Schmökerecke - was lest ihr gerade?

      Soso schrieb:


      btw. Ich lese gerade die Ungetrösteten von Kazuo Ishiguro.
      Hat sich erledigt, ich habe das Buch beiseite gelegt. Es hat mich depressiv verstimmt. Ich sag mal so: Für so was habe ich keine Zeit mehr (Meine Restlebensjahre werden langsam rar)

      Mein neues Schmökerl:
      Untergrundkrieg: Der Anschlag von Tokyo

      Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 veröffentlichte die
      Süddeutsche Zeitung einen Brief von Haruki Murakami an seine deutschen
      Leser: »Ich habe ein Buch über den Giftgas-Anschlag auf die U-Bahn von
      Tokio verfasst. Dabei habe ich einen nachdrücklichen Eindruck davon
      erhalten, welch große Gefahr der Terrorismus für die moderne
      Gesellschaft darstellt.« Untergrundkrieg untersucht die Vorgänge und
      Folgen eines Märztages des Jahres 1995, der als Tag wie jeder andere
      begann. Doch dann durchlöcherten in der Untergrundbahn einige
      Mitglieder der Aum-Sekte mit den Spitzen ihrer Regenschirme
      Plastikbeutel mit einer seltsamen Flüssigkeit. Zwölf Menschen starben
      durch die austretenden Sarin-Dämpfe, Tausende wurden verletzt. Haruki
      Murakami hat auf diese Tat geantwortet, indem er mit Angehörigen der
      Toten, mit Ãœberlebenden aber auch mit Mitgliedern der Sekte sprach.
      Diese Porträts führen den Schrecken und die Verstörung, die
      Ungeheuerlichkeit und ihre Folgen dort vor, wo sie sich am
      überwältigendsten zeigen - beim einzelnen Menschen. Haruki
      Murakamis Antwort auf den Giftgas-Anschlag in der U-Bahn von Tokyo.
      Untergrundkrieg geht unseren Ängsten im Angesicht des Terrors nach.
      ... da bin ich mal gespannt
      If you can't talk about it, point to it (L.W.)
      Zuletzt las ich zunächst einmal Tor der Verwandlung von Carol Berg, einen Fantasy-Roman erster Güte:


      Seit mehr als sechzehn Jahren ist Seyonne ein Sklave. Und diese Jahre der Erniedrigung und des Elends haben ihn fast alles vergessen lassen, was vorher war. Er erinnert sich kaum noch an die Magie, die er einst beherrscht hat, oder an sein Volk, für das er bereits tot ist. Doch als Aleksander, der Kronprinz des derzhischen Kaiserreichs, ihn als Schreibsklaven kauft, wird Seyonne mit einer Bedrohung aus seiner längst vergessenen Vergangenheit konfrontiert. Und ihm ist nichts geblieben, was ihm helfen könnte, sich und seinen neuen Herrn gegen das alte Ãœbel zu beschützen, das nicht nur die Derzhi, sondern die ganze Welt bedroht ...


      Sowas von spannend und dazu erstklassig geschrieben... - und das mal aus einer so ganz anderen Perspektive!

      Im Anschluss habe ich mir Gottes kleiner Krieger von Kiran Nagarkar zu Gemüte geführt (passt eigentlich ganz gut zu dem von Soso vorher hier erwähntem Werk).

