Ich wünsche mir Frieden auf Erden

      Ich wünsche mir Frieden auf Erden

      Wenn Du Dir was wünschen würdest, was wäre das? "Frieden auf Erden".
      Ich denke mal der eine oder andere hat diesen Satz schon einmal gehört.
      Nun stelle ich mir ernsthaft die Frage, wäre es eigentlich möglich das die Erdbevölkerung friedlich zusammen lebt?
      Stellt Euch einmal vor: keine Kriege, keine Konflikte, kein Terrorismus, kein Hunger, keine Embargos...nur eitel Sonnenschein, wir haben uns lieb.

      Ginge das? Was wären die Opfer dafür, was müßte sich ändern? Oder kann man sich einfach nicht ändern?

      Bin gespannt!
      Solange der Mensch im Kleinen schon nicht in der Lage ist Neid und Missgunst, den kleinen Streit mit dem Nachbarn und die Ausübung von Macht und Gewalt, sei es bei der Arbeit oder in der Familie abzustellen, solange wird es einfach keinen Frieden in der Welt geben. Was soll im Großen funktioniern, wenn es im Kleinen schon unmöglich ist. :wnix
      Einer für Alle, Alle für Einen

      MacPurzel schrieb:

      Friede auf Erden geht. OHNE Menschen!


      Und dann? Ist Fressen und Zerstörung kein darwinistisches Prinzip? Falls es keine Menschen mehr geben sollte, was ist mit der nächsten Spezies am Ende der Nahrungskette. Eine Maus wird sich wohl weiterhin beschweren dürfen. :nachdenk

      Veitw schrieb:

      henrysdream schrieb:

      Totale Ãœberbevölkerung wäre die Folge ... geht also nicht.


      Wir haben totale Ãœberbevölkerung. Darf ich im Umkehrschluss also vermuten, dass es nicht genug Krieg gibt?

      Danke Henry, mein Gedanke.

      Und wenn es ginge, dann nur mit totaler Ãœberwachung wirklich aller menschlichen Aktivitäten inklusive einer restriktiven Geburtenkontrolle - eine wahre brave new world.


      plus Abschaffung der Religionen, bzw. Einführung einer Einheitsreligion, plus Einführung einer Weltregierung, plus gerechte Verteilung der Ressourcen, bzw. Verschleierung der tatsächlichen Verteilung, und dann kann man noch immer nicht sicher sein, nicht von seinem Nachbarn erschlagen zu werden, weil man die Musik zu laut gedreht hat. :rolleyes

      Sorry, bloß zwei bis drei Gedanken von jemandem, der aus einem friedlichen Biergarten kommt. :hat2

      ;) LG - Wonko
      Hi!
      Ginge das? Was wären die Opfer dafür, was müßte sich ändern? Oder kann man sich einfach nicht ändern?
      Ich denke, es geht nicht, jedenfalls nicht mit uns Menschen! Das Opfer wäre unsere Selbstaufgabe; das Verneinen dessen, was wir sind und was uns ausmacht. Und das kann niemand wollen. Damit hat auch Anna völlig Recht: Was wir an uns persönlich als Wesensmerkmal nicht ändern können oder wollen, wird auch immer dazu führen, dass wir in Gruppen/ Staaten - also im Kleinen wie im Großen - MENSCHLICH handeln.

      Denn:
      Dieselbe Aggression, aus der Konflikte entsteht ist aber auch der Antrieb, der uns "schneller, höher, weiter" treibt. Aggression ist die Triebfeder der Neugier. Ohne sie hätten wir keinen neuen Kontinent erforscht, keinen nennenswerten Fortschritt geschafft - wir haetten noch nicht einmal die Frühphase der Evolution überstanden, denn nur aus diesem Antrieb ist es uns gelungen, zu überleben. Machen wir uns nix vor: Ohne die Bereitschaft, unsere Umwelt herauszufordern und ihr unsere Nische abzutrotzen, wären wir heute nicht "top of the foodchain". Wir hätten auch keinen Sportwettkampf, keine oder nur geringste Forschung. Wir würden keine Risiken mehr eingehen.

      Schließlich ist es auch nur natürlich, dass wir so sind, denn unsere ganze Welt; die gesamte Natur ist so. Wie widernatürlich wäre es, wenn wir als einzige Spezies nicht mehr dem Prinzip "survival of the fitest" (in seiner weitesten Interpretation) folgen?

      Man kann es auch von der anderen Seite aus denken: Wenn unter all den Milliarden Menschen ein einziger Mensch ist (vielleicht sogar krankheitsbedingt?), der nicht "friedlich" ist, dann dominiert er alle anderen oder die anderen "nehmen den Fehdehandschuh" auf - und sind damit nicht mehr friedlich.

