Schmökerecke - was lest ihr gerade?

      Im Auto höre ich gerade "Terrorist" von John Updike, gelesen von Ulrich Noethen, bei Zweitausendeins für unter 10,- EUR gekauft.

      Ich mag Updike sehr, hatte aber von diesem Buch bislang die Finger gelassen, weil ich ihm die Thematik nicht zugetraut hatte. Ich lag derart daneben. Außer einem kurzen, völlig überflüssigen und inzwischen auch bei ihm nur noch nervenden Altmännersex-Einschub bin ich vollständig begeistert. Updike kann einfach großartig erzählen und schildern und ich finde, dass er in seinen irisch-amerikanisch-arabischen Hauptdarsteller sehr gut hineinhört.

      lG hoboe
      Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better. (Samuel Beckett)

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      Ich habe gerade zum zweiten Mal beendet: "Beim Leben meiner Schwester" von Jodi Picoult. Mir gefällt das Buch, gerade, weil es nicht nur ethisch-moralische Vorstellungen beschreibt und diskutiert, sondern eine Geschichte erzählt. Hier die

      Kurzbeschreibung
      Die Entscheidung ist ihr schwergefallen, unendlich schwer. Die allerwenigsten Menschen müssen sie jemals treffen. Doch als Anna Fitzgerald dreizehn Jahre alt ist, kann sie es nicht mehr ertragen. Längst weiß sie nicht mehr, wie viele Operationen sie über sich hat ergehen lassen müssen. Anna, so scheint es ihr selbst, ist nur zu einem Zweck geboren worden – ihrer leukämiekranken Schwester Kate das Leben zu retten. Immer wieder. Nie hat sie diese Rolle angezweifelt, bis heute: Wie jeder Teenager aber beginnt Anna sich nun zu fragen, wer sie eigentlich ist. Ob sie ohne Kate eine eigene Persönlichkeit wäre? Ob Sara und Brian, ihre Eltern, jemals einen eigenständigen Menschen in ihr gesehen haben? Anna weiß es nicht. Und sie beschließt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen – ein Anwalt soll dafür sorgen, daß sie ihren Körper nie mehr für Kate zur Verfügung stellen muß.
      Herzliche Grüße
      Fefaminz

      Mein freier Wille zählt! Rauchfrei seit dem 12.08.2005

      Donna Quichote schrieb:

      hoboe, ab welchem Alter hat man "Altmännersex"?
      :)

      Den kann man natürlich in jedem Alter haben. Immer noch besser als gar keinen.

      Was ich meine ist, dass bei Updike und Philip Roth, je älter sie werden, desto mehr "Szenen" auftauchen, in denen ältere Ers mit jüngeren Sies geschlechtlich verkehren und ihre diesbezügliche Funktionalität und Erlebniswelt thematisieren. Und der böse Verdacht drängt sich auf, dass die Herren da irgendetwas in ihre Figuren projizieren.

      lG hoboe
      Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better. (Samuel Beckett)

      Stimmt, besser als gar keinen. Ich glaube, ich weiß, was du meinst.

      fefaminz, das Buch hab ich kürzlich auch gelesen und fand es auf der einen Seite herzzerreißend, auf der anderen Seite zum Schluss sehr überraschend, auf einer dritten Seite aber auch streckenweise öde, quasi querlesepflichtig, nämlich immer dann, wenn noch die Geschichte des Anwalts mit seiner Sozialfürsorgerin dazwischengeschoben wurde. Das war mir einfach zu amerikanisch-seifenoperig. Aber das Thema ist ein ausgesprochen brisantes und sehr spannendes.
      Gruß von Donna
      Youth is wasted on the Young.

      hoboe schrieb:

      Den kann man natürlich in jedem Alter haben. Immer noch besser als gar keinen.

