Schmökerecke - was lest ihr gerade?

      Zuletzt gelesen:
      Die dritte Jungfrau von Fred Vargas.
      Ich liebe die Krimis von Vargas mit ihren melancholisch-kauzigen Charakteren sehr, und auch das ist sicher wieder ein solider Band aus der Reihe, wenn auch sicher nicht mein liebster, denn dafür hat er mich nicht genug gefesselt oder berührt. Für Vargas- Einsteiger würde ich da eher "Fliehe weit und schnell" empfehlen.

      Anansi Boys von Neil Gaiman.
      Gaiman ist ja mittlerweile berühmt für seine überbordende Phantasie und etwas skurrilen Fantasyromane, daher habe ich lange Zeit begierig auf den Nachfolger zu American Gods gewartet, und enttäuscht wurde ich sicher nicht, ich hab das Buch an einem Tag durchgelesen und mochte auch nach der Zugfahrt im Hotel nicht aufhören damit. Nichtsdestotrotz habe ich "Niemalsland" und "American Gods" als noch besser in Erinnerung.
      Die Hexentrilogie von Wolfgang Lohmeyer

      Ist schwere Kost. wiegt gefühlte 5 kilo ;)

      enthält 3 Bände:

      Die Hexe
      Der Hexenanwalt
      Das Kölner Tribunal

      "Köln im Dreißigjährigen Krieg; Korruption, Machtgier und finsterer Aberglaube
      beherrschen die Stadt - Frauenhaß, Lüsternheit und Brutalität sind Quellen
      eines mörderischen Hexenwahns. Dies wird auch Katharina Henot, der schönen
      Postmeisterin, zum Verhängnis. Zwischen Festen und Gewaltverbrechen wächst
      der authentische Roman aus zeitgenössischen Briefen und Dokumenten."

      "Greultaten, Hunger und Seuchen entvölkern Städte und Dörfer. Schuld an allem soll der Teufel sein, zusammen mit seinen verruchten Helferinnen, den Hexen. Als Folge dieses Irrglaubens müssen Tausende von Mädchen und Frauen auf dem Scheiterhaufen sterben. Der Priester und Dichter Friedrich Spee nimmt den Kampf gegen Aberglaube und Hexenwahn auf... "

      "Vor den Mauern der Stadt lodern die Scheiterhaufen. Die Obrigkeit jagt einen Mann, der für die schuldlosen Opfer kämpft: Friedrich Spee, der verhaßte 'Hexenfreund', dem eine liebende Frau zum Verhängnis wird. "


      Liest sich bisher recht flüssig... allzu trockene geschichtliche Fakten les ich nur quer. hat sich beim herrn der ringe auch schon bewährt ;)
      Böse, böse Hydranten!
      Ich hab mir gerade "Drop City" von T.C. Boyle reingezogen, und das Wort *reingezogen* passt wirklich sehr, denn bei so vielen Joints wie in diesem Buch verqualmt werden, wird man selber fast vom lesen high :D

      Die Story dreht sich um eine Hippie-Kommune in den 70ger-Jahren, die zunächst in Kalifornien ihr Lotterleben pflegt. Die ziemlich idealistischen Hippies predigen freie Liebe, hängen den ganzen Tag rum und erheitern sich mit bewusstseinserweiternden Substanzen. Doch man merkt schnell, dass das "Love&Peace" in der Realität nicht so ganz einfach umzusetzen ist.
      Nach einigen Problemen mit der Justiz entschliesst sich die Kommune, nach Alaska zu ziehen, an einen Ort, der völlig von der Aussenwelt abgeschnitten ist. Die Idee scheint zunächst neue idealistische Welle zu schlagen, doch als die Gruppe oben im hohen Norden lebt, verändert sich vieles und es kommt wie es kommen muss: Die Hippies erwachen aus ihrem Dornröschenschlaf und müssen sich der Realität stellen.


      Ein anderer Erzählstrang ist die Geschichte von Sess Harder, ein totaler Aussenseiter, der durch eine etwas seltsame Anzeige zu einer Frau kommt, die jedoch keinen blassen Schimmer vom Wildnisleben hat. Seine Geschichte verwebt sich in der zweiten Hälfte des Buches mit der Geschichte der Hippie-Kommune, und auch dort kommt es zu lustigen Zwischenfällen und komischen Situationen.

