Schmökerecke - was lest ihr gerade?

      Gut gegen Nordwind

      Gut gegen Nordwind / Daniel Glattauer

      Schon mal Angst gehabt, dass sich in eine sehr private E-Mail ein
      klitzekleiner Fehler einschleicht - und plötzlich ein völlig Fremder
      die Nachricht bekommt? Emmi Rothner passiert das genaue Gegenteil.
      Eigentlich will sie nur ein Zeitschriftenabo kündigen. Doch durch einen
      Tippfehler landet die E-Mail bei Leo Leike, und zwischen den beiden
      entflammt ein zunächst zaghafter, mit der Zeit immer leidenschaftlicher
      Onlineflirt. Daniel Glattauer erfasst mit "Gut gegen Nordwind" den
      besonderen Zauber, den der Briefwechsel mit einer fremden Person
      auslösen kann, die reizvolle Mischung aus totaler Distanz und
      unverbindlicher Intimität.

      ... ich habe das Buch verschlungen und war erstaunt darüber, wie spannend ein reiner Mailwechsel sein kann und zu was er führen kann.
      Obwohl ich einen Punkt echt nicht nachvollziehen kann, aber das darf ich jetzt hier nicht verraten.
      Gemütliche Sofagrüsse
      Beate ;)
      Es ist zwar völig OT, ber GENAU auf die Art habe ich mal eine sehr nette Lady kennengelernt, mit der ich noch heute oft "maile", einfach aus Versehen ein .de statt ein .com angehängt.
      'Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?'
      'Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest', sagte die Katze.

      (Alice im Wunderland)
      Anita Shreve: Gefesselt in Seide
      Blöder deutscher Titel - wie so oft. Der englische Titel 'Strange fits of passion' trifft's viel besser.
      Formen der Liebe, Formen der Gewalt, mal ............anders erzählt.
      Donaukurier:
      Glasklar ist Anita Shreves literarische Sprache, unmanieriert und analytisch, ohne Pathos, dabei von jener leisen Hoffnungslosigkeit, die mitunter an die frühe Sagan erinnert.


      Ich bin begeistert!!!
      Lieben Gruß von der
      ops völlig überlesen, danke Donna für dein Angebot auch dir hada :leader


      ich würde auf dein Angebot gerne zurückkommen Donna (sodenn deine Erste damit einverstanden ist)?

      Ein Lächeln ist die kürzeste Entfernung zwischen Menschen.
      Es kostet nichts und bringt soviel ein.
      Es bereichert den Empfänger, ohne den Geber ärmer zu machen.
      :rose
      Um die Wurzeln zu finden, blicke abwärts.
      Blicke aufwärts, um die Sterne zu sehen.
      Doch blicke vorwärts, um dein Glück zu finden.

      Ich lese gerade die Osiris-Reihe von Christian Jacq.
      Den ersten Band hab ich gerade fertig („Der Baum des Lebens“) und warte jetzt auf Teil 2, „Die Verschwörung des Bösen“; ein Glück gibt's die Stadtbücherei ;)
      Davor hatte ich übrigens die Ramses-Romane von Christian Jacq verschlungen und danach seine drei Bücher umfassende Reihe Die Königin der Freiheit.

      Ein anderes sehr schönes, in Ägypten spielendes Buch war „Auge des Mondes“ von Brigitte Riebe, das ich mir in kürzester Zeit einverleibt hatte.
      Vor zweitausend Jahren hörten die Menschen auf, Katzen als Götter anzubeten.
      Allerdings hat man damals versäumt, die Katzen darüber zu informieren.
      Zwischen den Feiertagen kam ich endlich einmal dazu "Extrem laut und unglaublich nah" von Jonathan Safran Foer zu lesen.
      Ich bereue es nicht. Liebevoll gezeichnete schräge Charaktere bevölkern diesen Roman, der sich wohltuend abhebt vom Bestseller-Einheitsbrei.

      Extrem laut und unglaublich nah erzählt die Geschichte einer zweifachen Vater-Sohn-Tragödie. Da ist zum einen der Großvater, ein Maler, der vom 2. Weltkrieg traumatisiert nach Amerika kommt. Er hat in der Bombardierung Dresdens seine Verlobte verloren und spricht seither kein Wort mehr. In New York trifft er deren Schwester und heiratet sie. Als sie ein Kind von ihm erwartet, verschwindet er, schreibt aber über Jahrzehnte Briefe an seinen nie gekannten Sohn, die er aber nicht abschickt. Dieser Sohn, Thomas Schell, stirbt im zusammenstürzenden World Trade Center und hinterlässt ein neunjähriges Kind, Oskar, der Ich-Erzähler des Romans. Mit überbordender Fantasie versucht Oskar mit dem Tod des Vaters fertig zu werden. Und er irrt durch New York auf der Suche nach dem Schloss für den Schlüssel, den er im Arbeitszimmer seines Vaters gefunden hat.
      Jep. Irgendwie erinnert der Schreibstil des Autors mich an Jonathan Lethems "Motherless Brooklyn", das ich ebenfalls großartig fand.
      "Alles ist erleuchtet" habe ich ebenfalls im Regal stehen. Dummerweise kann ich mich ums Verrecken nicht entsinnen, ob ich's schon gelesen habe oder noch nicht.
      Die Kurzbeschreibung weckt zumindest keine Assoziationen in mir -
      außer daran, dass ich die Kurzbeschreibung schon gelesen habe.
      :whistling:

      Schelmine schrieb:

      Zusammen ist man weniger allein von Anna Gavalda und Ina Kronenberger.