      Worum geht es kurz gesagt?
      Von den dunklen Seitenstraßen in Bombay zu den heiligen Hallen von Cambridge, von der Jagd nach Salman Rushdie zu den Terroristencamps in den Bergen Afghanistans, vom abgeschiedenen Trappistenkloster in Kalifornien zu den geheimen Weihen und kriminellen Machenschaften der internationalen Finanzwelt führt der Kreuzzug von Zia Khan, Gottes kleinem Krieger. Egal, welchen Glauben er verteidigt und welcher der Weltreligionen er sich in den verschiedenen Phasen seines Lebens verpflichtet fühlt: Zia, Sprössling einer liberalen muslimischen Familie aus Bombay und ein begnadetes Mathematikgenie glaubt, der Auserwählte zu sein, dazu erkoren, die Welt zu retten.
      ...
      "Gottes kleiner Krieger" ist kein gutes, sondern ein hervorragendes Buch, das ein moderner Klassiker werden könnte ...
      Was diesen Roman so bemerkenswert macht, ist zunächst einmal Nagarkars mitreißendes Erzähltalent. Wenn dieser Autor eine Straße in Bombay beschreibt, glaubt man, sich hinterher den Staub von den Kleidern klopfen zu müssen.
      Aber Nagarkar ist Kosmopolit und kann genauso sinnlich über London, Kalifornien oder Kabul schreiben wie über Mathematik oder Architektur. Dieser Autor besitzt zudem einen sehr feinen Humor, mitunter beißende Ironie und ein sehr scharfes Auge für das sprechende Detail.
      Viel wichtiger ist aber noch, dass Nagarkar nicht nur schreiben und beschreiben kann, sondern auch etwas zu sagen hat ..." (Denis Scheck, ARD - druckfrisch)


      Ich weiß noch gar nicht recht, wie ich selbst das Buch beurteilen soll, habe ich es doch eben erst aus der Hand gelegt.
      Das Ende kam zumindest recht überraschend, das hatte ich in dieser Form so gar nicht erwartet. Aber im Endeffekt zeigt das Buch recht schön auf, dass Fundamentalisten durchaus aus ganz normalen Familien kommen können. Obwohl die dargestellte Familie wiederum alles andere als normal ist.
      In manchen Kritiken wird der Roman als zu übefrachtet dargestellt, und da ist sicher was dran, es werden sehr verschiedene Themen angerissen, allein in den Briefen Amanats stecken viele philosophische Wahrheiten, das gefiel mir aber wiederum sehr gut an dem Buch. Nichtsdestotrotz verwirrt es dadurch auch irgendwie. Aber es soll wohl auch verstören und erschüttern, wenn ich das richtig verstanden habe.

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      Puh, hört sich interessant an Morticia.
      Ich habe dieses Buch schon eine ganze Weile auf meiner demnächst zu tauschenden Liste stehen und wusste überhaupt nicht mehr, warum und woher eigentlich der Tipp kam und warum ich es mir auf die Liste gesetzt habe.

      Ich denke, ich werde es mir dann doch mal ertauschen.
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      "In einer Beziehung hat immer eine Person recht und die andere Person ist männlich!"
      :gap

      Schelmine schrieb:

      Puh, hört sich interessant an Morticia.
      Ich habe dieses Buch schon eine ganze Weile auf meiner demnächst zu tauschenden Liste stehen und wusste überhaupt nicht mehr, warum und woher eigentlich der Tipp kam und warum ich es mir auf die Liste gesetzt habe.

      Ich denke, ich werde es mir dann doch mal ertauschen.

      Wir haben mal drüber gesprochen, glaub ich, weil ich das im Herbst mit in den Urlaub genommen habe.

      Dort habe ich es dann aber blöderweise liegen lassen und werde erst weiterlesen können, wenn ich wieder in Spanien bin.

      Ich weiß aber noch, dass ich die Handlung teilweise etwas überzogen fand, vor allem die Beschreibung der Tante.
      Ich bin wohl so bis zur Mitte der Internatszeit gekommen und stelle gerade fest, dass es viel leichter für mich ist, mich an ein Buch zu erinnern, wenn ich es zu Ende gelesen habe.
      Würd' mich dann aber mal interessieren, wie Du es so empfunden hast und Deine Schilderung, Morticia, macht mich jetzt auch wieder neugierig auf den ungelesenen Rest.


      Ich sitze immer noch neben "Oben ist es still" (Querverweis) und kann mich nicht aufraffen, es wieder aufzuschlagen - lesen scheitn zurzeit so gar nicht mein Ding zu sein.....
      grüessli
      soap



      it's a good day to have a good day :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „soap“ ()

      Och, die Tante ist doch harmlos im Vergleich zu Zia selbst - sie spricht sich doch sogar gegen das Fasten von Kindern in der Fastenzeit aus. Dass die Handlung teilweise etwas überzogen ist, würde ich aber nicht abstreiten. Aber hey, sonst wär's ja auch langweilig ;)

      Schelmine schrieb:

      Puh, hört sich interessant an Morticia.
      Ich habe dieses Buch schon eine ganze Weile auf meiner demnächst zu tauschenden Liste stehen und wusste überhaupt nicht mehr, warum und woher eigentlich der Tipp kam und warum ich es mir auf die Liste gesetzt habe.