      Schließlich hilft eventuell auch ein Blick in die großen Werke unserer Philosophie: Sokrates/ Platon schufen erst "Der Staat". Die Idee von einer Ordnung der Gesellschaft unter Leitung eines Philosophenkönigs. Später entstanden dann "Die Gesetze", weil am Ende des Lebens für ihn/die beiden feststand, dass es keinen Menschen gäbe, der geeignet wäre, dieser König zu sein und man somit Regeln und Ãœberwachung derselben bräuchte, die es dann nur noch zu überwachen gälte. ... Damit wären wir dann bei Veitw: Nur mit totaler Ãœberwachung/ mit einem engen juristischen Käfig könnte man das Streben des Menschen dämpfen. Das - oder Psychopharmaka.

      Das soll jetzt nicht gewaltsamen Krieg oder Konflikt (Interessante Fußnote am Rande: Obwohl wir alle ein Verständnis davon haben, was wir so Bezeichnen, kann man es nicht definieren!) das Wort reden. Auch wenn eine komplett friedliche Gesellschaft m.E. eine Utopie ist, die wir nie verwirklichen werden wird, so gibt es durchaus soziale Mechanismen, die das Risiko von Gewalt verringern. Dazu gehören sicherlich Antworten auf den Hunger und ein Mindestmaß an Eigentum. Mit anderen Worten, Gewalt nicht extrinsisch - durch Drohung - eindämmen sondern intrinsisch, durch die Sorge, dasjenige, was man hat verlieren zu können.

      Gruß,

      Ghost
      Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen! [Andre Maurois, frz. Historiker]

      Degger schrieb:

      Stellt Euch einmal vor: keine Kriege, keine Konflikte, kein Terrorismus, kein Hunger, keine Embargos...nur eitel Sonnenschein, wir haben uns lieb.

      Ginge das?


      Interessante Frage!

      Bei dieser Aufzählung sind mir die "Konflikte" zu negativ ausgelegt, denn wesentlich ist ja, wie ein Interessenskonflikt ausgetragen wird, nicht bereits seine Existenz. Sollten auch Konflikte vermieden werden, nützen wirklich nur noch Happy-Pille oder Lobotomie.

      Deshalb bin ich auch nicht einverstanden, dass "Aggression", aggredere = herangehen, vorwärts gehen, zwangsläufig zu Gewalt führen muss. Diese ist lediglich eine Option des Mensch-Seins. Dass die Natur halt "so ist", ist bare Projektion.

      Ist "Friede" die Abwesenheit von Krieg? Wieso herrscht in weiten Teilen Europas seit Jahrzehnten relativer Friede? Weil es mehr Vorteile bietet, nicht-gewalttätige Wege zu beschreiten, vielleicht?
      Grüsse von Svenja

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Svenja“ ()

      Ich persönlich glaube auch nicht das es möglich ist das wir komplett in Frieden leben. In vielen Punkten möchte ich Ghost zustimmen.

      Solange es solche Begriffe wie Neid, Geltungsbedürfnis, Macht, Egoismus gibt glaube ich nicht das es Frieden geben wird.
      Auch unsere Marktwirtschaft ist im Prinzip auch nicht friedlich aufgebaut. In unser westlichen Marktwirtschaft gilt das Steben nach Wachstum und Profit. Wo gibt es Wachstum und Profit ohne Opfer?
      Das einige was m.E. funktionieren würde wäre eine 100 % Gleichstellung aller Menschen und die Rückschraubung der menschlichen Bedürfnisse.
      Ach wäre ein Star Trek Universum schön...man arbeitet um sich selber zu verwirklichen und den Rest seiner Zeit verbringt man mit forschen und der Selbstentwicklung.

      Computer - Earl Grey, heiss.

      RE: Ich wünsche mir Frieden auf Erden

      Degger schrieb:

      Wenn Du Dir was wünschen würdest, was wäre das? "Frieden auf Erden".
      Ich denke mal der eine oder andere hat diesen Satz schon einmal gehört.
      Nun stelle ich mir ernsthaft die Frage, wäre es eigentlich möglich das die Erdbevölkerung friedlich zusammen lebt?
      Stellt Euch einmal vor: keine Kriege, keine Konflikte, kein Terrorismus, kein Hunger, keine Embargos...nur eitel Sonnenschein, wir haben uns lieb.

      Ginge das? Was wären die Opfer dafür, was müßte sich ändern? Oder kann man sich einfach nicht ändern?

      Bin gespannt!