      Nikka schrieb:

      Ist das nicht auch das Buch, das mit Audrey Tatou neulich verfilmt wurde?

      Karlinchen schrieb:

      Nikka hat auch recht, der Film soll richtig gut sein.
      Habe ich mir neulich auf DVD angesehen, nicht schlecht und sehr sehenswert, aber das Buch hat mir trotzdem besser gefallen, ich hatte das Gefühl, da kamen die Charaktere und deren Eigenarten viel besser zur Geltung.


      Aktuell lese ich (immer noch) "Eine Mittelgewichtsehe" von John Irving.
      Naja.
      Habe schon bessere von ihm gelesen, kein Wunder, dass das nicht soooooooo furchtbar oft genannt wird wie einige andere von ihm.
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf
      Besser passt was hoert ihr gerade - ich habe Tintenherz "vorgelesen" bekommen als Hoerbuch, danach Tintenblut im Moment bin ich bei Tintentod. Ich "schleppe" mein Laptopp bei jeder Hausarbeit hinteher um die Geschichte wieiter erzaehlt zu bekommen. Und dieses Buch hat Suchtfactor und man wunescht sich, dass es nicht endet.


      Patricia

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „hada“ ()

      Granada schrieb:

      Gut gegen Nordwind / Daniel Glattauer

      Schon mal Angst gehabt, dass sich in eine sehr private E-Mail ein
      klitzekleiner Fehler einschleicht - und plötzlich ein völlig Fremder
      die Nachricht bekommt? Emmi Rothner passiert das genaue Gegenteil.
      Eigentlich will sie nur ein Zeitschriftenabo kündigen. Doch durch einen
      Tippfehler landet die E-Mail bei Leo Leike, und zwischen den beiden
      entflammt ein zunächst zaghafter, mit der Zeit immer leidenschaftlicher
      Onlineflirt. Daniel Glattauer erfasst mit "Gut gegen Nordwind" den
      besonderen Zauber, den der Briefwechsel mit einer fremden Person
      auslösen kann, die reizvolle Mischung aus totaler Distanz und
      unverbindlicher Intimität.

      @ Granada ich habe das Buch gelesen und das Ende war doch normal sie hat mit dem Feuer gespielt und wollte sich von ihrem Mann nicht trennen was hast du erwartet seine E-Mail Loeschung war NORMAL


      Patrica
      Hallo, da ja hier einige Murakami lesen, würde mich einmal interessieren, wie euch Sputnik Sweetheart von ihm gefallen hat. Also sofern ihr es kennt. Ich fand es zu Beginn recht vielversprechend, hatte mir aber letztendlich mehr von dem Buch versprochen. In Teilen empfand ich es auch als recht enttäuschend.

      LG, Catalina

      catalina schrieb:

      Hallo, da ja hier einige Murakami lesen, würde mich einmal interessieren, wie euch Sputnik Sweetheart von ihm gefallen hat. Also sofern ihr es kennt. Ich fand es zu Beginn recht vielversprechend, hatte mir aber letztendlich mehr von dem Buch versprochen. In Teilen empfand ich es auch als recht enttäuschend.

      LG, Catalina
      Enttäuschung empfand ich nicht. Aber es schien mir etwas weniger tief (und schräg im positiven Sinne) als die anderen Romane von ihm. Ich kann mich sehr gut erinnern, dass ich es eher für eine zu lang gewordene Kurzgeschichte gehalten - denn für einen Roman. Erst später habe ich erfahren, dass fürwahr, ein bis zwei ("frühe") Kurzgeschichten haben dafür Pate standen.

      Die Beschreibung der Charaktere sind typisch Murakami, aber der Handlung fehlt es an der, wie soll ich es ausdrücken, "bildhaften Gewöhnlichkeit fremder subjektiver Realitäten (die keine sind und anders herum wieder doch)". Ich hoffe ihr versteht, was ich meine.

      Mein Urteil: Dieses Buch ist kein Muss, aber dennoch lesenswert.


      btw. Ich lese gerade die Ungetrösteten von Kazuo Ishiguro. Sicher hat sich hier der eine oder die andere bereits dazu geäußert. Nach den ersten knapp 100 Seiten kann ich noch gar nicht sehr viel dazu sagen. Kafka kommt mir andauernd in den Sinn - ja, ich denke dass Buch hat etwas von der Stimmung, wie ich sie in "Amerika" empfunden habe. Bin mal gespannt, ob sich dies weiter fortzieht oder ob sich diese (Alp-)traumhafte Verquickung in irgendeiner verständlichen Art und Weise auflöst ...
      If you can't talk about it, point to it (L.W.)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Soso“ ()

      Oh, danke fürs Nachfragen, Schelmine. Und dir für die schnelle Antwort, Soso.