      Ich denke, ich werde es mir dann doch mal ertauschen.


      Ich hoffe, es wird Dir gefallen.
      Ich lese gerade "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" von Amos Oz, eine Art Autobiografie des hebräischen Schriftstellers mit vielen Hintergründen, von denen ich einige kenne, manche aber auch nicht... ziemlich intellektueller Stoff, aber auch ziemlich witzig immer wieder zwischendrin! So schreibt er, dass er als kleiner Junge das Bild von Amerika hatte, das er aus dem Kino kannte, nämlich dass dort ein Haufen wilder Typen auf Pferden Indianer abknallten, und wer die meisten erwischte, bekam am Ende das schöne Mädchen. Weil er als kleiner Junge aber keine Ahnung hatte, was die mit den schönen Mädchen dann anfangen würden, hätte es für ihn genausoviel Sinn ergeben, wenn die Typen möglichst viele Mädchen abgeknallt hätten, und wer die meisten erwischte, bekam den schönen Indianer... ;) Davor habe ich "Fluchtstücke" gelesen von Anne Michaels, in gewisser Weise ähnlich, ebenfalls die wahre Geschichte des jüdischen Dichters Jakob Beer, der als kleiner Junge seine Familie wegen Ermordung durch die Nazis verliert, in den Wald flieht und nach einigen Tagen oder Wochen wilden Lebens im Wald gefunden und gerettet wird von einem griechischen Geologen. Der versteckt den Jungen zunächst bei sich in Griechenland und geht mit ihm dann irgendwann nach Kanada, wo beide viel Kontakt zur Gelehrtenwelt haben. So wird der Junge zu dem, was er später wurde.

      Ziemlich harte Kost, alles, aber ich kann nichts dafür - ich lese gerade alle Bücher durch, die mir in den letzten Jahren geschenkt wurden ;) Als nächstes liegen noch da und warten: Orhan Pamuks "Istanbul" sowie "Eine Frau - ein Buch" ;)

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      3 Männer in einem Boot von Jerome K. Jerome

      Britischer Humor von seiner erfrischendsten Seite: Drei Männer samt neurotischem Hund unternehmen eine Bootsfahrt auf der Themse und stellen sich mutig allen Tücken der Natur. Doch das ist nur die Rahmenhandlung, von der Jerome auf unentwegte Exkurse überspringt. Diese geistreichen Betrachtungen zu allen Bereichen menschlichen Lebens können getrost als Lehrstück der Satire betrachtet werden. Dabei gelingt es dem Autor, selbst banale Themen wie das Einschlagen eines Nagels durch scharfe Beobachtung und subtilen Wortwitz zu adeln. Die Wendung "hat nichts an Aktualität verloren" ist zumeist mit höchster Vorsicht zu genießen, bei diesem Buch trifft sie jedoch voll ins Schwarze: Die Komik Jeromes ist zeitlos, hängt nicht ab von kleinen Witzchen, die im Laufe der Jahre - und hier ist es ein Jahrhundert! - zu schalen Gemeinplätzen werden. Denn sein Humor basiert vor allem auf der punktgenauen Formulierung, die auch in der deutschen Ãœbersetzung nichts an Schliff verliert. Atemberaubend die Geschwindigkeit, in der man von einer Assoziation nur nächsten gleitet. Hypochondrie, Anglerlatein, Musik, Jungverliebte, Teekochen, Geschichte, Kameradschaft ... der Wechsel der Themen, zu denen Jerome mehr als nur etwas einfällt, hat keine starre Logik. Gerade deshalb findet der Leser oft seine eigenen - ebenso ungeordneten - Gedankengänge wieder, ist überrascht, dass auch andere noch diesen einen Schritt weiter denken. Dass die deutsche Sprache in dem Buch nicht eben gut wegkommt, immer wieder das Ziel geistreicher Seitenhiebe ist, kann man dem Autor einfach nicht übel nehmen. Zu sehr unterhält er uns damit. Um diese Lobeshymne aber mit einer Kritik zu beenden: Der Roman sollte noch viel länger sein, man ist am Ende fast enttäuscht, ihn nicht noch einmal zum ersten Mal lesen zu können.