      Was ich meine ist, dass bei Updike und Philip Roth, je älter sie werden, desto mehr "Szenen" auftauchen (...),
      Das war bei Roth doch immer schon so. :S 8)

      Altmännersex ist also Sex mit Jüngeren? Das ist ja demoralisierend...
      Oder eher Sex mit Versagensängsten/Dankbarkeit/Beschwerden? Oder "Blümchensex"? ?(

      Blue (oder sonstwer?), hast Du auch den Fotografen von Katzenbach gelesen? Taugt DER denn? Den hat mir meine Mutter mitgegeben.

      Was ich gerade echt VERSCHLUNGEN habe unter Vernachlässigung meines Kleinkindes (und ich verschlinge eigentlich NICHT mehr!) war William Boyd: *Ruhelos*:
      Mutter-Tochter-Agententhriller, der 1940/1976 spielt.

      LG, Julia
      Ist es doch, als ob jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande: Heilig, heilig!" (L.v.Beethoven)

      Seiet flätig und gestüm! Und wirsch!

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      WaLia schrieb:


      hoboe schrieb:

      Den kann man natürlich in jedem Alter haben. Immer noch besser als gar keinen.

      Was ich meine ist, dass bei Updike und Philip Roth, je älter sie werden, desto mehr "Szenen" auftauchen (...),
      Das war bei Roth doch immer schon so. :S 8)

      Altmännersex ist also Sex mit Jüngeren? Das ist ja demoralisierend...
      Oder eher Sex mit Versagensängsten/Dankbarkeit/Beschwerden? Oder "Blümchensex"? ?(

      Blümchen oder nicht, hat, glaube ich, nichts damit zu tun. Und dass es immer Jüngere sind, dürfte auch eher den Phantasien der Autoren geschuldet sein.

      Der Rest trifft es ziemlich gut. Das Wissen um die Welkheit des eigenen Fleisches.

      So, jetzt aber genug Altmännersex. Das Buch hat seine einzige Schwäche, bislang, bin ja noch nicht durch, in diesem Bereich, ist aber sonst sehr empfehlenswert. :]

      Und Roth hat auch richtig gute Sachen geschrieben, bei denen er außer jüdischer Identität und Sex noch Themen gefunden hat. "Mein Mann der Kommunist" oder "The Great American Novel" zum Beispiel. Richtig gut auch diese.

      lG hoboe
      Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better. (Samuel Beckett)

      WaLia schrieb:

      Blue (oder sonstwer?), hast Du auch den Fotografen von Katzenbach gelesen? Taugt DER denn? Den hat mir meine Mutter mitgegeben.

      Negativ. Nur "Die Anstalt" und "Der Patient". Erstaunlicherweise habe ich mich aufraffen können, nach dem einen Langweiler auch noch den zweiten zu lesen. Wobei der Patient noch grottiger war. *find*
      Die Anstalt hatte gute Ansätze, aber war dennoch enttäuschend langatmig. Das Ende war sowieso mega-enttäuschend. Sowas hasse ich an einem Buch. Da hat man das Gefühl, der Autor hatte keine Lust mehr. Aber frag Flauschi, die fand die Anstalt super! 8)
      Früher war mehr Lametta.
      ja, fand ich auch :) demnach hätte Julia es jetzt doof finden müssen...
      den Fotografen hab ich allerdings nicht gelesen, zwei von Katzenbach hintereinander waren mir erstmal genug...
      Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist. Peter Ustinov
      Hi!

      Ich habe den Hinweis aus Flauschis Thread gestern mal aufgegriffen, und mir "The Shock Doctrine " aus der Buchhandlung mitgebracht. Ich bin mal gespannt, zumal ich wahrscheinlich denk- und überzeugungstechnisch den meisten Globalisierungskritikern und Verschwörungstheoretikern eher skeptisch bis kopfschüttelnd gegenüber stehe.Ein kleines Fazit der ersten hundert Seiten ist vielleicht: Mit / unter dem Effekt "shock and awe" zu operieren ist per se ja nicht verwerflich, aber es wird oft zu weit getrieben. Ich bin in sofern gespannt, ob denn auch Lösungen aufgezeigt werden, wie praktisch wirksame Schutzlinien eingezogen werden können, die also den sozialen Kernbestand schützen.
      Also, interessant ist es auf jeden Fall.