      Eine wirklich interessante Frage, Degger! Meines Erachtens ist ein Friede in dieser Form nicht möglich, nicht unter den gegebenen Umständen. Die Gründe dafür sind ja schon hinreichend aufgeführt worden. Ebenso wie der Frieden in DIESER Welt möglich wäre: in Form von Restriktionen und einer völligen Ãœberwachung. Aber wäre DAS Frieden? Für mich bedeutet dies in vielerlei Hinsicht eine Einhaltung von Regelwerken, ohne diese jemals verinnerlicht zu haben. Zum Frieden gehört für mich auch eine Ãœberzeugung, eine innere Bereitschaft, und das kann keine Ãœberwachung der Welt leisten. Jedenfalls nicht unter den bisherigen Gegebenheiten. In einer wahrlich perfekten Welt wären derartige Ãœberwachungsmechanismen ja nicht mehr vonnöten...

      Da stellt sich mir(rein hypothetisch betrachtet) die Frage, wie denn so eine perfekte Welt ausschauen würde, so gänzlich ohne Konfklikte in allen Ausmaßen. Wäre das tatsächlich eine schönere Welt? Ist das überhaupt vorstellbar? Oder entzieht sich das nicht der Vorstellungskraft, je länger man darüber nachdenkt?

      Würde ein derart friedliches Beisammensein nicht auch Stagnation bedeuten? Kriege und Konflikte entstehen aus den verschiedensten Beweggründen des menschlichen Daseins. Beweggründe, die ich damit keinesfalls pauschal rechtfertigen möchte. Aber welche Beweggründe würden in dieser "neuen Welt" eine Rolle spielen, immer Frieden zu erhalten? Was wären das für Menschen und WIE müsste sich das Menschsein gestalten, dass der Frieden allerorts herrschen könnte? Für mich ist das schwer bis gar nicht vorstellbar, je länger ich den Gedanken kreisen lasse.

      Wenn diese utopische Welt dann so augenscheinlich perfekt ist, wie kann dann das Bestreben da sein, Frieden zu erhalten? Niemand würde ja die Abwesenheit von Frieden kennen. Kann der Frieden dann als so hohes Gut geschätzt werden? Was wären die Werte in dieser neuen Welt, die so ohne Konfklikte, Terrorismus und Krieg lebt? Ich frage mich, ob die Abwesenheit all dieser Dinge tatsächlich eine schönere Welt schaffen kann. Kann diese Abwesenheit eine wärmere Welt schaffen, die tatsächlich erstrebenswerter ist?

      Gäbe es nicht ebenso in dieser Welt Opfer, auch wenn alles so perfekt ist? Kann in dieser perfekten Welt menschlicher Fortschritt und auch menschliche Größe entstehen oder würde das Ganze nicht, wie erwähnt, in einer Leere enden? Was wäre, im Kleinen wie im Großen, der Beweggrund, Menschen und die eigene Umwelt zu schätzen, wo alles gleichermaßen perfekt ist in dieser Welt.

      Und bedeutet die Abwesenheit von Krieg, Konflikten und menschlichen Unzulänglichkeiten wirklich Frieden? Ist es nicht auch die Unzulänglichkeit in jeder Hinsicht, die den Frieden und das Schöne in der Welt schätzen lassen. Was schätzen wir in einer perfekten Welt und wie bringen wir das zum Ausdruck? Können wir das in der Tiefe zum Ausdruck bringen, ohne die Kehrseite zu kennen?

      Grüße
      Catalina
      wir haben doch Frieden....

      was wollt ihr den noch !!!
      ist doch alles super gut
      in unserer kleinen Welt, was gehen mich die anderen an ???



      Gruß

      P

      PS: Wer kann endlich diese beschissenen gelben und roten Figuren (Smileys) abschaffen, die sind mal aggresiv...
      No hidden Catch, no Strings attached - just Freelove - Depeche Mode Freelove

      RE: Frieden

      BoyRacer schrieb:

      wir haben doch Frieden....


      PS: Wer kann endlich diese beschissenen gelben und roten Figuren (Smileys) abschaffen, die sind mal aggresiv...


      Greifen sie dich an 8| keine Sorge, die tun nix - ehrlich. Sehen manchmal n bissi doof aus. Aber so ist das nun mal, in der großen weiten Welt.

      Ignoriere einfach an den richtigen Stellen, dann blendet es auch nicht mehr so sehr ;- )
      Geh' mir weg mit deiner Lösung, sie wär' der Tod für mein Problem (Annett Louisan)
      Da frag ich mich zunächst erst einmal: wo fängt Frieden denn an?

      Im Kinderzimmer, in dem sich die Kleinen darauf einigen, dass jeder mal das rote Spielzeugauto bekommt?

      Oder erst da, wo ich meinem sturen Nachbarn sage: klar, ist kein Problem wenn dein ganzes Unkraut hier rüber wächst.

      Würde ewiger Frieden nicht auch bedeuten, dass es keine Auseinandersetzung mehr gebe? Denn jeder Streit ist doch ein wenig unfriedlich?
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang....