Ni hao - aus dem Land der Mitte

      Ni hao - aus dem Land der Mitte

      bin am Samstag Abend aus China zurückgekommen.
      Dies war meine dritte Reise in das Land der Mitte und jedes Mal
      bin ich fasziniert von diesem Land und seinen Menschen.

      Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll das Land zu beschreiben,
      ich habe mal in einem Buch hierzu eine Geschichte gelesen,
      in welcher ein Blinder gebeten wird einen Elefanten zu beschreiben,
      der Blinde stellt sich neben den Elefanten, erfasst den Schwanz des Elefanten
      mit seinen Händen und stellt fest, dass ein Elefant wie ein Pinsel sei.
      Ja - so ginge es mir auch wenn ich China beschreiben möchte,
      ich kann es nur fragmentarisch versuchen:

      Die Chinesen erzählen gerne Geschichten so z.B. diese:
      In einem Dorf in China lebte ein Bauer, der hatte ein Pferd und einen einzigen Sohn.
      Und weil er der einzige Bauer im Dorf war, der ein Pferd hatte, sagten die Leute im Dorf: "Oh, so ein schönes Pferd, hat der ein Glück!"
      Und der Bauer antwortete: "Wer weiß?!"
      Eines Tages, brach das Pferd des Bauern aus lief weg. Der Bauer sah es noch davon galoppieren, aber er konnte es nicht mehr einfangen.
      Am Abend sprachen die Leute des Dorfes : "Oh der arme Bauer, jetzt ist sein einziges Pferd
      weggelaufen. Jetzt hat er kein Pferd mehr, der Arme!"
      Der murmelte nur: "Wer weiß?!"
      Ein paar Tage später, sah man morgens das schöne Pferd zurückkehren, mit
      einer wilden Stute aus den Bergen . Die Nachbarnsprachen:
      "Oh, was hat der doch für ein Glück, der Bauer!"
      Aber der Bauer sagte nur: "Wer weiß?!"
      Eines Tages wollte der einzige Sohn des Bauer das neue Pferd reiten.
      Plötzlich bäumte sich die Stute auf und der Sohn des Bauern stürzte und brach sich das Bein.
      Und die Nachbarn riefen:
      "Oh, der arme Bauer: Sein einziger Sohn! So ein Unglück!"
      Aber der Bauer sagte nur: "Wer weiß?!"
      Einige Zeit zogen die Soldaten des Herrschers in das Dorf und holten alle jungen
      Männer, um sie als Soldaten für den Kaiser in den Krieg mitzunehmen.
      Der Sohn des Bauern wurde zurückgelassen, da er nicht laufen konnte.
      Und die Leute im Dorf sagte: "Was hat der für ein Glück für den Bauern und seinen Sohn!"
      Aber der Bauer murmelte nur: "Wer weiß?!"

      Chinesen kürzen diese Geschichte ab ( da sie davon ausgehen, dass diese allgemein bekannt sei ) und reduzieren sie auf die Worte "der Bauer und das Pferd". Dies ist eine beliebte Antwort, wenn man jemanden sein Leid vorjammert.

      Streitkultur:
      Chinesen haben eine völlig andere Streitkultur als wir.
      Oberstes Gebot bei Diskussionen ist, den Gesprächspartner nicht in eine Situation zu bringen, in welcher er sein Gesicht verlieren würde. Zu behaupten er würde Unsinn reden, im Unrecht sein, sein Standpunkt wäre unmoralisch, unklug o.ä. ist tabu.
      Vielmehr greift man die Punkte des Gesprächspartners auf, welchen man zustimmen kann und
      entwickelt Varianten und zusätzliche Vorschläge hierzu.

      Das Essen:
      Die Chinesen essen gerne und viel.
      Ja, man braucht einen stabilen Magen, zumindest wenn man sich außerhalb der
      großen Hotels bewegt und im ländlichen Raum bei "einfachen" Menschen zu
      Gast ist. Mein Standardspruch auf die Frage
      was ich zu essen wünsche war immer "no dogs, no snakes".
      Die kulinarischen highlights waren bisher:
      Hühnerbeine vom Grill ( knusprig ),
      hundertjährige Eier ( das darf man nicht wörtlich nehmen - sie sehen aber so aus )
      Schildkröte ( war ein Ãœbersetzungsfehler - ich hatte turkey verstanden )
      gestocktes Entenblut ( sieht aus wie Wackelpudding aus Blutwurst )
      geschnetzelte Schweineohren ( kalt - inkl. Knorpel )
      sehr stark riechender Tofu gebraten
      und andere Köstlichkeiten.
      Bei den Skorpionen am Spieß bin ich aber ausgestiegen - musste nicht sein.

      Folgend ein paar Photos, ich liebe es unbeobachtet Gesichter zu fotografieren.
      Insbesondere von alten Menschen, hier frage ich mich oft,
      "was haben diese Augen schon alles gesehen" und "sind es Lach- oder Sorgenfalten,
      welche dieses Gesicht geprägt haben "?

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      Es ist spät geworden, ein ander mal vielleicht mehr,

      Grüße Peter

      letzte Zigarette: irgendwann Frühling 2006
      Das Leben ist zu kurz um nicht an Wunder zu glauben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „quercus-2.0“ ()

      Allein die Fotos reichen aus, um festzustellen, dass es grandiose Eindrücke sein müssen, die sicher schwer in Worte zu fassen sind.

      ....und das Essen hat ja echt anscheinend überhaupt rein gar nichts mit dem gemein, was man hier auf der Speisekarte beim Chinesen findet ;D
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf
      Sehr schöne Fotos Peter!
      Diese Streitkultur hat was, das muss ich zugeben. Lieber ein positives Feedback als ein Niedermachen. Da könnten wir uns noch eine Scheibe von abschneiden.
      Die Geschichte von dem Bauern und dem Pferd ist mir bekannt.
      Was ist denn auf dem letzten Foto zu sehen?
      Und ja, bitte noch mehr Bilder!