ab 05.02: John Irving "Gottes Werk und Teufels Beitrag"

      Heute schmier ich auch mal wieder meinen Senf in diesen Thread. Ich bin ja wirklich nicht leicht zu ermüden, aber dieser Wälzer ist doch etwas… anstrengend. Ich habe bereits versucht, mir das ganze mit dem Hörbuch (ungekürzte Fassung) etwas schmackhafter zu machen, weil ich auch zwischendrin etwas mitbekommen kann, lese in all den Wartezimmern, die ich als chronischer Schmerzpatient aufsuchen muss…
      Wenn ich jetzt also auf Seite 358 des Taschenbuches (Kap. 6 „Ocean View“) herumdümple, bleibt mir die Erkenntnis nicht verborgen, dass ich nicht wirklich „schnell“ vorankomme.
      Also — dachte ich —, guck in den Film.
      Sollte das noch jemand vorhaben: Lest lieber das Buch weiter. Der Film ist Gemütsgeplänkel. Ich habe ihn auch etwa dort abgeschaltet, wo er sich mit der Stelle im Roman trifft, die ich gerade lese. Also bei aller Liebe, ich sehe Tobey Maguire bestimmt gern in einer gefühlsduseligen Rolle, aber das Fehlen essentieller Teile des Buches (so fehlt z.B. Melony, Fuzzy lebt noch, als Homer wegfährt) bestürzten mich doch so, dass ich die DVD wieder in die Videothek zurückgetragen habe. Richtig, ich habe sie nicht zu Ende gesehen.

      Zum Einstieg waren das jetzt die negativen Aspekte. Aber ich möchte nicht damit hinterm Berg halten, dass das Buch — besonders, weil ich es wohl sehr langsam lese — einen tiefen Eindruck hinterlässt. Mir fallen im Lauf des Tages immer wieder Passagen aus »The Cider House Rules« ein, einige Male rutsche mir statt eines „Ja“ ein „Richtig“ über die Lippen.
      Dieses innerliche Beschäftigen werte ich mal positiv, denn Irving ist es auf die Art ja dann doch gelungen, die Geschichte von Homer Wells an mich heranzutragen.

      Ich will jetzt noch nicht auf die bisher gelesenen Teile des Buches eingehen, sondern auch zum Abschluß über den Gesamteindruck schreiben.

      Öhm.

      Oder vielleicht doch etwas... So ein bisschen überraschend kommen die Passagen ja dann doch, in denen es plötzlich um Sexuelles geht. Also ich für meinen Teil wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen, in einem leeren Schuppen mit Schlafkojen für Pflücker … allein … und dann … also ehrlich
      :pfeif
      Vor zweitausend Jahren hörten die Menschen auf, Katzen als Götter anzubeten.
      Allerdings hat man damals versäumt, die Katzen darüber zu informieren.
      einige Male rutsche mir statt eines „Ja“ ein „Richtig“ über die Lippen.


      ja, mir auch. Und ich finde das Buch gar nicht langatmig oder zäh - allerdings lese ich da jetzt auch schon eien gechlagenen Monat dran - ist also ein sehr sparsames Buch.
      'Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?'
      'Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest', sagte die Katze.

      (Alice im Wunderland)
      Langatmig kann ich bestätigen, und das, obwohl ich schon ziemlich weit hinten bin (so rund S. 650-680 )
      Gefallen tut es mir trotzdem.
      Aber du hast gut daran getan, den Film wegzulegen Thomas, mir passiert es immer häufiger, dass ich Soso frage: "Sag mal, das kam doch im Film gar nicht vor, oder?"
      Wie gesagt: der Film kommt mir eher wie ein Sonntagnachmittagsfamilienfilm vor und die Charaktere sind überhaupt nicht ausgearbeitet.

      Hm.... hier wurde am Anfang mal erwähnt, dass viele keinen Zugang zu den Personen und Charakteren finden; ich stelle jetzt gerade, an der Stelle, an der ich bin, für mich fest, dass vieles sich nun erst rückblickend verändert und ich meine, die Personen besser zu kennen/verstehen.
      Mehr will ich aber nicht verraten ;-)
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf

      ThomasRalf schrieb:

      aber das Fehlen essentieller Teile des Buches (so fehlt z.B. Melony, Fuzzy lebt noch, als Homer wegfährt) bestürzten mich doch

      Ernsthaft? Ich hab mir die ganze Zeit über vorgestellt, wie sie wohl im Film dargestellt wird.
      Ich finde schon, dass Melony eine zentrale Figur ist.. Ich mag sie nicht, aber sie ist zentral...
      Sonnenstrahl sag ich da nur...