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      Ich lese nicht, aber höre gerade: 3 Männer in einem Boot (ganz zu schweigen vom Hund: Roman einer Themsefahrt) geschrieben von Jerome K. Jerome - gelesen von Götz Alsmann.

      Und ich bin begeistert. Abgesehen davon, dass ich den Alsmann liebe, aber er liest dieses Buch mit solcher Begeisterung, Liebe, Charme und Witz, dass ich teilweise Tränen lachen muss. Da ich dem Hörbuch im Auto lausche, musste ich an der ein oder anderen Stelle schon mal ranfahren, um mich wieder zu beruhigen (besonders die angesprochene Nagel in die Wand Geschichte war zu herrlich).

      Ich weiß nicht, ob es gelesen auch so gut rüberkommt. Aber dem mitunter schnellem Lesefluss und der genau richtigen Betonung und Steigerung an genau den richtigen Stellen macht das Zuhören zum Hochgenuss.
      Liebe Grüße von der ollen Seekuh :zopf
      Ich habe gestern einen wunderbaren Liebesroman zu Ende gelesen: "Die Liebe in denZeiten der Cholera". Ich liebe Romane, die einen ganz besonderen letzten Satz haben, einen der unter die Haut geht.

      Zitat: ...

      Tiefes Durchatmen. Nach dieser Geschichte, so ein Satz. Puh.

      In "Die Frau des Zeitreisenden" gibt es auch diesen besonderen letzten Satz. Ein Buch, auf das ich hier im Forum gestoßen bin.

      Und auch Irvings "Widow for one year" hat diesen sensationellen letzten Satz: ...


      Aber ich kommevom Threadthema ab...


      Gruß

      Kaboom

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „kaboom“ ()

      :motzi Ich hasse es, besondere letzte Sätze von Büchern zu lesen, die ich auf dem Nachttisch liegen habe :motzi . Dann gibt es halt nach Irving I zuerst Tintenherz, in das Möchtegernphilisophiebuch (wer bin ich und wenn ja wie viele ?) komme ich irgendwie nicht rein, vielleicht, wenn ich in drei Wochen Urlaub und damit mal Zeitam Stück habe.
      'Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?'
      'Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest', sagte die Katze.

      (Alice im Wunderland)
      Tintenherz, Tintenblut und Tintentod habe ich im Moment als Hörbuch (MP3), bin schon bei Tintentod angelangt und bin hin und weg ...

      direkt am Lesen hab ich die "Saga vom Eisvolk" angefangen (Gott sei Dank hab ich alle 9 übersetzten Bände) und ich bin infiziert ... infiziert ... infiziert und am liebsten würde ich gar nicht mehr aufhören zu lesen. Leider muss ich noch arbeiten!
      Irene

      mokkamoki schrieb:

      :motzi Ich hasse es, besondere letzte Sätze von Büchern zu lesen, die ich auf dem Nachttisch liegen habe :motzi . Dann gibt es halt nach Irving I zuerst Tintenherz, in das Möchtegernphilisophiebuch (wer bin ich und wenn ja wie viele ?) komme ich irgendwie nicht rein, vielleicht, wenn ich in drei Wochen Urlaub und damit mal Zeitam Stück habe.
      Ähm, hüstel, hüstel- wie ungeschickt von mir. Ich werd schnell was unternehmen.
      Und ich habe mir bei Tauschticket gerade von Enid Blyton "Die Burg der Abenteuer" und "Die Insel der Abenteuer" ertauscht.
      Ich lese zwar grade den Lesekreis-Irving, aber ich dachte, dass ich danach was leichtes brauche.
      Als Kind hatte ich "Das Tal der Abenteuer" und "Der Berg der Abenteuer". Ich hab die Bücher geliebt!
      1000-Mal gelesen. Mein Wellensittich hieß Kiki!
      Jetzt bin ich gespannt auf die beiden anderen Bücher, die ich noch nicht kenne.
      Und gespannt darauf, ob sie mir immer noch gefallen, jetzt wo ich Ü30 bin...