      Gruß,

      Ghost
      Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen! [Andre Maurois, frz. Historiker]

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      ghostlife schrieb:

      Hi!
      Ich bin in sofern gespannt, ob denn auch Lösungen aufgezeigt werden, wie praktisch wirksame Schutzlinien eingezogen werden können, die also den sozialen Kernbestand schützen.
      Also, interessant ist es auf jeden Fall.

      Gruß,

      Ghost


      ansatzweise ja, aber wie immer anhand praktischer Beispiele (Lateinamerika) und *tataa* das Internet ist einer der maßgeblichen Schlüssel
      ... ob man die Autorin überhaupt zu den Verschwörungstheoretikern zählen kann, sei auch angesichts der mannigfaltigen Quellenangaben und Verweise (ca. 1/6 des Buches) mal dahingestellt... mir wäre es allerdings für "mein Seelenheil" fast lieber..
      allerdings ist die ganze Thematik wenn man denn über entsprechend fundiertes Wissen verfügt (das bei mir leider gerade mal rudimentär vorhanden ist, aber ich arbeite daran..), ein Garant für etliche überaus spannende Diskussionsabende und -nächte :)
      ein Thread darüber wäre mit Sicherheit einer meiner bevorzugten Aufenthaltsorte, wenn denn noch mehr hier sich mit der Thematik befassen (Catalina, ich bin dafür, du kaufst dir auch das Buch... ;) )
      Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist. Peter Ustinov
      Katzenbach - nicht meins. Ich habe, da er hier immer wieder erwähnt wird, "Das Rätsel" gekauft und finde es sterbenslangweilig. Gut, ich bin schon auf der Hälfte, aber habe auch schon eine ganze Menge weggeblättert. Wenn nicht EM wäre würde ich es gar nicht zu Ende lesen.

      Dann habe ich von Ariana Franklin, "Die Totenleserin" und "Die Teufelshaube" gelesen. Das wären gute Urlaubs-Strand-Scann-Bücher. Also, wenn ihr noch was zum Zeitvertreib ohne allzu großen Anspruch sucht, dann sind beide sehr empfehlenswert.

      Aber ich stricke zurzeit wieder, da kommt das Lesen eh zu kurz.
      grüessli
      soap



      it's a good day to have a good day :)
      So, ich habe gerade beendet "Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann und bin hin- und hergerissen, wobei das Pendel eher im Negativen verbleibt.

      Zu Beginn des Buches haben mich die beiden Geschichten um Humboldt und Gauß sehr berührt, besonders die von Gauß hat mich total traurig gemacht, aber je weiter das Buch fortschritt, desto mehr hat mich die merkwürdige Distanz des Autoren zu seinen Figuren (ständig inderekte Rede etc.) genervt. Zum Schluss hat mich das Buch nur noch geärgert und ich war froh, als es fertig gelesen war. Mein Fazit: muss man wirklich nicht haben! Wie sagte mein Deutschlehrer: "Gut angefangen und dann kurz vor dem Ziel kläglich verreckt!"
      Herzliche Grüße
      Fefaminz

      Mein freier Wille zählt! Rauchfrei seit dem 12.08.2005

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „fefaminz“ ()

      Ja, Flauschi, ich denk, das Buch werde ich mir bestellen. Vielleicht kann so ein Buch ja tatsächlich wieder einmal ein Anlass für eine schöne Diskussion sein. Ich hoffe nur, irgendwann endlich auch wieder mal Zeit dafür zu finden, auch für all die schönen Bücher..Doch der Urlaub naht ja.. :bounce1

      Momentan liegt bei mir noch (ungelesen) herum:

      Milan Kundera-Abschiedswalzer

      Fünf Tag in einem böhmischen Kurort: Paare lösen sich auf, formieren sich neu. Liebe und Verrat, Illusion und Lüge bilden den Rhythmus für einen Abschiedwalzer voller Dramatik und Ironie.

      "Eine brillante Prosakomödie in einer Mischung von satirischer Groteske und ideologischer Scharfsinnigkeit." Neue Zürischer Zeitung




      und:

      Milan Kundera-Der Vorhang


      Anhand der großen Romane der Weltliteratur entwirft Milan Kundera ein Bild Europas. Mit dem Wissen und den Gedanken der großen Romanciers-Rabelais und Flaubert, Gombrowicz und Broch-unternimmt Kundera die Verteidigung der europäischsten aller Künste, des Romans. Und manchmal scheinen die Bücher lebendiger als die Wirklichkeit selbst.

      "Ein vergnüglicher Streifzug durch die Literatur Europas." Süddeutsche Zeitung




      LG Catalina

      PS: Bei "Die Vermessung der Welt" bin ich hin-und hergerissen. Einerseits interessiert mich die Thematik sehr, andererseits sind die Rezensionen ja eher mäßig, auch wenn man das freilich nicht überbewerten sollte. Ich hatte es im Laden jetzt einmal "angelesen", aber irgendwie fasziniert mich die Schreibe nicht, sofern ich das nach einem so kurzen Eindruck beurteilen kann. Obwohl es oft so bei mir ist, dass der erste flüchtige Eindruck beim "Anlesen" sich meist bestätigt. Kennt ihr das?

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      catalina schrieb:

      Obwohl es oft so bei mir ist, dass der erste flüchtige Eindruck beim "Anlesen" sich meist bestätigt. Kennt ihr das?


      Ja, kenne ich, ich habe das o.g. in der Bücherei angelesen und dachte "naja, nimm mal mit, vielleicht wirds ja doch was" - war wohl nix. Gut, dass ich es nicht gekauft, sondern nur in unserer Bibliothek ausgeliehen habe. Wäre das nicht eine Möglichkeit für dich?
      Herzliche Grüße
      Fefaminz

      Mein freier Wille zählt! Rauchfrei seit dem 12.08.2005
      Ja, Fefaminz, das wäre tatsächlich das Beste.

      Gerade erst hab ich gesehen, dass Soso hier bereits "Das stille Mädchen" von Peter Høeg erwähnt hatte. Schön! Das fehlt mir noch von ihm. Nach seiner "Vorstellung vom 20. Jahrhundert" hab ich nichts mehr von ihm gelesen. Das fand ich ziemlich langatmig und seit dem Zeitpunkt hatte ich mich irgendwie von Høeg entfernt. Schade eigentlich.

      Hat denn schon jemand "Die Kinder Húrins" von Tolkien gelesen. Ich bin ja eigentlich weniger der Fantasy-Fan und habs noch nicht gelesen, aber das Buch spricht mich wirklich irgendwie an..

      LG Catalina
      :) Hallo



      Ich lese zur Zeit "die Mütter-Mafia" von Kerstin Gier



      sehr amüsant :D



      Liebe Grüße Kiwi
      NMR Seit 26.12.04 22.30 Uhr


      Nicht was der Mensch ist, nur was er tut, ist sein unverlierbares Eigentum.
      Christian Friedrich Hebbel (1813-1863), deutscher Dichter
      gell, Kiwi, fand ich auch :)

      ich bin kurz vor Ende des 2. Teils "Die Patin"; schlecht isses nicht, aber ich selbst finde, es reicht von den Lachern und kleinen Boshaftigkeiten her nicht an das erste heran... aber man kanns trotzdem gut mal eben weg lesen :)
      Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist. Peter Ustinov