      Original von Soso(..) aber der Handlung fehlt es an der, wie soll ich es ausdrücken, "bildhaften Gewöhnlichkeit fremder subjektiver Realitäten (die keine sind und anders herum wieder doch)". Ich hoffe ihr versteht, was ich meine.


      Das ist ja eimal trefflich ausgedrückt und umschreibt m.E. sehr gut die Atmosphäre dieses Romans.

      Mir erging es während des Lesens so, dass mir die Charaktere zu Beginn sehr facettenreich erschienen, ebenso die Handlung. Doch zusehends verlor sich dies im Verlauf des Buches auf sehr eigentümliche Weise, so dass der Facettenreichtum irgendwann konstruiert erschien. Diese Leichtigkeit des Beginns, nicht im Sinne von Belanglosigkeit, verlor sich und vieles erschien mir irgendwann künstlich dramatisch. Und doch fehlte etwas eigentlich Dramatisches.

      Das sind so meine Gedanken, die während des Lesens und auch rückblickend aufkamen.

      LG, Catalina

      catalina schrieb:

      Und doch fehlte etwas eigentlich Dramatisches.
      Das ist imho typisch für Murakami. Ich überlege die ganze Zeit, aber ich kann mich nicht entsinnen, dass die Handlung in einem seiner Romane in irgendeiner herkömmlichen Weise dramatisch wäre. Halt! Hard-boiled Wonderland vielleicht als Ausnahme, weil da ja ein gewisses Rennen gegen die Zeit stattfindet.

      Aber dieses fehlen offensichtlicher Dramatik ist eigentlich das, was ich an Murakami am meisten schätze. Ich denke, die eigentliche Dramatik wird in der Regel gar nicht ausgesprochen ist aber doch jederzeit spürbar. Im Moment kommt mir der Gedanke, dass in der Regel jede seiner Hauptperson im Vorfeld der Geschichte ein eigenes Drama oder eine innere Hölle durchlebt hat. Eine Trennung vom Partner aus heiterem Himmel, Naturkatastrophen, eine Liebe mit unerwidertem Begehren usw. So als wenn diese Erlebnisse seine Figuren an jene Grenze geführt haben, an der die Trennung zwischen sachlicher Aussenwelt und erlebter innerer Realität verwischen.
      Was ich an Murakamis schätze ist, dass er mich als Leser sachte, ohne dass es sich fremd anfühlt, in diese andere, fremde, aber keinesfalls glamouröse oder märchenhafte Realität entführt. Vielmehr erinnern mich die Romane eher an ein dissoziatives Erlebnis als an Phanastik.

      Wie gesagt, ich halte Sputnik nicht für sein bestes Buch
      If you can't talk about it, point to it (L.W.)
      mo hayder: die sekte

      "Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass auf Cuagach Eilean, auch Pig Island genannt, der Teufel umgeht. Genaues weiß allerdings niemand, denn seit Jahren durfte kein Fremder die kleine Insel vor der schottischen Küste betreten. Bis der Journalist Joe Oakes die Einladung erhält, die dort lebenden Mitglieder einer geheimnisumwitterten Sekte zu besuchen. Oakes, dessen Spezialität die Entzauberung scheinbar paranormaler Phänomene ist, nimmt die Einladung gerne an. Er ahnt nicht, dass er damit einen Sturm aus Gewalt und Mord entfesselt, der sich jeglicher Kontrolle entzieht."

      bis jetzt sehr fesselnd!
      Böse, böse Hydranten!

      Soso schrieb:

      catalina schrieb:

      Und doch fehlte etwas eigentlich Dramatisches.
      Das ist imho typisch für Murakami. Ich überlege die ganze Zeit, aber ich kann mich nicht entsinnen, dass die Handlung in einem seiner Romane in irgendeiner herkömmlichen Weise dramatisch wäre.


      Jep, das wollte ich gestern auch schon in die Diskussion einwerfen.
      Wobei mir Sputnik Sweethaert sehr gut gefallen hat, als ich's vor ein paar Jahren gelesen habe - soweit ich mich entsinne mit auch deshalb, weil dieses Buch mal etwas weniger surreal und kafkaesk wirkt als seine Tänze mit Schafsmännern oder dergleichen.

      Ich habe in den letzten Tagen Lilith und Lumen, Teil 2 und 3 der Lycidas-Trilogie von Christoph Marzi gelesen.
      Obwohl die Geschichte wie Fantasy für Kinder wirken würde, wenn man sie nacherzählte, ist der Schreibstil Marzis durchaus erwachsen und anspruchsvoller als in vielen anderen Fantasy-Romanen. Und die literarischen Anspielungen, die sich durch verschiedenen Bände der Reihe ziehen (z.B. an Romeo und Julia, Kafka u. v. m.) lasssen eine Leseratte schmunzeln.
      "Die Welt ist gierig, und manchmal umschließen Nebel unsere Herzen, bis wir uns nicht einmal mehr daran erinnern können, wann unsere Träume zu sterben begannen ..."
      Prädikat: empfehlenswert.