      Liebe Grüße
      blue
      Früher war mehr Lametta.
      Hab jetzt Richard Powers "Das Echo der Erinnerungen" begonnen. Der letzte Satz ist noch in weiter Ferne...

      Schon "Klang der Zeit" hatte mich fasziniert. Ein kompakter, dichter Familienroman über Musik, Liebe, verschiedene Hautfarben,amerikanische Geschichte.

      Mal sehen, ob's der zweite Roman auch schafft.

      Gruß
      Kaboom
      Hörbuch
      Markus Heitz
      Ritus und Teil 2 Sanctum
      beide sehr gut

      auch von Heitz
      Blutportale
      auch sehr gut

      die nächsten Hörbücher
      einiges von Sherlock Holmes
      danach oder auch davor
      Lady Bedfort, die auch klasse sind
      bei diesen Hörbüchern, kann man ab und an am schluss die Versprechner hören, als extra Track, teilweise sehr lustig

      was höre ich dann?
      vielleicht nochmal die Hörbücher von Douglas Preston und Lincoln Child, am liebsten die mit Special Agent Pendergast
      oder alle Harry Potter nochmal, als Sprecher ist Rufus Beck einfach traumhaft
      oder lieber die goldene Kompass Reihe, auch mit Rufus Beck?

      schaun mer mal
      Gestern beendet: Annette Pehnt - "Mobbing". Kann ich sehr empfehlen. Die Geschichte von Jo, einem Familienvater, der nach elf Jahren engagierter Arbeit aus seinem Arbeitsplatz bei einer Stadtverwaltung systematisch herausgemobbt wird, erzählt in eindringlicher und starker Sprache von seiner Frau.
      Gruß von Donna
      Youth is wasted on the Young.

      kaboom schrieb:

      Hab jetzt Richard Powers "Das Echo der Erinnerungen" begonnen. Der letzte Satz ist noch in weiter Ferne...

      Schon "Klang der Zeit" hatte mich fasziniert. Ein kompakter, dichter Familienroman über Musik, Liebe, verschiedene Hautfarben,amerikanische Geschichte.

      Mal sehen, ob's der zweite Roman auch schafft.

      Gruß
      Kaboom


      Ohja, "Klang der Zeit" finde ich auch großartig. Daraufhin habe ich mir noch 2 andere Bücher von Powers besorgt, bin aber bis jetzt leider noch nicht dazu gekommen, sie zu lesen.

      Ich lese derzeit den zweiten Band der irgendwo weiter oben schon mal erwähnten Rai-Kirah-Saga. Auch wieder ziemlich spannend! Da ich fast am Ende bin, nehme ich an, dass ich gleich im Anschluss Band 3 lesen muss, um zu erfahren, wie es weitergeht...
      Hi!

      Ich könnte ja jetzt behaupten, es läge einzig und alleine am Karneval - insbesondere heute ... aber im Schwerpunkt krabble ich dieser Tage vormittags mal aus dem Bett zur Senseo, überlege kurz bei geöffnetem Kühlschrank ob und wenn ja was ich einkaufen muss, schlendere durch die Wohnung und überlege, was ich einkaufen könnte und lande dann bei meinem Lesesessel, dessen Beistelltisch reichlich gefüllt ist. Nach dem Motto: Was ich schon immer mal lesen wollte, wenn ich mehr als einen Monat Zeit habe :D .

