig habe ich am Stadttheater
      Komparsenrollen gespielt und die Theaterszene kennen gelernt. Das hat
      mir dann so gut gefallen, dass ich mich doch für die Schauspielerei
      entschieden habe. Jetzt spiele ich ja gelegentlich den Kommissar. Das
      reicht vollkommen aus (lacht)!

      Sie
      haben Wohnsitze in verschiedenen Ländern, drehen TV-Serien- und Filme,
      nehmen Hörbücher auf, gehen auf Tournee – und engagieren sich für ein
      freies Tibet, die Umwelt und missbrauchte Orang-Utans. Wo nehmen Sie
      die Energie her?

      Keine Ahnung. Ich habe mich in meinem Leben
      noch nie gelangweilt. Bevor das passiert, mache ich lieber etwas Neues.
      Außerdem trage ich eine gesunde Wut in mir. Wenn man mit offenen Augen
      durch die Welt geht, dann hat man auch gelegentlich das Bedürfnis,
      zumindest den Versuch zu starten, etwas zu ändern. Und da ich für das
      wahrscheinlich mächtigste Medium arbeite, das Fernsehen, nutze ich es
      eben zu mehr als dem Drehen von Pilcher-Filmen.

      Zum Beispiel zu Ihrer ZDF-Dokumentation „Die letzten Zeugen“ …
      Das
      sollte eigentlich ein einmaliger Testballon werden, aber die Folge über
      die bedrohten Orang Utans kam so gut bei den Zuschauern an, dass das
      ZDF mich gebeten hat, weitere vier Filme zu drehen. In den nächsten
      Folgen geht es um Polarschmelze, Haie, Fische und Meeresverschmutzung.
      Damit habe ich die nächsten zwei Jahre gut zu tun.

      Abdruck des Interviews mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift hörBücher.
      www.hoerbuecher-magazin.de
      Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen! [Andre Maurois, frz. Historiker]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „ghostlife“ ()

      Nachdem ich wieder einige lange Zugfahrten hinter mir habe, kann ich nun auch mal wieder über die zuletzt von mir gelesenen Bücher berichten, und zwar waren das *grübel*:

      Die Vermessung der Welt von Kehlmann.
      Kurzrezension in einem Wort: langweilig. Gerade die eine Szene, in der Humboldt mit seinem Begleiter diesen Berg besteigt und beide unter Halluzinationen leiden, reißt den Leser mit, der Rest ist nicht gerade überwältigend spannend. Okay, es ist sicher auch nicht die Intention des Buches, spannend zu sein, aber nichtdestotrotz braucht ein Buch doch irgendeine Art von Spannungsbogen - oder nicht? Und die Aneinanderreihung von Situationen, in denen zwei spleenige Kerle alles, einfach alles, mit ihren Messinstrumenten untersuchen und zu berechnen versuchen, wird auf Dauer und in der Wiederholung leider wirklich irgendwann fad.

      Sommer der Zwietracht. Die magischen Städte, Band 1 von Abraham.
      Der Zyklus beginnt nicht so rasant wie beispielsweise die Rai-Kirah-Trilogie, es geht eher recht gemächlich los wie im Drachenbeinthron von Tad Williams.
      Bin mir noch nicht ganz einig, ob ich die nächsten Teile besorgen soll, der Gesamteindruck ist am Ende des ersten Teils aber gar nicht so schlecht.

      Dafür bin ich mittlerweile fast entschlossen, mir die Folgebände eines anderen Fantasy-Zyklus nicht mehr zu besorgen, nachdem ich gerade
      Priester. Das Zeitalter der Fünf, Teil 1 (Trudi Canavan) so gut wie durch habe. Ãœberzeugt mich nämlich nicht so wirklich, mein Eindruck ist durchwachsen, und ich hab auch schon gelesen, dass sich der Zyklus mit dem zweiten Band steigert, aber ich glaube, da lese ich lieber erst mal die zuletzt erschienenen Bände der anderen zwölf Fantasy-Zyklen, die ich mittlerweile irgendwann begonnen und noch nicht zu Ende gelesen habe.

      Ãœberwältigt hat mich dafür wieder ein kurzer Roman von Amélie Nothomb:
      Im Namen des Lexikons.

      Zwei Kinder werden Eltern. Noch vor der Geburt erschießt die werdende Mutter den werdenden Vater. Sie weiß nicht wirklich weshalb, vermutet aber, dass der Schluckauf sie dazu ermahnt hat, den das Kind in ihrem Bauch hatte. Jedenfalls aber damit, dass der Mann für das Kleine eine ernste Bedrohung hätte werden können, weil er es nämlich mit einem ganz und gar gewöhnlichen Namen belegen wollte. Es scheint, als müsse die junge Mutter das Schicksal ihres Kindes verteidigen, als sei sie geradezu ein Werkzeug dieses Schicksals. Eines Schicksals, das für die junge Mutter die Erfüllung ihres eigenen bedeutet. So strahlend das Leben auch sein mag, das der kleinen Plectrude bevorsteht, die Mutter wird daran nicht mehr teilhaben. Sie begnügt sich mit der Gewissheit, ihr mit dem Namen alles Nötige mit auf den Weg gegeben zu haben und nimmt sich in der Haft ohne ein Anzeichen einer wirklichen Verzweiflung das Leben.
      Plectrude ist von Beginn an, was ihr Name verspricht -- ganz und gar und in jeder Hinsicht extraordinär. Und wie von einer geheimen Macht durchs Leben geführt an den Fäden ihres Schicksals. Am Ende, als es so aussieht, als habe sie mit dem Verzicht, nach dem Vorbild der Mutter den Vater ihres Kindes zu töten, den Bann dieses Schicksals gebrochen, begegnet sie einer Frau namens Amélie Nothomb, die ihr vor Augen führt, dass es ihr doch vorherbestimmt sein müsse, einen Mord zu begehen. Den begeht sie dann auch.

      Skurril und genial, obwohl das Ende für meinen Geschmack nicht recht stimmig und noch mal ein Stück abgedrehter ist als der Rest des Werks.