      Mit Witz und viel Ironie und doch ein wenig ernsthaft erzählt Boyle diese Geschichte sehr farbig und wertfrei. Ich habe das Buch ziemlich schnell verschlungen, weil die Charaktere (obwohl allesamt sehr verschieden und nicht immer sympathisch) einen ans Herz wachsen.
      Mein Fazit: sehr empfehlenswert, vor allem wenn man zu jenen gehört, die denken: "die Hippie-Zeit wär bestimmt auch was für mich gewesen!" :)


      Durch die gleiche Tür schreitet doch jeder in eine andere Welt.
      (Kurt Haberstich)
      Zurzeit lese ich "unter Freunden" von Martin Suter - Geschichten aus der Business Class und den Leuten herrlich auf's Maul geschaut :thumbup:

      Am Wochenende habe ich den letzen Eifelkrimi mit Siggi Baumeister "EIfel Kreuz" von Jacques Berndorf gelesen - wie immer nett :]

      und davor "NEXT" von Michael Crichton - nicht so toll, eher eine Aneinanderreihung unterschiedlichster Stränge zur selben Thematik X(



      Gerade ertauscht habe ich mir die Hexentrilogie - danke für den Tipp Demenzia. :)
      grüessli
      soap



      it's a good day to have a good day :)

      soap schrieb:

      Gerade ertauscht habe ich mir die Hexentrilogie - danke für den Tipp Demenzia. :)


      hab sie gestern zu ende geschluckt... teilweise mit nem halben meter gänsehaut. vor allem, weil man ja auch weiss, das ganze beruht auf tatsachen!


      gestern hab ich dann zur verdauung noch "der zweite schöpfer" von michael marshal gescannt.

      ein unbefriedigendes ende, aber ansonsten ein lesenswerter thriller.

      ""Als der CIA-Austeiger Ward Hopkins zur Beerdigung seiner Eltern fährt, entdeckt er, versteckt im Lehnsessel seines Vaters, eine merkwürdige Botschaft: "Wir sind nicht tot." Zur gleichen Zeit und Hunderte von Meilen entfernt entführt ein unscheinbarer älterer Mann wieder ein junges Mädchen. Wie zuvor schickt er den Eltern einen sorgsam mit den Haarsträhnen des Opfers bestickten Pullover. Zwei auf den ersten Blick zusammenhanglose Ereignisse, die Hopkins in eine Spirale des Schreckens ziehen werden. Wer ist der geheimnisvolle "Straw Man", auf den er im Internet stößt? Und wieso kennt der mysteriöse Fremde Einzelheiten aus Wards Leben, von denen dieser selbst nicht einmal wusste? Im Zentrum eines Netzes aus unberechenbarer Gewalt zieht jemand die Fäden, der sich für den zweiten Schöpfer hält und nur ein Ziel kennt: die Schwachen zu töten.""
      Böse, böse Hydranten!

      soap schrieb:

      Am Wochenende habe ich den letzen Eifelkrimi mit Siggi Baumeister "EIfel Kreuz" von Jacques Berndorf gelesen - wie immer nett :]
      Ach, die mag ich auch total gern. :bounce1

      Was ich wirklich, wirklich empfehle, sind die Krimis (und nicht nur die!) von Gisbert Haefs:
      Baltasar Matzbach-Krimis!

      Der Typ ist eine unheimliche Schwalltasche, aber es ist extrem nett. :xyxthumbs 10x besser als die letzten 30 Ami-Bestseller-Krimis, die ich gelesen habe.

      Ich habe gerade "Der Bader von Mainz" fertiggelesen, was entgegen dem trashigen Titel sehr derbe und bodenständig und wirklich recht gut und realistisch war, glaube ich.
      Ich finde es wahnsinnig schwer, richtig gute Historienschinken zu finden. Régine Pernoud (eine der führenden Historikerinnen Frankreichs, von der Académie Française ausgezeichnet) und Barbara Tuchman (ungefähr dasselbe in amerikanisch ;)) sind gut, aber sie schrieben fast eher Sachbücher.
      Kennt eine/r von Euch weitere gute?