      Da findet sich zum Beispiel: VInce Ebert: Denken Sie selbst! Sonst tun es andere für Sie.
      " Jede noch so provokante These ist mittlerweile wissenschaftlich abgesichert. Meist von amerikanischen Wissenschaftlern. Warum eigentlich so selten von dänischen oder ukrainischen? Erst letztes Jahr fanden amerikanische Wissenschaftler in einer Studie heraus, dass es Menschen gibt, die den Verstand verloren haben, ohne je einen besessen zu haben. [...]
      Was auf jeden Fall klar ist: Selbst zu denken ist unglaublich anstrengend. Deswegen sind die erfolgreichsten Lebewesen auf unserem Planeten auch Bakterien und Mikroorganismen. Die existieren seit Millionen von Jahren, weil sie genau ein Lebensmotto haben: Ball flach halte, keinen Stress aufkommen lassen, möglichst wenig denken. Das ist der Schlüssel zu einem langen Leben. Deswegen sterben die Dummen nie aus. Wenn der Vogel Strauß eine Gefahr sieht, steckt er den Kopf in den Sand. Dann ist die Gefahr weg, weil er sie nicht mehr sieht. Warum macht er das? Weil beim Vogel Strauß die Augen größer sind als das Gehirn. Gut, sagen jetzt einige Frauen: [...]
      Das in Deuschland 33 Prozent aller Ehen geschieden werden, liegt im Wesentlichen daran, dass sie vorher geschlossen worden sind. Trotzdem heiraten so viele Menschen. Immer wieder, manche sogar mehrmals. Vielleicht, weil sie auf dem Standesamt nur eine einfache Entscheidungsfrage gestellt bekommen: << Willst du ...?>> Und dann sagt man schnell mal << Och ... ja.>> Würde der Standesbeamte dagegen die simple Ergänzungsfrage << Warum eigentlich?>> stellen, kämen einige Kandidaten mit Sicherheit ganz schön ins Schwitzen. [...] Der Mathematiker James Murray und der Psychologe John Gottmann haben auf der Basis einer Studie mit siebenhundert Paaren eine Beziehungsformel entwickelt. Die einzig relevante Information, die die Forscher dafür brauchten, war die Art und Weise, wie Eheleute mit einem Konflikt umgehen. Dazu wurden sie gemeinsam zu Themen wie Sex, Kindererziehung oder Geld interviewt. [...] Nach nur fünfzehn Minuten Gespräch bestimmten die Wissenschaftler aus den Reaktionen eine Variable, mit der sie dann die Ehedauer berechneten. Und zwar mit einer Wahrscheinlichkeit von 94 Prozent genau! Ist das nicht irre? Eine klitzekleine Viertelstunde reicht aus, um zu erkennen, ob sich zwei Menschen ihr gesamtes Leben versauen."


      Dann liegt hier noch (darf ich das eigentlich im Forum zugeben; ist der Titel nicht zu ketzerisch; holt mich gleich die Mo(di)(in)quisition? :mua :( Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt .

      "Helmut Schmidt raucht ja nicht nur Zigaretten. Jedes Mal bringt er Schnupftabak mit und trinkt dazu Kaffee mit Milch und extra viel Zucker. Unsereins würde angesichts dieser Dröhnung wie Rumpelstilzchen durch die Flure hüpfen. Schmidt dagegen ist dann überhaupt erst auf Betriebstemperatur."

      Und dann habe ich da noch Slavoj Zizek ... mit seinen Thesen (etliche Aufsätze findet man auch im Internet) habe ich mir schon in den letzten Monaten ein ums andere Mal die Abende vertrieben. Da wäre zum Beispiel: Liebe Deinen Nächsten? Nein Danke! - Die Sackgasse des Sozialen in der Postmoderne [Anmerkung: Hört sich schlimmer an, als es sich dann liest :) ]:
      Auf die Frage <<Wo fängt der Balkan an?>> kommentiert er:
      " Für die Serben beginnt er da unten, im Kosovo oder in Bosnien, und sie verteidigen die christliche Zivilisation gegen diesen <<Anderen>> Europas; für die Kroaten beginnt er im orthodoxen, despotischen und byzantinischen Serbien, gegen das Kroatien seine Werte der demokratischen westlichen Zivilisation verteidigt; für die Slowenen beginnt er in Kroatien, und wir, die Slowenen, sind der letzte Außenposten eines friedlichen Mitteleuropas; für manche Italiener und Österreicher fängt er in Slowenien an, als die Herrschaft der slawischen Horden; für manche Deutschen ist es Österreich auf Grund seiner historischen Verbindungen selbst, das schon von der balkanischen Korruption und Unfähigkeit bestimmt wird; für manche Norddeutsche ist auch Bayern, mit seiner katholisch bäuerlichen Dimension, nicht frei von einem gewissen balkanischem Flair [...]