      In anderen Teilen der Welt findet man das vielleicht in Ordnung. Aber hier im Forum können wir das nicht gut heißen. :happy1

      Die Art, wie Larch seine Gedanken niederschreibt, amüsiert mich immer mehr.
      Genau wie das "Richtig" von Homer.

      Aber ich stimme einigen hier zu.
      Das Buch ist wirklich harte Kost.
      Im Zug letzte Woche bin ich allerdings dann doch sehr weit gekommen.
      Da hat man wenigstens Muse zu lesen.

      Viele Grüße
      blue
      Früher war mehr Lametta.
      Wenn ich euch so lese, habe ich wohl noch nicht so viel verpasst? Ich habe nämlich noch immer nicht richtig begonnen mit dem Buch und habe erst ein paar Seiten gelesen. Irgendwie erwecken diese Seiten einfach nicht die Lust auf mehr, wenngleich ich mir im Klaren bin, dass ich das nach paar Seiten nicht beurteilen kann. Aber ich komme einfach nicht voran...Lohnt es sich denn so gar nicht, noch (richtig) zu beginnen? Was meint ihr?

      Die Ankündigungen im Vorfeld waren ja eigentlich recht vielversprechend.

      LG, Catalina

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „catalina“ ()

      Meiner Meinung nach schon Catalina, aber ich bin ja auch bekennender Irving-Fan ;)

      Ich finde es zwar auch etwas langatmig, aber im großen und ganzen bereue ich nicht, es gelesen zu haben.

      Ob ich es allerdings in Einzelteile zerpflücken mag, jedes Detail besprechen möchte und ob das Buch dafür überhaupt geeignet ist, das weiß ich noch nicht.
      Liebe Grüße,
      Schelmine

      Eigentlich bin ich sehr hübsch; das sieht man nur nicht so.
      :zopf
      Ich hab für mich mal was zusammengeschrieben. Füllt aber eine ganze A4-Seite :angst

      Wir müssten uns nur einigen, wann es los geht!

      2 sind fertsch.
      Blue, was denkst du, wie lange wirst du noch brauchen?
      TR biste noch dabei :mua
      Frau Poppins ist wahrscheinlich entweder fertsch oder bei Schelmine.
      Cora und Catalina sind am Anfang.

      Wer fehlt noch?
      Liebe Grüße von der ollen Seekuh :zopf
      Ich bin auf Seite 348 und denke nächste woche fertig zu werden
      Das lustige an dem Buch ist folgendes

      Das kannte ich bisher nicht
      Es gibt sogenannte Irving-Tage, da liest sich das Buch flüssig
      und dann gibt es da die anderen Tage da liest es sich wie in einer mir nicht vertrauten Sprache

      Aber ihr könnt gerne schon bereden was zu bereden ist, nicht das ihr es nochmal lesen müsst, weil ihr den Faden verloren habt
      ich schreib dann wenn ich was zu schreiben habe
      im Moment nur das obige, was ja nichts zum Inhalt aussagt

      lg
      Cora
      "Manchmal ist es das vernünftigste, einfach herrlich verrückt zu sein." HP
      NMR seit 25.10.2005 [urlwww.essskulptur.de[/url]

      Schelmine schrieb:

      Meiner Meinung nach schon Catalina, aber ich bin ja auch bekennender Irving-Fan ;)


      Stimmt, stimmt, ich vergaß! ;)

      Schelmine schrieb:


      Ich finde es zwar auch etwas langatmig, aber im großen und ganzen bereue ich nicht, es gelesen zu haben.Ob ich es allerdings in Einzelteile zerpflücken mag, jedes Detail besprechen möchte und ob das Buch dafür überhaupt geeignet ist, das weiß ich noch nicht.


      Ja, da bin ich mir auch nicht so sicher, insbesondere, was die Länge des Buches betrifft. So wie es mir erscheint, gestaltet es sich doch ein wenig schwierig.

      Gerade kommt mir in den Sinn, wie es mit Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" als nächste Lektüre wäre. Diese ist dünner und bietet in meinen Augen zahlreiche Möglichkeiten der Besprechung. Das Büchlein kostet bei Reclam 2,60. Aber wir können ja mal schauen, was es sonst noch so gibt...

      Ach ja, auf mich müsst ihr auch keine Rücksicht nehmen.

      LG, Catalina