      LG, Julia
      Ist es doch, als ob jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande: Heilig, heilig!" (L.v.Beethoven)

      Seiet flätig und gestüm! Und wirsch!
      Ich hab im Urlaub gelesen, tagsüber und am Stück, das ist der echte Ferienluxus:

      Karen Duve: Taxi - angefangen und nicht mehr aus der Hand gelegt

      Jodi Picoult: 19 minutes - ein gemobbter High-Schooler, der aus Rache in seiner Schule Amok läuft, nicht uninteressant, aber auf 600 Seiten ausgewalzt so ein bisschen zäh und außerdem zu amerikanisch.

      Von meinem immer noch Favoriten Ben Elton: "inconceivable", (wohl verfilmt als Maybe Baby), britisscher Humor vom Feinsten.

      Und ebenfalls von Ben Elton: "Blind Faith". Wer englisch kann, bitte lesen, ich glaube es gibt keine deutsche Ãœbersetzung, aber das ist mal eine gruselige Zukunftsvision, die gar nicht mal so unwahrscheinlich ist.

      Jetzt ist leider erstmal wieder Schluss mit Freizeit-Lesen. Zehn Minuten vor dem Einschlafen. Buch-Fragmente, mehr gibts nicht.
      Gruß von Donna
      Youth is wasted on the Young.

      WaLia schrieb:

      Was ich wirklich, wirklich empfehle, sind die Krimis (und nicht nur die!) von Gisbert Haefs:
      Baltasar Matzbach-Krimis!
      Der Typ ist eine unheimliche Schwalltasche, aber es ist extrem nett. 10x besser als die letzten 30 Ami-Bestseller-Krimis, die ich gelesen habe.


      Dankeeeeee. Schon besorgt. 3 Stück: :bounce1

      Und oben sitzt ein Rabe
      Das Doppelgrab in der Provence
      Mörder & Marder


      Ich fahr doch in den Urlaub und da brauch ich jede Menge Lesestoff- Julia, sind die irgendwie zu sortieren vor dem Lesen?



      Demenzia, eben, so was läuft mir dann auch immer nach.


      Gestern noch gekauft:


      Tausend strahlende Sonnen - Khaled Hosseini
      Gottes keiner Krieger - Kiran Nagarkar
      grüessli
      soap



      it's a good day to have a good day :)
      Jaja, ich weiß, :traene
      aber ich habe lange gar nichts gelesen, dafür aber gestrickt :leader
      (Ziemlich laut und unheimlich nah liegt auch noch ungeöffnet im Regal - die Zeit war noch nicht reif dafür)


      Allerdings werde ich im Urlaub ein entspanntes Hirn haben (hoffe ich) und mich dann auch wieder Büchern widmen, die mehr tun, als nur die Augen beschäftigen... 8)
      grüessli
      soap



      it's a good day to have a good day :)
      Drop City von T.C. Boyle kann ich auch nur empfehlen. Liest sich flüssig durch und ist für das Thema erstaunlich klischeearm.

      Und Haefs: Von dem habe ich die Titel, die soap aufgezählt hat ( und einige weitere), gelesen. Man kann sie in beliebiger Reihenfolge lesen. ABER: Er nervt mit seinem Stil schon irgendwann schon ziemlich. Sehr 80er-Jahre-sprachlich zum Teil. Und die späteren Sachen, "Mord auf dem Millionenhügel" hieß, glaube ich, eines, kann man m.E. nicht mehr lesen.

      Seine Historienbücher "Hannibal", "Alexander" finde ich dagegen ohne Abstriche großartig. Der Mann schreibt dort derart bildhaft und fesselnd, dass es eine wahre Freude ist. Und das sage ich, der Historienromane eigentlich haßt.

      lG hoboe
      Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better. (Samuel Beckett)

      Gestern ausgelesen: Weltengänger von Sergej Lukianenko. Auch wenn das Buch mit seinem Protagonisten, der zwischen verschiedenen Welten herumreist, gewisse thematische Parallelen zu "Spektrum" aufweist, bin ich begeistert. Mitreißend und tiefgründig, wie es sich für einen russischen Autor gehört (wobei mich das Autorenfoto vorm im Buch ziemlich ... erschreckt hat - passt aber ;) )- wer die "Wächter"-Trilogie mochte, wird auch von diesem Werk nicht enttäuscht (wenn die Rezensionen zum Nachfolger nicht so ernüchternd wären, hätte ich Teil 2 auch direkt schon bestellt).

      Die Signaturvon Michele Giuttari. Solider Florenz-Krimi mit psychopatischem Homosexuellen-Mörder und von diesem bedrohten Comissario.

      Danke für den Tipp zu Drop City. Boyle lese ich eigentlich ganz gern mal zwischendurch, daher merke ich mir das Buch mal vor.

      @ WaLia: Historisches lese ich nur sehr selten, aber wenn überhaupt, dann von Wolfram Fleischhauer.

      @ Donna: "Taxi" habe ich jetzt auch auf meiner Wunschliste, die anderen Romane von der Duve sagten mir durchaus zu und ich wusste gar nicht, dass es da noch etwas gibt von ihr, das ich noch nicht kenne.
      Ich hab mich im Heimaturlaub endlich mal als weltweit letzte Deutsche durch Die Vermessung der Welt und Tannöd gefräst - beides sehr ansprechend, aber ohne wirklich bleibenden Eindruck. Angefangen habe ich außerdem mit Anna Gavaldas Zusammen ist man weniger allein, aber das hab ich blöderweise auf dem elterlichen Wohnzimmertisch liegen lassen - aber das wirds sicher auch schon als englische Ãœbersetzung geben, hoffe ich. Dann noch gegen das Heimweh wieder einmal Bill Brysons USA-Rückkehrer-Essays I'm a Stranger Here Myself. Sehr genossen habe ich You Don't Love Me Yet von Jonathan Lethem, obwohl ich ja schwerste Bedenken hatte. Und momentan muss ich mich noch durch die letzten Seiten von Making Money, Terry Pratchetts Nachfolger zu Going Postal, kämpfen - mit der Hauptfigur werde ich einfach nicht ganz warm, und das ist bei Pratchett halt doch immer nicht ganz unwichtig. Außerdem macht es mich beim Lesen immer wieder traurig, zu wissen, dass dieses wunderbare Gehirn gerade von Alzheimer attackiert wird...
      ...zu Jasper Ffordes First Among Sequels bin ich entgegen aller Vorsätze noch nicht gekommen, und das wird jetzt auch erstmal warten müssen, weil ein paar Wochen lang außer Lernstoff und Fachliteratur wohl kaum Gedrucktes seinen Weg zu mir finden wird.
      "If you aren't in over your head, how do you know how tall you are?"
      T.S. Eliot
      Ja, so zum Lesen auf in einer schlafarmen Nacht in einem düsteren Hotelzimmer im schwäbischen Niemandsland fand ich es echt ganz nett! Jetzt nicht unbedingt von der Handlung, die war ja nicht so adrenalinhaltig oder originell, aber die Sprache und Atmosphäre fand ich für die 200 Seiten oder so, die das Buch hat, angenehm gruselig.

      Der Schatten des Windes fand ich auch super, obwohl solche Romane normalerweise eher nicht so meins sind.
      "If you aren't in over your head, how do you know how tall you are?"
      T.S. Eliot

      Nikka schrieb:

      Juhuu, Morticia! :wave

      Weltengänger reizt mich jetzt auch auf Anhieb. Hab's mal im Google eingegeben, und der erzählte mir schon ziemlich Interessantes!



      @ Nikka: :)
      :wave
      Jep, das ist sicher auch etwas für Dich, denk ich mir.

      applecore schrieb:

      Ich hab mich im Heimaturlaub endlich mal als weltweit letzte Deutsche durch Die Vermessung der Welt und Tannöd gefräst...


      Nix da, bei mir liegt erstgenanntes Werk nach kurzem Anlesen vor langer Zeit noch immer auf dem Berg ungelesener Bücher, und für zweiteres konnte ich mich nach Begutachtung diverser Rezensionen nicht einmal in Bezug auf die Anschaffung begeistern.
      Muss mir das jetzt peinlich sein? :S

      Den Lethem muss ich mir aber unbedingt mal vornehmen in nächster Zeit, Du bestärkst mich gerade darin, apple :]

      Gestern habe ich mal mit Haruki Murakamis "Afterdark" begonnen.
      Der Anfang macht zumindest Lust auf mehr - ich hoffe, das setzt sich so fort...