      Gut, das ist ganz witzig und leicht nachzuvollziehen. Schwieriger wird es, wenn er der Frage nachgeht: << Ist [Maquis de] Sade die Wahrheit [Immanuel] Kants?>> also, ist vor allen Dingen die philosophische/ moralische Position in "Juliette" nicht das auf die Spitze treiben der "Kritik der praktischen Vernunft" ? Im Zuge des Diskurses fällt dann auch das Zitat, welches mein "Einstieg" in das Werk war (Auslöser war eine zeitraubende und gefühlt dämliche Diskussion über "Gender- Mainstream: Ein älterer Offizier hatte unter Verweis darauf beantragt zu befehlen, dass Playboy, FHM, Maxim etc. etc. nicht mehr im Feldlager verkauft werden dürften und auch nicht offen in den Unterkünften liegen (also zum Beispiel in der Stube auf einem Tisch). Er wollte eine Handhabe, um dagegen vorzugehen. Zwar hatte ich bei der folgenden Diskussion in der Stabsrunde so etwas wie: "Nicht jeder hier im Lager spielt schon Golf" von mir gegeben, fand das aber dann selbst als Antwort ein wenig platt, las mir abends ein paar Dinge an und sandte dann am nächsten Tag im Rahmen einer Stellungnahme das folgende Zitat durch den digitalen Äther.) :
      Slavoj Žižek wendet sich gegen die politisch korrekte Diskussion um sexuelle Belästigung. Er konstatiert einen „blinden Punkt des Themas sexuelle Belästigung“ und schreibt: Es
      gibt keinen Sex ohne ein Element der „Belästigung“ (des verwirrten, vom
      Charakter dessen, was sich da abspielt, heftig schockierten und
      traumatisierten Blicks). … Zieht man vom sexuellen Zusammenspiel dessen
      schmerzlich traumatischen Charakter ab, ist das, was übrig bleibt,
      einfach nicht mehr sexuell. Der „reife“ Sex zwischen den
      berühmt-berüchtigten mündigen Erwachsenen ist ohne sein traumatisches
      Element, ohne das Element des schockierenden „Zufügens“, per
      definitionem entsexualisiert und verwandelt sich in mechanische
      Kopulation.
      (Žižek 1999, S. 60)

      Das Lesen des o.a. Buches und auch "Die Metastasen des Genießens: Sechs erotisch-politische Versuche " forderte dann aber, dass ich mir einmal A.C. Grayling: An Introduction to Philosophical Logic zu Gemüte führe und auch de Sades Juliette und Justine.

      Schießlich hätte ich ich dann noch Ludmilla Schubert: Ukrainisch für Anfänger und Fortgeschrittene dessen Lektionen ich gerade durcharbeite begleitet von Jörg Steinleitner: Sewastopol Sekond Hend und Mykola Rajbtschuk: Die reale und die imaginierte Ukraine, wobei ich mit diesen beiden Büchern seit gestern quasi leider schon durch bin.

      Insgesamt denke ich, lässt sich so der Monat gut füllen, und wenn mir allzu langweilig wird, bleibt ja immer noch, Command and Conquer zu daddeln
      :D (Lesetechnisch könnte ich da jetzt spitzfindiger Weise die Handbücher anführen :pfeif ).

      Gruß,

      Ghost
      Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen! [Andre Maurois, frz. Historiker]
      Ähm, hüstel, hüstel- wie ungeschickt von mir. Ich werd schnell was unternehmen.


      Du, kabom, das war nicht so Ernst gemeint ! Ich habe es ja früh genug gemerkt und einfach deinen Beitrag nicht gelesen !
      'Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?'
      'Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest', sagte die Katze.

      (Alice im Wunderland)